Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laserdrucker-Emissionen schädigen Lungenzellen

19.03.2010
Veränderte DNA in Zellkultur-Versuchen gefunden

Die feinen Partikel, die Kopierer und Laserdrucker an die Raumluft abgeben, stellen sich immer deutlicher als gesundheitsschädlich heraus. Umweltmediziner vom Freiburger Universitätsklinikum konnten erstmals nachweisen, dass die Emissionen mancher Laserdrucker die Desoxyribonukleinsäure (DNA) von Lungenzellen schädigen. Welches Gesundheitsrisiko mit der Nutzung von Laserdruckern tatsächlich verbunden ist, soll nun in weiteren Studien mit Probanden ermittelt werden.

Copyshop-Mitarbeiter in Mitleidenschaft

Bei Kopierern und Laserdruckern konnte man schon bisher außer flüchtigen organischen Verbindungen auch Partikel im Nano- bis Mikrometergröße in den Emissionen feststellen (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/090212027/ ) . Der Verdacht liegt nahe, dass diese feinen Partikel über die Lunge aufgenommen werden, in den Lungenzellen reaktive Sauerstoffspezies induzieren und als Folge die DNA schädigen können. „In Studien an Mitarbeitern in Copyshops in Indien konnte man bereits DNA-Schäden in Zellen der Mundschleimhaut nachweisen“, so Studienautor Richard Gminski gegenüber pressetext.

In der Untersuchung nahmen die Freiburger Forscher nun fünf Drucker in jeweils einer Emissionskammer der Größe eines Kubikmeters in Betrieb. „Die so erzeugte Partikelkonzentration entspricht zwar nicht exakt derjenigen in Büroräumen, doch werden somit andere Faktoren wie etwa Hausstaub ausgeschlossen“, erklärt der Forscher. Die aufgefangenen Emissionen leitete man auf Kulturen menschlicher Lungenzellen. Dabei kam ein System zum Einsatz, das Expositionen direkt an der Grenzschicht zwischen Luft und Zelle erlaubt und somit sehr nahe an der Realität liegt.

Beschädigte DNA in Lungenzellen

Während der Druckphase von einer Stunde beeinflussten die Druckeremissionen zwar nicht die Lebensfähigkeit der Zellen. Allerdings ließen die Ausstöße von zwei Geräten die Mikrokernrate in den Lungenzellen im Vergleich zu reiner Luft ansteigen. Diese genetische Veränderung gilt als Hinweis dafür, dass Chromosomen gebrochen oder der Spindelapparat in seiner Funktion gestört wurde. „Auslöser für diese DNA-schädigenden Effekte dürften die feinen und ultrafeinen Partikel sein. Diskutiert werden auch Schwermetalle wie Arsen und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), mit denen handelsübliche Tonerpulver kontaminiert sein können“, so Gminski.

Um den möglichen Risiken der Exposition gegenüber Tonerstaub und Emissionen aus Kopierern und Laserdruckern aus dem Weg zu gehen, gibt es bereits von mehreren Fachstellen Empfehlungen für den Büroalltag. Das Deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt http://www.helmholtz-muenchen.de rät etwa, bei Druckern und Kopierern die Nutzungs- und Wartungsvorschriften der Hersteller einzuhalten, auf sachgerechte Aufstellung möglichst weit weg von den Mitarbeitern und auf gute Belüftung zu achten sowie die Gebläseöffnung vom Nutzer abzuwenden. Auch die Verwendung von Geräten mit dem Prüfsiegel „Blauer Engel“ sei zu empfehlen.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-freiburg.de/iuk/live/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17
24.07.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu Sprachdialogsystemen und Mensch-Maschine-Kommunikation in Saarbrücken

24.07.2017 | Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft

24.07.2017 | Energie und Elektrotechnik

Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17

24.07.2017 | Studien Analysen

Netzwerke statt Selbstversorgung: Wiesenorchideen überraschen Bayreuther Forscher

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie