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Mammografie: Jede dritte Brustkrebsdiagnose harmlos

13.07.2009
Sterberate bei Krebs auf dem niedrigsten Stand seit 1971

Eine von drei Brustkrebserkrankungen, die bei Mammografien entdeckt werden, stellt sich in der Folge als harmlos heraus.

Nach der Auswertung von Daten aus fünf Ländern gehen Wissenschaftler des Nordic Cochrane Centre davon aus, dass immer wieder Frauen ohne Not behandelt werden, deren Krebserkrankungen sich sehr wahrscheinlich nicht ausbreiten oder gar tödlich sein werden. Derzeit besteht keine Möglichkeit, zwischen gefährlichen und harmlosen Formen zu unterscheiden - alle werden behandelt.

Befürworter der Routineuntersuchungen argumentieren, dass die Mammografien entscheidend für die frühe Entdeckung von Krebszellen sind. Die dänischen Forscher ihrerseits argumentieren, dass ihre Ergebnisse zeigten, dass die Vorsorgeuntersuchungen gegen Krebs zu zu vielen Diagnosen führen können.

Das Team schreibt im British Medical Journal, dass die Entdeckung von harmlosen Krebserkrankungen, die sonst lebenslang klinisch nicht diagnostiziert worden wären, für die Betroffenen nur nachteilige Auswirkungen habe. Die Forscher analysierten eine ganze Reihe von Statistiken aus fünf Ländern, die Programme zur Vorsorge eingeführt hatten. Dazu gehörten auch die Daten für England und Wales im Zeitraum zwischen 1971 und 1999. Die aktuellen Studienergebnisse scheinen jene Ergebnisse zu bestätigen, die das gleiche Team dieses Jahr bereits publiziert hat.

Weitere erst kürzlich zusammengestellte Daten zeigen laut BBC, dass die Sterberaten bei Krebs derzeit in Großbritannien seit 1971 auf dem niedrigsten Stand sind. Dazu gehören Krebsarten wie Brust- und Darmkrebs sowie Lungenkrebs bei Männern. Diese Daten zu den häufigsten Krebsformen wurden von Cancer Research UK zusammengestellt.

Dort führt man den Rückgang auf die verbesserte Vorsorge und Fortschritte in der Behandlung zurück. Sarah Cant von Breakthrough Breast Cancer betonte, sie hoffe, dass Forschungsergebnisse zu harmlosen Formen von Brustkrebs die Frauen nicht daran hinderten, sich weiterhin untersuchen zu lassen. Sie gehe davon aus, dass die Vorteile auch einer falschen Diagnose größer wären als die möglichen Nachteile.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cochrane.dk
http://www.breakthrough.org.uk

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