Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leckeres und kalorienarmes Wildfleisch als Premiumprodukt aus Mecklenburg-Vorpommern

31.08.2009
Bundesweit einzigartige Studie analysiert detailliert Muskelfleisch von Wildtierarten

Aufgrund der ausgezeichneten Nährstoff- und Fettzusammensetzung eignet sich Wildfleisch ideal für die Entwicklung von Premiumprodukten.

Dies ist ein zentrales Ergebnis einer am Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) in Dummerstorf unter der Federführung von Dr. Karin Nürnberg durchgeführten Studie im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern (M-V).

"Wildfleisch ist nicht nur besonders schmackhaft, sondern weist auch höhere n-3 Fettsäure- und Vitamingehalte auf", so die Wissenschaftlerin vom Forschungsbereich Muskelbiologie und Wachstum des FBN.

Die dreijährige Untersuchung umfasste sowohl die Analyse der Makro- und Mikronährstoffe, der Vitamingehalte als auch die Fettzusammensetzung des Muskelfleisches von vier verschiedenen Schalenwildarten (jagdbare Huftiere). Zu den Hauptzielen gehörte dabei die Bestimmung des ernährungsphysiologischen Wertes von Wildtierarten aus M-V. Eine derartig detaillierte und zugleich umfangreiche Untersuchung ist bisher bundesweit einzigartig.

Die Ergebnisse der Studie werden von Donnerstag, den 10. bis Sonntag, den 13. September 2009 auf der MELA in Mühlengeez, der Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau, am Stand des FBN (siehe INFORMATION) in Broschürenform vorgestellt.

Als Naturprodukt besitzt Wildfleisch unter anderem einen geringen Fettgehalt und niedrige Anteile an gesättigten Fettsäuren. Es kann deshalb als kalorienarmes Lebensmittel bezeichnet werden. Der intramuskuläre Fettgehalt des Rückenmuskels beim Wildfleisch ist beispielsweise mit nur 1,0 bis 2,1 Prozent sehr niedrig. Im Vergleich zum Hausschwein und Rind weist das Schwarzwild, Rot- und Rehwild einen ernährungsphysiologisch günstigeren Gehalt an gesättigten Fettsäuren auf. Zudem liegt der Quotient aus den Omega-3- und Omega-6 Fettsäuren (n-3- und n-6) im Muskelfleisch bei Rot-, Reh- und Damwild in dem von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Bereich (? 5), während dieser Wert beim Haus-, aber auch beim Wildschwein darüber liegt. Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren (C18:3n-3; C18:2n-6) gehören zu den lebensnotwendigen Nährstoffen, die der Mensch nicht selbst produzieren und demzufolge nur über Nahrung aufnehmen kann.

Wildfleisch ist gleichzeitig auch ein wertvoller Lieferant für Spurenelemente, wie Eisen und Kupfer, und für Vitamin E. Ein Vergleich der Eisen-, Zink-, Kupfer- und Selenkonzentrationen im Muskel beim Schwarzwild im Vergleich zu den Gehalten beim Hausschwein zeigt, dass im Fleisch der Wildscheine weitaus höhere Gehalte für diese Elemente vorliegen. Insbesondere beim Eisen wurden etwa vierfach höhere Konzentrationen im Rückenmuskel im Vergleich zum Hausschwein gemessen. Eisen erfüllt im menschlichen Körper wichtige Funktionen unter anderem beim Transport des Sauerstoffs und bei der Regulation des Zellwachstums. In Bezug auf den Vitamingehalt ist die Vitamin E-Konzentration im Muskel von Rot-, Dam- und Rehwild deutlich höher als bei der Nutztierrasse Rind.

In dem zwischen Juni 2006 und August 2009 durchgeführten Projekt wurden die aktuellen Nährstoffdaten der Wildtierarten Rot-, Dam-, Reh- und Schwarzwild aus den Forstämtern Schildfeld und Torgelow, zwei repräsentativen Wald- und Landschaftsbiotopen, auf der Grundlage von chemischen Analysen erarbeitet. Der Einfluss des Alters, des Geschlechts und der Nahrungsgrundlage in den beiden Standorten auf die Nährstoffzusammensetzung wurde im Rahmen dieser Studie ermittelt.

Hintergrund
Der Fleischverbrauch liegt in der Bundesrepublik gegenwärtig jährlich bei etwa 88 Kilogramm pro Person. In der Beliebtheitsskala liegt Schweinefleisch an erster Stelle gefolgt von Geflügel- und Rindfleisch. Statistisch spielt der Wildfleischverzehr mit einem jährlichen Verbrauch von ca. 1,5 Kilogramm nach wie vor eine geringe Rolle. Allerdings nimmt die Nachfrage stetig zu.
Im Jagdjahr 2008/2009 wurden in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 155.115 Stück Schalenwild erlegt, was einer Erhöhung um etwa 15 Prozent gegenüber dem Jagdjahr 2006/2007 entspricht. Somit fallen etwa 3.500 Tonnen Wildfleisch jährlich an, die vorrangig über Wildhändler überregional vermarktet werden. Der größte Teil des Wildfleisches wird nach Berlin, Hamburg oder in andere Großstädte verkauft und demzufolge nicht für den einheimischen Markt verwendet.

Die Entwicklung hochwertiger Wildprodukte aus Mecklenburg-Vorpommern und deren Vermarktung unter dem Motto "NATÜRLICH WILD aus MV" unterstützt auch die Landeskampagne "MV tut gut". Die Kenntnis der Nährstoffzusammensetzung ist dabei eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung optimaler Marketingstrategien von Wildfleisch.

INFORMATION - Standort des FBN auf der MELA - 19. Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau
Präsentations- und Informationsstand rund um Muttermilch für neugeborene Kälber (Rinderkolostrum)
Halle 1, Stand Nr. 152, MAZ Messe- und Ausstellungszentrum Mühlengeez GmbH,
18276 Mühlengeez bei Güstrow
Das vor den Toren Rostocks angesiedelte Institut betreibt als Stiftung des öffentlichen Rechts und Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft Grundlagenforschung und angewandte Forschung auf dem Gebiet der Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam.
Ansprechpartner
Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN)
Forschungsbereich Muskelbiologie und Wachstum
Dr. rer. nat. Karin Nürnberg
Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf
T +49 38208 68 85 7
E knuernbg@fbn-dummerstorf.de
http://www.fbn-dummerstorf.de/fb6/knuernbg/knuernbg.htm
Dokumentation und Bibliothek
Dr. Gunther Viereck
Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf
T +49 38208 68 60 8
E viereck@fbn-dummerstorf.de

Norbert K. Borowy | idw
Weitere Informationen:
http://www.fbn-dummerstorf.de
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie