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Medikament verlängert Lebenserwartung deutlich

09.07.2009
Rapamycin wird auch als Behandlungsmöglichkeit gegen Krebs getestet

Ein Medikament, das in der Erde einer Insel im Südpazifik entdeckt wurde, könnte im Kampf gegen das Altern eine entscheidende Rolle spielen.

Als amerikanische Wissenschaftler alte Mäuse mit Rapamycin behandelten, verlängerte sich ihre Lebenserwartung um bis zu 38 Prozent. Die in Nature veröffentlichten Forschungsergebnisse erhöhen die Chancen auf eine Verlangsamung des Alterungsprozesses bei älteren Menschen.

Lynne Cox von der University of Oxford warnte davor, das Medikament zur Verlängerung der Lebenserwartung einzusetzen, es kann nämlich die Immunität unterdrücken. Die Mäuse im Labor seien vor Infektionen geschützt, Menschen nicht.

Rapamycin wurde erstmals in den 1970ern auf der Osterinsel entdeckt. Es wird bereits eingesetzt, um nach Transplantationen eine Abstoßungsreaktion zu verhindern. Bei Stents kommt es ebenfalls zum Einsatz. Es wird auch als Behandlungsmöglichkeit gegen Krebs getestet. Die Wissenschaftler von drei großen Forschungszentren in Texas, Michigan und Maine verabreichten das Medikament Mäusen, die in menschlichen Jahren gerechnet, ungefähr 60 waren. Sie waren so gezüchtet worden, dass sie die genetische Diversität und die Anfälligkeit des Menschen für Krankheiten so genau wie möglich abbildeten.

Rapamycin verlängerte die Lebenserwartung der Tiere um 28 bis 38 Prozent. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Einsatz des Mittels beim Menschen mehr bringen würde als die vorhergesagten zusätzlichen Jahre. Vorausgesetzt allerdings, dass Krebs und Herzerkrankungen verhindert werden können. Arlan Richardson vom Barshop Institute erklärte, dass er nach 35 Jahren Forschung fast die Hoffnung aufgegeben hätte, je ein Medikament zu finden, das den Alterungsprozess beeinflussen kann. Rapamycin scheine jedoch genau das zu sein. Randy Strong vom University of Texas Health Science Center geht davon aus, dass mit dieser Studie der erste überzeugende Beweis dafür gelungen ist, dass durch ein Medikament der Alterungsprozess verlangsamt und die Lebenserwartung erhöht werden kann.

Das Medikament scheint eine ähnliche Wirkung zu haben wie eine eingeschränkte Nahrungsaufnahme. Diese soll laut früheren Studien ebenfalls helfen, die Lebenserwartung zu erhöhen. Rapamycin zielt mit mTOR auf ein Protein in den Zellen ab, das viele Prozesse kontrolliert, die beim Stoffwechsel und der Reaktion auf Stress eine Rolle spielen. Entscheidend war es, das Medikament erneut zusammenzustellen, damit es vor dem Eintreffen im Darm der Tiere zu keinem Abbau kam.

Ursprünglich sollten die Versuchstiere das Medikament ab dem vierten Lebensmonat erhalten. Die Verzögerung durch die Entwicklung der neuen Formel bedeutete, dass das erst im 20. Lebensmonat möglich war. Die Wissenschaftler gingen eigentlich davon aus, dass die Tiere bis dahin zu alt für eine Wirkung geworden seien. Genau das Gegenteil war der Fall. Laut Strong könnten Medikamente wie Rapamycin eines Tages helfen, die Kosten für die medizinische Versorgung entscheidend zu senken.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.barshop.uthscsa.edu
http://www.uthscsa.edu

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