Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Männer: Unterdrückter Ärger steigert Herzrisiko

24.11.2009
Konfliktscheu hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit

Männer, die ihren Ärger nicht offen zeigen - wenn sie zum Beispiel unfair behandelt werden - verdoppeln ihr Herzinfarktrisiko. Wissenschaftler des Stressforskningsinstitutet der Universität Stockholm haben die Daten von 2.755 männlichen Angestellten analysiert, die zu Beginn der Studie noch keinen Herzanfall erlitten hatten.

Diese wurden gefragt, wie sie mit Konflikten im Beruf entweder mit Vorgesetzten oder Kollegen umgingen. Das Team um Constanze Leineweber berichtet, dass es einen starken Zusammenhang zwischen aufgestautem Ärger und Herzerkrankungen gibt. Details der Studie wurden im Journal of Epidemiology and Community Health veröffentlicht.

Versteckte Bewältigung

Die Wissenschaftler bezeichneten die verschiedenen Strategien, Dinge für sich zu behalten, als versteckte Bewältigung. Die Teilnehmer wurden gefragt, welche Strategien sie anwendeten: Ereignisse vorbeigehen zu lassen ohne etwas zu sagen, aus einem Konflikt einfach auszusteigen, Symptome wie Kopf- oder Magenschmerzen zu haben oder zu Hause schlechter Laune zu sein.

Faktoren wie Rauchen, Alkohol, körperliche Aktivität, Bildung, Diabetes, Anforderungen im Beruf und Entscheidungsfreiheit wurden berücksichtigt, Blutdruck, BMI und Cholesterinwerte gemessen. Die Männer waren zu Beginn der Studie in den Jahren 1992 bis 1995 durchschnittlich 41 Jahre alt. Informationen über einen Herzanfall oder Tod aufgrund eines Herzanfalls bis zum Jahr 2003 wurden aus den nationalen Datenbanken zu Krankenhausaufenthalten und Todesfällen entnommen.

Bis 2003 hatten 47 der 2.755 Männer einen Herzanfall oder starben an einer Erkrankung des Herzens. Jene, die häufig oder oft einfach einem Konflikt auswichen oder nichts sagten, verfügten über ein doppelt so hohes Herzrisiko als jene Männer, die sich unangenehmen Situationen stellen und versuchten sie zu lösen. Kopf- und Magenschmerzen oder schlechte Laune zu Hause erhöhten das Risiko nicht.

Physiologische Spannungen und erhöhter Blutdruck

Die Forscher gehen davon aus, dass Ärger - wenn er nicht gezeigt wird - zu physiologischen Spannungen und in der Folge zu einem erhöhten Blutdruck führen kann. Dieser kann seinerseits kardiovaskuläre Schäden verursachen. Leineweber zeigte sich selbst überrascht, dass der Zusammenhang zwischen aufgestautem Ärger und Herzerkrankungen so stark war. Sie geht davon aus, dass Männer in Konfliktsituationen einfach instinktiv reagieren und nicht über ihr Verhalten nachdenken.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.su.se/pub/jsp/polopoly.jsp?d=4745

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics