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Lkw-Verkehrslawine überrollt Deutschland

01.09.2010
Experten wollen Güterverkehr sauberer machen

In Deutschland wird es zu einer weiteren Zunahme des Lkw-Verkehrs kommen. Derzeit sind mehr als 2,5 Mio. Nutzfahrzeuge im Einsatz. Das sind um nahezu zwei Drittel mehr als 1990. 2008 hat das Güterverkehrsaufkommen in Deutschland bei vier Mrd. Tonnen gelegen, die Güterverkehrsleistung bei rund 670 Mrd. Tonnenkilometern. In einer aktuellen Studie rechnen Experten damit, dass die Verkehrsleistung bis 2030 auf über 1.000 Mrd. Tonnenkilometer ansteigen wird.

"Mit dieser Tatsache verbunden ist die Frage, wie man den Güterverkehr umweltfreundlicher gestalten kann", so Gunnar Knitschky vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt im pressetext-Gespräch. Die Studie , die das DLR-Institut für Verkehrsforschung zusammen mit Shell-Deutschland erstellt hat, kommt zum Schluss, dass sich die Fahrleistungen von schweren Lkw bis 2030 nahezu verdoppeln werden.

Große Herausforderungen für Zukunft

Es sei davon auszugehen, dass der Straßengüterverkehr sauberer werden wird, erklärt Knitschky. "Trotz der weitreichenden Verbesserungen der Technologie werden technische Anstrengungen allerdings nicht ausreichen, um den CO2-Ausstoß des Straßengüterverkehrs unter das heutige Niveau zu senken", so Studienautorin Barbara Lenz, Professorin für Verkehrsnachfrage und Verkehrswirkungen an der TU Berlin. "Wir haben mit einem aus Umweltsicht ambitionierten Alternativ-Szenario den Anstieg des CO2-Ausstoßens auf 32 Prozent bei gleicher Güterverkehrsleistung begrenzen können."

Der Anteil des Straßengüterverkehrs an den gesamten CO2-Emissionen beträgt derzeit etwa fünf Prozent. Die Emissionen werden jedoch, trotz in Aussicht gestellter technologischer Verbesserungen noch um etwa 50 Prozent zunehmen. 99 Prozent der schweren Lkw fahren heute mit Diesel-Antriebsstoffen. Dieselbetriebene Fahrzeuge machen etwa 93 Prozent der gesamten Flotte aus.

Verlagerung auf die Schiene

"Bei den schweren Lkw gibt es bis dato keine Alternative zum Dieselmotor", erklärt Knitschky. "Was jedoch definitiv machbar ist, sind Effizienzverbesserungen", so Knitschky. "Wir schätzen, dass Verbesserungen am Fahrzeug inklusive Motor und am Aufbau Energieeinsparungen von mehr als 25 Prozent möglich machen." Knitschky geht davon aus, dass in den leichteren Fahrzeugklassen auch zunehmend Hybrid-Fahrzeuge zum Einsatz kommen.

Ein Thema, um den Güterverkehr auf der Straße zu reduzieren, ist auch die Verlagerung der Gütertransporte auf die Bahn. "Hierzu gibt es einen deutlichen politischen Willen", so Knitschky. "Dazu muss jedoch an der Beseitigung von Engpässen und der Verbesserung des Zugangs auf die Schiene gearbeitet werden. Zudem müssen die Bahnstrecken so ausgebaut werden, dass Güter- und Personenverkehr sich nicht in die Quere kommen."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de

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