Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lernstörungen deutlich häufiger als angenommen

09.10.2012
Studie des Forschungsprojekts RABE mit über 2000 teilnehmenden Kindern liefert neue Erkenntnisse

Eine neue Studie, an der 2195 Grundschulkinder aus mehreren Bundesländern teilgenommen haben, belegt: Bei 13,3 Prozent von ihnen liegt eine Lernstörung vor.

Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation zeigen sie also schlechtere Leistungen als die Norm in mindestens einer der schulischen Grundkompetenzen Lesen, Rechtschreiben und Rechnen, obwohl ihre Intelligenz weit bessere Leistungen erwarten lassen würde. Bisherige Studien gingen demgegenüber davon aus, dass nur knapp zehn Prozent aller Kinder eine Lernstörung aufweisen.

Die neue Studie wurde im Rahmen des langfristig angelegten Forschungsprojekts RABE durchgeführt und beruht auf aktuellen Methoden der Intelligenz- und Schulleistungsmessung. RABE untersucht die Relevanz des Arbeitsgedächtnisses für das Auftreten von Lernstörungen.

Die Studie ergab zudem, dass bei insgesamt 23,3 Prozent der Kinder eine Lernschwäche in einer oder mehrerer der Grundkompetenzen besteht. Sie erbrachten bedeutend schlechtere Leistungen als der Durchschnitt. Bei mehr als der Hälfte dieser Kinder wurde zusätzlich die angesprochene deutliche Diskrepanz zwischen Intelligenz und Leistung und damit eine Lernstörung festgestellt.

„Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, das empirische Wissen zu Lernstörungen zu vertiefen“, erläutert Professor Dr. Marcus Hasselhorn, Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und einer der Projektverantwortlichen. RABE ist ein Verbundprojekt des DIPF, der Goethe-Universität Frankfurt, der Stiftung Universität Hildesheim und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Das Vorhaben ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsschwerpunktes „Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“.
Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes werden seit 2010 empirisch ausgerichtete Projekte gefördert. Sie sollen dazu beitragen, Kindern und Erwachsenen, die von Störungen im Bereich des Lesens, Rechtschreibens und Rechnens betroffen sind, eine individuelle, ursachenbezogene Diagnostik und evidenzbasierte Förderung zu ermöglichen. Das DIPF und das Klinikum der Universität München koordinieren die BMBF-Initiative. Vertreter der derzeit zwölf Projekte von 14 involvierten Institutionen kommen in den nächsten drei Tagen zu einer Fachtagung zusammen, um sich über aktuelle Ergebnisse auszutauschen. Auch die neuesten Befunde des RABE-Projekts werden dabei Thema sein.

Weitere Information
Studienergebnisse: Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, +49 (0) 69 / 247 08 -214,
E-Mail hasselhorn@dipf.de
Pressekontakt: Philip Stirm, Tel. +49 (0) 69 / 247 08 -123,
E-Mail stirm@dipf.de, www.dipf.de,
Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung,
Schloßstraße 29, 60486 Frankfurt a. M.

Philip Stirm | idw
Weitere Informationen:
http://www.dipf.de
http://www.esf-koordinierung.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics