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Luftverschmutzung bei Herzproblemen gefährlich

10.07.2013
Studie stellt erstmals Zusammenhang mit Herzversagen her

Luftverschmutzung ist für Menschen mit schwachen Herzen schädlich und kann sie sogar töten. Zu diesem Ergebnis ist eine internationale Studie unter der Leitung des University Centre for Cardiovascular Science der University of Edinburgh gekommen. Experten gehen laut BBC davon aus, dass allein in Großbritannien jedes Jahr tausende Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung sterben.

Die British Heart Foundation, die diese Studie finanziert hat, betont, dass sich die Luftqualität verbessern muss. In vielen Städten übersteigt die Luftbelastung die von der Europäischen Union festgelegten Werte. Die britische Regierung hat bereits eingeräumt, dass die EU-Grenzwerte in 15 Regionen bis zum Jahr 2020 überschritten werden. Das Defra http://defra.gov.uk betont jedoch, dass es im Großteil des Landes zu keinen Überschreitungen der Grenzwerte kommt.

Kohlenmonoxid, Stickstoff und Feinstaub

Luftverschmutzung, vor allem jene durch Verkehrsabgase, wurde bereits in der Vergangenheit mit Herzanfällen in Zusammenhang gebracht, jedoch nicht mit Herzversagen. Bei einem Herzversagen kommt es zu einer Schwächung des Herzmuskels und einer nicht mehr ausreichenden Blutversorgung des Körpers. Die Folge ist häufig ein Herzanfall. Allein in Großbritannien sind mehr als 750.000 Menschen davon betroffen. Für die in "The Lancet" http://thelancet.com veröffentlichte Studie analysiert das Team um Anoop Shah 35 Untersuchungen mit Tausenden Teilnehmern, die in zwölf Ländern inklusive Großbritannien und China durchgeführt worden waren.

Die direkteste Verbindung wurde mit Gasen wie Kohlenmonoxid und Stickstoff sowie mit Feinstaub nachgewiesen, also mit den Abgasen von Bussen, Taxis und Lastkraftwagen. Sie gelangen tief in die Lungen und von dort aus in den Blutkreislauf. Menschen mit bereits geschwächtem Herz, die großen Mengen an Luftverschmutzung, zum Beispiel durch das Leben oder den Aufenthalt an einer stark befahrenen Straße, ausgesetzt sind, gelten als besonders gefährdet. Das Risiko scheint laut den Wissenschaftlern an stark belasteten Tagen am größten zu sein.

Verbesserung der Luftqualität dringend notwendig

Die Forscher sagen, dass bereits geringe Verbesserungen der Luftqualität allein in den Vereinigten Staaten rund 8.000 Einweisungen in ein Krankenhaus aufgrund eines Herzversagens verhindern könnten. Es gibt, so argumentieren sie, keinen Grund, warum diese Zahl nicht auch auf andere Länder wie Großbritannien zutreffen sollte. Alan Andrews von Client Earth http://clientearth.org erklärt, dass es in Großbritannien vor allem durch den Straßenverkehr zu einer sehr starken Luftverschmutzung komme. Die Reaktion der Regierung auf diesen Zustand sei bedauerlicherweise absolut nicht adäquat gewesen. Die Bevölkerung sollte vor einer hohen Luftbelastung gewarnt werden, damit die Menschen sich schützen können. Zu den Schutzmaßnahmen gehört zum Beispiel, das Haus nur zu verlassen, wenn es notwendig ist und das Meiden von stark befahrenen Straßen.

Luftverschmutzung kann zum Tod führen

Laut der Weltgesundheitsorganisation http://who.int sterben in Städten weltweit rund 1,3 Millionen Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung. Britische Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich rund 30.000 Menschen direkt an den Folgen von verschmutzter Luft einen zu frühen Tod sterben. Sie wird mit Asthma und anderen Lungenerkrankungen, Krebs und Herzproblemen in Zusammenhang gebracht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.cvs.ed.ac.uk
http://www.bhf.org.uk

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