Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Landesfuhrpark im E-Check

23.11.2012
Fraunhofer IAO zeigt Potenziale für einen verstärkten Einsatz von E-Fahrzeugen im Landesfuhrpark auf
Im Auftrag des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur hat das Fraunhofer IAO in einer sechsmonatigen Pilotuntersuchung die Potenziale für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in der zentralen Fahrbereitschaft des Landes beim Regierungspräsidium Stuttgart erforscht. Verkehrsminister Hermann und Regierungspräsident Schmalzl wollen damit die ökologische Modernisierung der Fahrzeugflotte voranbringen.

Das Ergebnis zeigt, dass bis zu 26 Prozent der konventionell angetriebenen Fahrzeuge durch elektrisch angetriebene Fahrzeuge ersetzt werden könnten. Bei voller Ausschöpfung dieses Potenzials können monatlich bis zu 4,2Tonnen CO² vermieden werden. »Wir hatten mit einem positiven Ergebnis gerechnet. Dass es so eindeutig ausfällt, lag nicht von vornherein auf der Hand.« Mit diesen Worten zeigten sich Verkehrsminister Hermann und Regierungspräsident Schmalzl beeindruckt »elektromobilisiert.de«. »Damit bietet das Fraunhofer IAO einen Komplett- Service für den Umstieg von Fuhrparks auf Elektromobile – von der Analyse, über mögliche Elektromobilisierungs-Szenarien bis hin zum Testlauf und Praxiseinsatz«, erläuterte der stellvertretende Institutsleiter Professor Wilhelm Bauer.

Parallel zum Flottenversuch hat das Fraunhofer IAO eine Fuhrparkanalyse durchgeführt und außer den Potenzialen auch die Kosten einer Elektrifizierung ermittelt. Die Mehrkosten liegen beispielsweise beim Einsatz von sieben bis 14 Fahrzeugen vom Typ A-Klasse E Cell zwischen 197 und 226 € pro Monat und Auto.

Verkehrsminister Hermann will weitere Teile des Landesfuhrparks untersuchen lassen. Durch eine stärkere Berücksichtigung der Elektrofahrzeuge bei der jährlichen Ersatzbeschaffung im Rahmen des Leasings sollen vorhandene Potenziale bis zum Jahr 2015 sukzessive erschlossen werden. Darüber hinaus soll geprüft werden, in welcher Weise und in welchem Umfang eigene Fahrzeuge durch Fremdfahrzeuge ersetzt werden können, z.B. durch die Kooperation mit Car-Sharing-Organisationen.

Nachhaltige Mobilität hat viele Facetten. Das Elektroauto ist eine davon, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. »Wir wollen nicht warten, sondern testen. Dazu brauchen wir Pioniere. Der mit viel Mehrarbeit für das Regierungspräsidium Stuttgart verbundene Feldversuch und die Studie des Fraunhofer IAO bringen nützliche Erkenntnisse für die ökologische Modernisierung des Landesfuhrparks«, sagte Verkehrsminister Hermann. »Potenzial ist da, man muss es nur nutzen und natürlich auch bezahlen können.«

Das Elektroauto ist in der Anschaffung teurer als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dafür sind die Betriebskosten geringer. Betriebswirtschaftlich ist das Elektromobil also dann von Vorteil, wenn es gut ausgelastet ist. Je nach Vergleichsfahrzeug kann sich ein Elektroauto am Regierungspräsidium Stuttgart schon ab 76 Kilometer pro Arbeitstag rechnen. Das hat die Untersuchung des IAO bestätigt. Daher stehen Fuhrparks, in denen sich mehrere Personen Autos teilen, und Kurierfahrzeuge, die auf kurzen Strecken, aber ständig unterwegs sind, im Fokus.

Das Regierungspräsidium unterhält am Standort Stuttgart eine ca. 70 PKW umfassende Fahrzeugflotte, die allen Dienststellen der Landesverwaltung in Stuttgart für Dienstreisen zur Verfügung steht, sofern die Reisen nicht mit Bahn oder ÖPNV erfolgen können. Daneben betreibt das Regierungspräsidium mit Kleinbussen und Kombifahrzeugen Kurierfahrten für den Akten- und Materialtransport in Stuttgart und zu den Außenstellen im Regierungsbezirk. Insgesamt werden mit dieser Fahrzeugflotte pro Jahr über zwei Millionen Kilometer zurückgelegt. In einem dreimonatigen Flottenversuch mit vier vom Fraunhofer IAO zur Verfügung gestellten und drei zusätzlich geleasten Elektrofahrzeugen konnten sich die Nutzer des Fuhrparks von der Alltagstauglichkeit und den Möglichkeiten dieser Antriebsart überzeugen. Das Echo war überwiegend positiv. »Wir werden an diesem Thema dranbleiben und die Elektromobilität im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten weiter ausbauen«, so Regierungspräsident Schmalzl.

Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur setzt in den Jahren 2012 bis 2015 bis zu fünf Millionen Euro Landesmittel aus der Landesinitiative Elektromobilität II ein, um Elektromobilität, die sich aus regenerativen Energiequellen speist, sowohl auf vier als auch auf zwei Rädern und im ÖPNV voranzubringen.

Ansprechpartner:
Florian Klausmann, Fraunhofer IAO
Telefon +49 711 970-2315
florian.klausmann@iao.fraunhofer.de

Juliane Segedi | idw
Weitere Informationen:
http://www.elektromobilisiert.de/
http://www.iao.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie