Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zum Lachen braucht man keinen Sinn für Humor

26.07.2010
Erstaunlich wenig Differenzen zwischen Frauen und Männern

Die Art des Humors variiert unter Menschen sehr stark. Vieles davon ist erlernt oder kulturell beeinflusst. Nun hat ein US-Forscherteam entdeckt, dass es erstaunlich wenig Differenzen darüber gibt, worüber Frauen und Männer lachen. Die jüngste Studie im Wissenschaftsmagazin Journal of Pragmatics widerlegt auch die Annahme, dass Frauen mehr lachen als Männer.

Einen Unterschied in der Art und Weise des Humors gibt es zwischen den Geschlechtern jedoch schon. In der Interaktion miteinander sind es schon am Schulhof die Jungen, die die Mädchen mit ihren Scherzen zum Lachen bringen. Studienleiter Robert Provine, Professor für Psychologie an der University of Maryland http://www.umbc.edu hat beim Studium von Kontaktanzeigen ähnliche Verhaltensweisen festgestellt. Männer werben mit ihrem "guten Sinn für Humor" und Frauen wünschen sich einen lustigen Mann zum Partner. Provine geht davon aus, dass dieses Verhalten durch sexuelle Selektion entstanden ist. Frauen, die vor Männern lachen, erweisen ihnen damit ihre Ehre.

Männliche Witze als Machtdemonstration

Eine andere Möglichkeit ist, dass die Differenz beim Humor eher kulturell als biologisch determiniert ist. Viele Studien haben gezeigt, dass dominante Individuen - von Häuptlingen bis hin zu Wirtschaftsbossen - dazu neigen Humor zu instrumentieren. Untergebene machen das in der Regel seltener. Damit wird das Lachen zu einer Demonstration der Macht. Exzessives weibliches Gelächter in einer gemischten Runde könnte ein Hinweis darauf sein, dass Männer immer noch mehr Macht haben als Frauen, meint der Forscher.

Michael Titze, psychologischer Psychotherapeut und Lachforscher http://www.michael-titze.de bestätigt im pressetext-Gespräch die Befunde des anerkannten Humorforschers Provine. "Im männlichen Humor drückt sich eine Einstellung zum Wettbewerb und zur Status bezogenen Selbstdarstellung aus. Das Erzählen von Witzen läuft typischer Weise auf das Ziel hinaus, sich auf Kosten anderer zu profilieren - oftmals im Konkurrenzkampf mit männlichen Mitstreitern", erklärt Titze. Der maskuline Stil ist somit auf die Anerkennung des Publikums angewiesen, um durch positive Resonanz die Bestätigung zu erhalten, dass seine Selbstdarstellung erfolgreich war.

"Der feminine Humor hingegen zielt auf die Schaffung von Nähe und Vertrautheit im sozialen Kontext ab und dient primär der Befriedigung von Gruppenbedürfnissen", so Titze. Konkurrenzdenken werde dabei eher vernachlässigt. "Von Frauen verwendete Witze beinhalten häufig selbstironische Elemente, die den eigenen Status reduzieren können, was sich sozial verbindend auswirkt."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.umbc.edu

Weitere Berichte zu: Humor Konkurrenzkampf Machtdemonstration Selbstdarstellung Witze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten