Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizinischer Meilenstein: Deutlich höhere Heilungschancen und kürzere Therapiedauer für Hepatitis-C-Patienten

11.05.2009
Frankfurter Professor für Hepatologie leitet europäische Medikamentenstudie zu neuem Therapieverfahren bei Hepatitis C.
Mehr Behandlungserfolge und kürzere Therapiedauer sind das Ergebnis der Studie.
Eine in Europa und den USA durchgeführte Medikamentenstudie liefert revolutionäre Erkenntnisse für die Hepatitis-C-Behandlung. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Stefan Zeuzem, Direktor der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums, fand die Prove-2-Studie in Europa statt.

Das revolutionäre Ergebnis wurde bereits in der international renommierten Medizinzeitschrift "New England Journal of Medicine" veröffentlicht: Durch die Verabreichung des Proteasehemmers Telaprevir in Verbindung mit pegyliertem Interferon und Ribavirin wird die Behandlung deutlich verbessert und die Therapiedauer verkürzt. "Wir gehen davon aus, dass das Medikament die etwa einjährige Therapiezeit halbieren kann und die Heilungsrate bei Hepatitis C Genotyp-1 infizierten Patienten von annähernd 50 auf bis zu 70 Prozent steigen wird", erläutert Prof. Zeuzem.

Erfolgreiche Behandlung mit Telaprevir
Der Hemmstoff Telaprevir wurde Patienten mit Hepatitis C Genotyp 1 Infektion zwölf Wochen lang verabreicht. Im erfolgreichsten Therapiearm der Studie wurde die Behandlung dann weitere 12 Wochen mit pegyliertem Interferon gemeinsam mit Ribavirin fortgesetzt. Das erstaunliche Resultat: Wesentlich höhere Heilungsraten der Patienten.

Ziel der neuen Therapie ist, das Virus durch die Behandlung komplett aus dem Körper zu entfernen. Bisherige Standardbehandlungen zeigten eine deutlich geringere antivirale Wirkung. Sie bestehen aus einer Kombination von pegyliertem Interferon und Ribavirin und können bis zu 72 Wochen andauern, während die neue Dreifachtherapie innerhalb von nur 24 Wochen Erfolge zeigt. "Die Erkenntnisse der Studie sind Meilensteine für die erfolgreiche Therapie von Hepatitis-C-Patienten weltweit", betont Prof. Zeuzem.

Internationales Leberzentrum in Frankfurt
Das Leberzentrum am Universitätsklinikum bildet eine Versorgungseinheit, die die Expertise aller medizinisch-wissenschaftlichen Kompetenzträger bündelt. Die internistische und interventionell-radiologische Diagnostik und Therapie, die Onkochirurgie sowie die transplantationschirurgische Behandlung bösartiger Lebererkrankungen sind hier an einem Ort konzentriert.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Vogl, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Prof. Dr. Wolf Otto Bechstein, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, konnte Prof. Zeuzem ein international anerkanntes Leberzentrum in Frankfurt aufbauen.

Unterschätzte Gefahr
Hepatitis C ist eine schwerwiegende Viruserkrankung der Leber. Die Infektion erfolgt in den meisten Fällen über direkten oder indirekten Blutkontakt. Auch in Europa rechnen Experten jährlich mit mehreren tausend Neuansteckungen. Da die Krankheitssymptome sehr unscheinbar sind, merken viele Betroffene anfangs jedoch nichts von ihrer Infektion.

Die Hepatitis C gehört zu den häufigsten Viruserkrankungen. Weltweit sind 200 Millionen Menschen, in Deutschland schätzungsweise 500.000, mit dem Virus infiziert. Unbehandelt kann eine chronische Hepatitis C zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.

Für weitere Informationen:

Prof. Dr. Stefan Zeuzem
Direktor der Medizinischen Klinik 1
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (0 69) 63 01 - 68 99
Fax: (0 69) 63 01 - 64 48
E-Mail: zeuzem@em.uni-frankfurt.de
Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (0 69) 63 01 - 77 64
Fax: (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail: ricarda.wessinghage@kgu.de

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise