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Maschinenbauer investieren gerade jetzt

19.01.2010
Viele Unternehmen halten trotz Spardrucks an den Ausgaben für F&E fest

Investitionen in Neuentwicklungen sind immer mit einem Risiko verbunden und dieses einzugehen fällt unter Kostendruck oft schwer. Zumindest die Maschinenbauer beweisen in der Krise Weitsicht:

Eine Mehrzahl der Unternehmen investiert weiter in Forschung und Entwicklung, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Managementberatung Horváth & Partners. Ganz ungetrübt sind die Zukunftsaussichten dennoch nicht: Der Ausbau von Entwicklungskapazitäten findet in den nächsten Jahren hauptsächlich in Osteuropa und China statt.

Zwei von drei Unternehmen des krisengebeutelten deutschen Maschinen- und Anlagenbaus gaben in der Studie an, ihre Innovationsaktivitäten auch in der aktuellen Situation fortzuführen. Die Umfrage unter knapp 190 Entscheidern zeigt, dass gerade erfolgreiche Unternehmen auf Forschung und Entwicklung setzen: Unternehmen, die in der Vergangenheit deutlich schneller als der Wettbewerb wuchsen und eine relativ hohe Umsatzrendite hatten, geben seit Beginn der Krise sogar mehr für Innovationen aus. Und über 90 Prozent dieser Unternehmen mussten keine strategisch bedeutsamen Projekte verschieben.

Die Unternehmen denken langfristig. "Wir haben trotz der Krise unsere technischen Veränderungen und Produktionserweiterung fortgeführt, sonst würden wir nur ins Hintertreffen geraten. Wir müssen schließlich auch in Zukunft effizient und kostengünstig produzieren", erklärt Toni Weiss, Leiter Bereich Industriegetriebe der Renk AG, der Ausgaben in Forschung und Entwicklung keinesfalls reduzieren will. Auch die von der Rezession besonders hart getroffene Heidelberger Druckmaschinen AG ist entschlossen, den Spagat zwischen Kostendruck und Erhalt der Innovationskraft zu meistern. "Eine wesentliche Herausforderung in der Krise ist es, weiterhin Innovationen voranzutreiben und dafür die richtigen Köpfe im Unternehmen zu behalten - trotz Personalabbau", meint Manfred Jurkewitz, Leiter Forschung und Entwicklung.

Eine besondere Herausforderung für die Maschinenbauer stellt das erhöhte Preisbewusstsein der Kunden bei gleichbleibend hohen Leistungserwartungen dar. 82 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Kunden preiswertere Produkte erwarten - bei mindestens gleicher Leistung. Außerdem wird das Prinzip des Total Cost of Ownership immer wichtiger: Entscheidend für einen Kauf ist demnach zunehmend nicht nur der eigentliche Einkaufspreis. Vielmehr achten Kunden verstärkt auf die Gesamtkosten, die durch eingekaufte Maschinen oder Anlagen verursacht werden: Die Betriebskosten, die Produktivität der Maschinen und die Entsorgungskosten werden zu wichtigen Kaufkriterien. Die meisten Maschinenbauer reduzieren aufgrund dieser Marktanforderungen die Komplexität der gesamten Produktfamilie. Viele der befragten Unternehmen richten ihre Innovationsaktivitäten außerdem verstärkt auf die Entwicklung neuer Dienstleistungen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie könnte die Politik beunruhigen: Während die Entwicklungskapazitäten der befragten Maschinenbauer heute noch zu 85 Prozent in Westeuropa angesiedelt sind, erwarten sie diese in drei Jahren nur noch zu 74 Prozent in dieser Region. Viele der befragten Unternehmen planen, Entwicklungskapazitäten in Osteuropa und China auszubauen. Als wichtigster Grund für diese Entwicklung werden Einsparungen bei den Personalkosten genannt, aber auch die räumliche Nähe zu den Kunden und zu den Produktionsstätten sind ähnlich wichtige Motive. "Der Bereich Forschung und Entwicklung wird internationaler und folgt geographisch den Wachstumsmärkten und der Produktion", erläutert Dr. Ralf Sauter, der als Partner und Experte für die Maschinen- und Anlagebaubranche bei Horváth & Partners für die Studie verantwortlich zeichnet. Andererseits entstehen auch in Deutschland weiter hochwertige Arbeitsplätze: Wenn einfachere Entwicklungsarbeiten künftig verstärkt in den Wachstumsmärkten erledigt werden, ergeben sich daraus neue, anspruchsvolle Entwicklungsaufgaben in Europa. Dazu zählt die Definition von Baukästen, aus denen Produkte für den Weltmarkt erstellt werden können ebenso wie die Steuerung des weltweiten Entwicklungsnetzwerkes und die weltweite Standardisierung der Prozesse, Normen und IT-Systeme.

Die Studie wurde im August 2009 von Horváth & Partners in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und dem Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship der European Business School durchgeführt.

Oliver Weber | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.horvath-partners.com

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