Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Marketer spähen auf Gehaltssituation der Verbraucher

23.02.2009
Konsumgüterhersteller richten Produktpromotion an Gehaltszyklus aus

Hersteller von Konsum- und Verbrauchsgütern orientieren sich in ihren Marktstrategien zunehmend an der finanziellen Situation der Verbraucher.

Der monatliche Gehaltszyklus gerät dadurch stärker ins Visier von Marketing- und Promotionaktionen als bislang. Während sich die Wirtschaftskrise in den USA oder auch Großbritannien stärker als hierzulande auf den privaten Konsum durchschlägt, sehen etwa Lebensmittelproduzenten wie Pepsi oder Heinz darin ein geeignetes Mittel, um den Absatz auch gegen Ende eines Monats hoch zu halten.

Dabei beeinflusst das Volumen der Verbraucher-Geldbörsen den Konsum selbst bei Produkten des täglichen Bedarfs. Da dieses zum Monatsende für gewöhnlich abnimmt, reagieren die Konzerne mit Angeboten, die dem Lohnzyklus etwa durch kleinere Einheiten und Verpackungsgrößen entsprechen.

"Grundsätzlich müssen sich die Unternehmen fragen, mit welchen Aktionen die Konsumenten am besten anzusprechen sind", meint Patrick Müller-Sarmiento, Einzelhandelsfachmann bei der Unternehmensberatung Roland Berger, auf Nachfrage von pressetext. Die Marketingstrategie ausschließlich am Gehaltszyklus auszurichten, würde zwar alle Kunden über einen Kamm scheren. "Davon lassen sich jedoch bestimmt viele ködern, da das Geld zu Monatsbeginn schlichtweg noch lockerer sitzt. Mit verschiedensten Rabattaktionen gehen auch deutsche Einzelhändler bereits in diese Richtung", erklärt der Experte. Nutzen die Konzerne dadurch frei werdende Ressourcen, um neue Aktionen zu starten, Fortschritte in der Produktentwicklung zu machen und den Kunden somit einen Mehrwert zu bieten, sei der Schritt vertretbar.

"Es ist legitim, sich auf Effizienz zu trimmen. Geschieht dies aber nicht und dienen die Aktionen ausschließlich dem Zweck, auch noch das Letzte aus den Konsumenten herauszuholen, implizieren sie eine Abzocke der Verbraucher", so Müller-Sarmiento im pressetext-Gespräch.

Die Wirtschaftskrise hat die Abhängigkeit des Privatkonsums vom Lohnzyklus sowie die Verbrauchergewohnheiten, von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck zu leben, verstärkt. Marketingstrategien werden daher zeitlich sowohl zu Beginn als auch gegen Ende eines Zyklus auf die monetären Umstände der Konsumenten abgestimmt. Wie das Wall Street Journal berichtet, offeriert etwa Pepsi in den USA zu Monatsbeginn verstärkt Multipacks zum Preis von rund sechs bis sieben Dollar, während kleinere Einheiten für unter zwei Dollar angeboten werden, sobald sich ein Gehaltszyklus und damit das verfügbare Geld der Verbraucher dem Ende neigen.

Der Anstoß dazu ist Pepsi zufolge direkt von den Einzelhändlern gekommen, die gegen Monatsende geringere Umsätze verzeichneten. Nach gleichem Vorbild ist Heinz dazu übergegangen, zeitlich koordiniert unterschiedlich große Ketchup-Flaschen zu vertreiben. In Großbritannien konzentriert das Unternehmen seine Marketing-Aktionen hauptsächlich auf den Zeitraum des Lohnbezugs. Angesichts von Konsumflaute und Rezession sei der Schlüssel für Markenhersteller zu einem höheren Absatz, Konsumenten zur richtigen Zeit mit dem passenden Produkt zu erreichen.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Europas demografische Zukunft
25.07.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops