Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Luftverschmutzung steigert Risiko für Herzkranke

10.09.2008
EKGs zeigen charakteristische Veränderungen

Luftverschmutzung behindert die Fähigkeit des Herzens, elektrische Signale zu leiten. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Harvard University gekommen.

Der Kontakt mit winzigen Partikeln - kleinen Mengen von Chemikalien, die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen - führte bei 48 Herz-Patienten zu Besorgnis erregenden Veränderungen der Herzkurven. Partikelverschmutzung ist laut BBC bereits als Faktor bekannt, der das Risiko eines Herzanfalls erhöhen kann. Die in dem Fachmagazin Circulation veröffentlichten Studienergebnisse scheinen diese Annahme zu bestätigen. Die festgestellten Veränderungen der Herzkurven waren für eine schlechte Sauerstoffversorgung des Herzens charakteristisch.

Die EKGs der Patienten, die kurz zuvor aufgrund eines Herzanfalls, einer instabilen Angina oder sich verschlechternden Symptomen einer koronaren Herzerkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden waren, wiesen unübliche Veränderungen, eine Depression des ST-Segments auf. Patienten, die einen Herzanfall hinter sich hatten, verfügten innerhalb von einem Zeitraum von zehn Monaten über die größten Veränderungen. Die American Heart Association hat bereits Empfehlungen ausgesprochen, dass manche Herzpatienten, vor allem jene die einen Herzanfall erlitten haben, erst zwei oder drei Wochen nach Verlassen des Krankenhauses wieder Autofahren sollten. Vor allem sollten sie aber starken Verkehr meiden, da er zu viel Stress verursacht.

Die leitende Wissenschaftlerin Diane Gold betonte, dass weitere Studien erforderlich seien, um genau zu erforschen, welche Mechanismen hinter der verschmutzungsbedingten Depression des ST-Segments stehen. Die wahrscheinlichsten Erklärungen seien jedoch eine nicht ausreichende Versorgung des Herzens mit Blut oder ein entzündeter Herzmuskel.

Laut dem Kardiologen David Newby von der University of Edinburgh gibt es umfangreiche Daten, die zeigen, dass das Leben in einer stark verschmutzten Region das Entstehen einer kardiovaskulären Erkrankung begünstigt. "Die Verschmutzungswerte in der Studie waren noch nicht einmal besonders hoch, trotzdem waren bereits deutliche Veränderungen nachweisbar." Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Luftverschmutzung jährlich weltweit für drei Millionen Todesfälle verantwortlich.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.harvard.edu
http://circ.ahajournals.org
http://www.americanheart.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie