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Lebenserfahrung macht im Alter gelassen

09.01.2009
Senioren vergessen schlechte Erfahrungen schneller

Alte Menschen gehen mit negativen Erfahrungen besser um als junge. "Emotionen werden im Alter offenbar mehr rational als emotional verarbeitet", betont Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen.

Der Mediziner beruft sich auf eine aktuelle Studie an der Duke University in North Carolina, die in der Fachzeitschrift Psychological Science veröffentlicht wurde. In einem Experiment wurde bei zwei verschiedenen Altersgruppen die Reaktion des Gehirns auf negative Nachrichten gemessen. Dabei hatte sich die durchschnittlich 70-jährige, ältere Versuchsgruppe weit besser unter Kontrolle als die jungen Probanden.

Beim Experiment der US-Forscher betrachteten die Testpersonen Bilder, auf der neutrale oder sehr negative Ereignisse zu sehen waren, während sie mit funktioneller Magnetresonanz-Tomografie überwacht wurden. Nach einer halben Stunde baten die Forscher die Teilnehmer unerwartet, sich an die gezeigten Bilder zu erinnern. "Dabei stellte sich heraus, dass sich die älteren Teilnehmer an weniger negative Bilder erinnerten als die jüngeren Probanden", berichtet der Kölner Neurologe.

Während das Emotionszentrum im Gehirn beider Gruppen in sehr ähnlicher Weise arbeitete, zeigten sich wesentliche Unterschiede in der Interaktion mit anderen Hirnbereichen. Bei älteren Menschen geschehe laut Beil eine geringere Wechselwirkung zwischen Gefühlszentrum und dem Hippocampus, der für die Gedächtnisleistungen eine Rolle spielt. Gleichzeitig interagiert jedoch das Gefühlszentrum viel mehr mit den Regionen der Großhirnrinde, die an höheren Denkprozessen beteiligt sind und die Gefühle kontrollieren.

Diese Gelassenheit der Senioren schreibt Beil der größeren Lebenserfahrung zu. "Sie haben dadurch gelernt, mit belastenden Ereignissen besser umzugehen und in emotionsgeladenen Situationen gelassen zu bleiben", so der Neurologe. Das Problem von Menschen, die aufgrund von Depressionen und Angststörungen besonders an emotional herausfordernden Situationen leiden, könne durch die Studienergebnisse besser verstanden werden. Gleiches gelte auch für Krankheiten mit Gedächtnisstörungen, so Beil.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.duke.edu

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