Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Sicherheit durch Dienst-Handys

20.01.2011
Eine aktuelle Studie der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK greift die Problematik rund um die Integration von Mobiltelefonen in Unternehmen auf. Ein Ergebnis: Dienstliche Mobiltelefone tragen zur Datensicherheit bei. Ist die Beschaffung am Bedarf orientiert, halten sich Einführungskosten und Verwaltungsaufwand in Grenzen.

Über 1500 Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft wurden für die Studie „Mobiles Arbeiten mit Smartphone und Handy“ befragt.

Ein Ergebnis sticht hervor: Ca. 70% der Befragten verwenden regelmäßig ihr privates Handy für dienstliche Belange. Diese derzeit sehr verbreitete Praxis verursacht nicht nur großen Verwaltungsaufwand bei der Kostenerstattung, sondern birgt in vielen Fällen zusätzlich ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Denn die sichere Speicherung und Nutzung geschäftlicher Daten auf den privaten Smartphones kann nicht vom Arbeitgeber gesteuert werden. Dienst-Handys beugen diesen Risiken vor, da bei ihnen die Auswahl der Hard- und Software sowie die Freigabe von Diensten in der Hand des IT-Administrators liegt. E-Mails, persönliche Daten und Navigation sind – neben dem Telefonieren – die am häufigsten genutzten Anwendungen auf mobilen Endgeräten.

Auch das Abrufen von Reiseinformation steht hoch im Kurs. Die Nutzung der verschiedenen Anwendungen korreliert stark mit der jeweiligen Ausstattung des Handys. Stehen den Mitarbeitern umfangreiche Funktionen eines Smartphones zu Verfügung, werden diese auch genutzt. Die Verwendung vieler Funktionen spricht außerdem dafür, dass die Befragten ihre Reisezeit für Aufgaben wie Korrespondenz und Recherche nutzen. Viele der Befragten erhoffen sich zusätzlich Funktionen, so dass das Smartphone zukünftig z.B. den Laptop noch mehr ersetzen kann.

Die Studie ergab außerdem, dass es sich 60 % der Mitarbeiter vorstellen können, gänzlich auf ein Festnetz-Telefon am Arbeitsplatz zu verzichten, sofern sie im Gegenzug ein geeignetes mobiles Endgerät erhielten. Die Auswertung der Studie zeigt jedoch auch, dass Mitarbeiter über 45 weniger Interesse und Bedarf für

mobiles Arbeiten zeigen.

Verantwortliche für die technische und organisatorische Verwaltung der Mobilkommunikation an den jeweiligen Fraunhofer-Standorten erhielten einen erweiterten Katalog mit Fragen zu Prozessen und Abläufen. Zwar verwiesen einzelne Befragte auf zu hohe Anschaffungs- und Verwaltungskosten, jedoch macht die Fraunhofer-Studie auf ein erhebliches Einsparpotential gerade durch die zentral gesteuerte Einführung von Mobiltelefonen aufmerksam. Hinzu kommen noch Möglichkeiten zur Kostenreduktion aufgrund des höheren Auftragsvolumens und die dadurch verbesserten Vertragskonditionen. Die Risikominimierung durch die Verminderung der Gefahren spart ebenfalls Kosten, dies lässt sich jedoch ohne Referenzdaten finanziell schwer beziffern. Die Verantwortlichen der Studie bei der Fraunhofer ESK sehen das Hauptproblem bei der Einführung von Dienst-Handys in der fehlenden Akzeptanz des Mobiltelefons als sinnvolles Arbeitsinstrument.

Die Ingenieure resümieren, dass eine sinnvolle, am Bedarf orientierte inführung von dienstlichen Mobiltelefonen letztlich weniger Kosten verursacht als zunächst vermutet, und Kooperationen und Kundenkontakte fördert. Somit sind Smartphones sinnvolle, kostengünstige Arbeitsmittel, die beim richtigen Einsatz zudem noch die Sicherheit für Firmen erhöhen.

Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK

Die Fraunhofer ESK erforscht vernetzte Informations- und Kommunikationssysteme (IuK). 1999 gegründet, beschäftigt sie rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Leiter, Prof. Dr.-Ing. Rudi Knorr, ist ebenfalls Ordinarius für Kommunikationstechnik an der Fakultät für Angewandte Informatik der Universität Augsburg. Die Wissenschaftler sind Experten für weite Bereiche der IuK, von Übertragungstechnik über Protokolle und Systeme bis zu intelligenten Anwendungen. Besonderes Know-how weisen sie in ihren Kompetenzfeldern Adaptive Communication Systems, Software Methodology und Mobile Solutions auf. Die Kompetenzen der Fraunhofer ESK kommen in den Geschäftsfeldern Automotive und Industrial Communication sowie in der Gruppe Communication Solutions zum Einsatz. Zu ihren Kunden zählen u.a. Unternehmen aus der Automobil- und Telekommunikationsbranche sowie der Produktions-, Automatisierungs- und Gebäudetechnik.

Kontakt:
Fraunhofer Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK
Hansastr. 32
80686 München
http://www.esk.fraunhofer.de
Susanne Baumer
Corporate Communication
Telefon: +49 89 547088-353
Telefax: +49 89 547088-66353
susanne.baumer@esk.fraunhofer.de

Susanne Baumer | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.esk.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung: Schweißsimulator auf Hannover Messe live erleben

20.04.2018 | HANNOVER MESSE

Neurodegenerative Erkrankungen - Fatale Tröpfchen

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics