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Mehr Medienbildung für Lehrkräfte in der Grundschule erforderlich

14.06.2013
Neue Studie über Medienkompetenz und Mediennutzung in der Grundschule

Welchen Stellenwert haben Medien heute im Unterricht der Grundschule, wie findet die Förderung der Medienkompetenz statt, was sind förderliche und hinderliche Bedingungen? Diesen Frage widmet sich das Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH (ifib) an der Universität Bremen in der kürzlich veröffentlichten repräsentativen Untersuchung in Schulen in NRW mit dem Titel „Medienintegration in der Grundschule“.

Die Studie hat das Bremer Institut gemeinsam mit der AG Medienpädagogik der Universität Mainz (Professor Stefan Aufenanger) im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen durchgeführt.

Dabei wird deutlich, dass die Medienvielfalt im Unterricht zunehmend durch digitale Medien geprägt ist und die Lehrkräfte das Potenzial auch nutzen. Während vor zehn Jahren noch 70 Prozent der Lehrkräfte den Computer und sogar 98 Prozent das Internet gar nicht genutzt haben, sind es heute nur noch 10 bzw. 25 Prozent. Über die Hälfte der Lehrkräfte nutzen den Computer regelmäßig oder wenigstens gelegentlich (ein Drittel das Internet). Hier hat eine stille Revolution stattgefunden.

Als gleichermaßen wichtig wird der kritisch-reflektierte Umgang mit Medien insbesondere in der Freizeit, das Wissen über Medieneinflüsse und die eigene Gestaltungskompetenz von Medien bereits für Grundschülerinnen und Grundschüler erachtet. Aber ihre Thematisierung findet in der Schule sehr viel selten statt. „Oftmals findet hier eine Verschiebung der Verantwortung zwischen Schule und Elternhaus statt", so der Leiter der Studie, Professor Andreas Breiter von der Universität Bremen. „Lehrkräfte fühlen sich überfordert, ihnen fehlt das didaktische Know-how und sie bewerten die Medienerfahrungen der Kinder im privaten Umfeld häufig als negativ.“

In ihren Empfehlungen sprechen sich die Autorinnen und Autoren daher für eine verbindliche Einbindung von Medienbildung in die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften aus, die bisher in den meisten Bundesländern fehle. Außerdem sei eine höhere Verbindlichkeit im Sinne eines Orientierungsrahmens (wie im Medienpass NRW, der im vergangenen Jahr eingeführt wurde) erforderlich, der Lehrkräften, Schülerinnen und Schüler und Eltern verdeutliche, was Medienkompetenz bedeute.

Die große Sorge der Lehrkräfte gilt allerdings der teilweise veralteten Ausstattung, die nicht den Anforderungen an eine flexible Nutzung im Unterricht entspricht. Hier seien die kommunalen Schulträger gemeinsam mit den Ländern gefragt. Breiter: „Der Druck geht zunehmend vom Markt und von den Eltern aus - Kinder bringen bereits in der Grundschule ihre eigenen Geräte mit und erwarten eine Einbindung.“ Hieraus ergeben sich neue Herausforderungen an die Bereitstellung einer sicheren Basisinfrastruktur.

Darüber hinaus müssen dann aber auch entsprechende medien- und fachdidaktische Unterstützungsangebote vorhanden sein und es braucht Profis, um die steigende Komplexität der IT-Infrastruktur zu beherrschen. Lehrkräfte seien dafür weder qualifiziert, noch sei der technische Support durch Lehrkräfte ökonomisch vertretbar. In Zukunft werden Lern- und Unterrichtsmaterialien zunehmend digital vorliegen und hierfür braucht es entsprechende Strategien.

Die Studie „Medienintegration in der Grundschule“ ist in der Schriftenreihe der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen erschienen und kann über den VISTAS Verlag bestellt werden.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib)
Prof. Dr. Andreas Breiter
Tel. 0421 218 56571
E-Mail: abreiter@ifib.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifib.de

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