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Laut Frost & Sullivan bringen Regierungsinitiativen den Europamarkt für geothermische Energie in Schwung

25.11.2009
Bis vor kurzem hat sich der Europamarkt für Geothermie nur zögerlich entwickelt – immer nur schubweise und auch nur in einigen wenigen Ländern. Ein allgemeiner Mangel an Interesse, kombiniert mit unzureichender öffentlicher Förderung und hohen Startkosten haben die Branche ins Abseits geraten lassen.

Im Zuge der Bemühungen um einen Stopp des Klimawandels gewinnt die Nutzung der Erdwärme jedoch langsam wieder an Bedeutung. Um die EU-Ausbauziele für erneuerbare Energien bis 2020 zu erreichen, unterziehen viele Regierungen diesen Sektor, der Grundlastenergie liefern und damit gleichzeitig die Ölabhängigkeit reduzieren kann, einer neuerlichen Prüfung.

Entsprechend prognostiziert die internationale Unternehmensberatung Frost & Sullivan (www.power.frost.com) dem Geothermiemarkt für die kommenden Jahre trotz vielfältiger Herausforderungen einen erheblichen Aufschwung.

„Lag die installierte Kapazität im Jahr 2009 noch bei 1.558 MW, dürften 2016 bereits rund 4.000 MW erreicht werden, sobald die Bohrpreise sinken und unabhängiger von der Öl- und Gasindustrie sind“, sagt Gouri Kumar, Branchenanalystin bei Frost & Sullivan. Die VorteiIe dieser Energiequelle liegen auf der Hand: Erdwärme ist kontinuierlich verfügbar, außerdem liegt ihr Kapazitätsfaktor bei nahezu 90 Prozent und ist damit weitaus höher als der von Wind- und Sonnenenergie.

Anders als andere regenerative Energien blieb die Geothermie von der Finanz- und Wirtschaftskrise relativ unberührt. Größte europäische Ländermärkte sind derzeit Italien, Island, die Türkei, Deutschland und Frankreich, gefolgt von Portugal, Österreich, Spanien, Ungarn und Großbritannien. Während die Erdwärme beispielsweise in Island die Hauptenergiequelle darstellt, hat sie in anderen Märkten wie Italien, der Türkei und Deutschland nur ergänzende Funktion.

„Wir gehen davon aus, dass die staatliche Unterstützung das Wachstum in den kommenden Jahren vorantreiben wird. Gleichzeitig dürften in Ländern wie Italien und Island infolge von Skaleneffekten die Finanzierungskosten erheblich sinken”, meint Kumar. „Die Länder, in denen die Geothermie bereits gut etabliert ist, werden auch weiterhin investieren, während noch junge Ländermärkte wie Deutschland und Frankreich die Wachstumschancen ausloten. Damit wird der Markt für Bohr- und andere Unternehmen attraktiver, die sich bisher von den hohen Kapitalkosten abschrecken lassen.”

Deutschland verfügt über nutzbare Geothermie-Ressourcen geringen bis mittleren Umfangs und hat aktuell rund 150 Geothermie-Kraftwerke in der Planung. Das größte Vorkommen gibt es im Süden Bayerns, in der Oberrheinregion und in Norddeutschland. Laut Frost & Sullivan wird sich Deutschland bis 2016 zum drittgrößten Ländermarkt Europas entwickeln und einen Anstieg von derzeit 13 MW auf dann 490 MW verzeichnen.

„Sobald genauere Informationen über die Ressourcen in den noch jungen Märkten vorliegen, werden sich auch mehr Unternehmen in dieser Branche engagieren – vor allem Serviceanbieter aus der Öl- und Gasindustrie, bei denen es wechselseitige Synergien mit der Geothermieindustrie gibt“, führt Kumar weiter. „So bieten sich für solche Firmen Diversifikationsmöglichkeiten in der Bohr- und Explorationsphase von Geothermieprojekten. Zudem lassen sich ihre Technologien und ihr Know-how in gewissem Umfang auf die Erdwärmegewinnung übertragen. Hier wird deutlich, dass eine bessere Kooperation zwischen den Sektoren nötig ist.“

Damit die Regierungen entsprechende Maßnahmen zur Förderung der Geothermie ergreifen, sind für den Strom aus dieser Quelle analog zu anderen erneuerbare Energien nationale und EU-weite Zielvorgaben erforderlich. Auch davon würden die neuen Technologien erheblich profitieren. „Einige Marktteilnehmer haben zudem vorgeschlagen, mehrere Bohrlöcher miteinander zu verbinden und in diesem Zuge mit Turbinen größerer Leistungskraft arbeiten zu können. Das würde ebenfalls zu Kosteneinsparungen führen und könnte dazu beitragen, dass Energieziele erreicht werden”, so Gouri Kumar abschließend. „Wie in den meisten Strommärkten spielt auch hier das Stromnetz eine Schlüsselrolle. Um höhere Lasten beim Strombedarf abdecken zu können, müssen die Länder in Forschung und in neue Versorgungsnetze investieren. Infrastruktur, Bohrmöglichkeiten und Ressourcenerschließung – all dies sind Bereiche, die momentan ein hohes finanzielles Engagement erfordern. Es ist höchste Zeit, dass Investoren und Gese llschaft umfassend über die Chancen und eventuellen Risiken der Geothermie aufgeklärt werden.

Bei Interesse an weiteren Informationen zu Frost & Sullivans neuster Studie „The European Geothermal Energy Market“ wenden Sie sich bitte unter Angabe Ihrer vollständigen Kontaktdaten an Katja Feick - Corporate Communications (katja.feick@frost.com). Die Informationen werden Ihnen dann per E-Mail zugesendet.

Über Frost & Sullivan
Frost & Sullivan ist eine weltweit tätige Unternehmensberatung, die in Partnerschaft mit ihren Kunden innovative Wachstumsstrategien entwickelt. Mit einem Serviceportfolio bestehend aus den Bereichen Growth Partnership Services, Growth Consulting und Corporate Training & Development unterstützt Frost & Sullivan seine Kunden dabei, eine auf Wachstum ausgerichtete Kultur zu etablieren und entsprechende Strategien umzusetzen.

Seit über 45 Jahren in unterschiedlichen Branchen und Industrien tätig, verfügt Frost & Sullivan über einen enormen Bestand an Marktinformationen und unterhält mittlerweile 40 Niederlassungen auf sechs Kontinenten. Der Kundenstamm von Frost & Sullivan umfasst sowohl Global-1000-Unternehmen als auch aufstrebende Firmen und Kunden aus der Investmentbranche.

Weitere Informationen zum Thema Growth Partnerships unter http://www.frost.com.

Kontakt:
Katja Feick
Corporate Communications – Europe
Clemensstr. 9
D – 60487 Frankfurt
Tel.: +49 (0) 69 7703343
E-Mail: katja.feick@frost.com

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com

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