Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebs: Wachstumsstress stört genetischen Code

28.02.2013
Neue Therapie mit mehr Nährstoffen könnte Gefährlichkeit verringern

Die Art und Weise, in der Krebs seinen genetischen Code völlig chaotisch macht, um wuchern zu können, haben Wissenschaftler des London Research Institute und des UCL Cancer Institute jetzt geklärt. Krebszellen innerhalb eines Tumors können sehr unterschiedlich sein.


Krebs: Beim Wachstum kann ein genetisches Chaos entstehen (Foto: SPL)

Das hilft ihnen dabei, Medikamenten zu widerstehen und sich im Körper auszubreiten. Die in Nature http://nature.com veröffentlichte Studie zeigt, dass Zellen, die ihr Rohmaterial aufgebraucht hatten, "gestresst" wurden und Fehler beim Kopieren ihres genetischen Codes machten. Mehr Nährstoffe könnten den Krebs sogar weniger gefährlich machen.

Chromosomen-Zahl unterschiedlich

Die meisten normalen Zellen im menschlichen Körper enthalten 46 Chromosome oder Bündel von genetischem Code. Manche kanzeröse Zellen verfügen über mehr als 100 Chromosome. Dieses Muster ist nicht einheitlich. Benachbarte Zellen können eine ganz verschiedene Anzahl an Chromosomen haben. Diese Unterschiedlichkeit hilft Tumoren dabei nicht behandelbar zu werden und sich in neue Teile des Körpers auszubreiten. Die Forschung konzentriert sich immer mehr darauf, wie der Krebs daran gehindert werden kann, sich zu verändern.

Das Team um Charles Swanton versuchte herauszufinden, wie der Krebs überhaupt dazu gekommen ist, so wandelbar zu sein. Es wurde angenommen, dass die Aufteilung der Chromosomen bei der Teilung einer Krebszelle in zwei neue Zellen nicht gleichmäßig erfolgt.

Die durchgeführten Tests bei Darmkrebs lieferten dafür jedoch kaum Beweise. Es zeigte sich vielmehr, dass das Problem durch das Kopieren des genetischen Codes des Krebses entstand. Krebszellen müssen Kopien von sich selbst herstellen. Gehen den Zellen die Bausteine ihrer DNA aus, kommt es zu einer Überlastung bei der DNA-Replikation. Dieser Stress führte laut Studie zu Fehlern und zur Verschiedenheit der Tumore.

Hoffnung auf neue Behandlungsansätze

Laut Swanton ist dieser Vorgang mit dem Bauen eines Gebäudes vergleichbar, bei dem nicht ausreichend Ziegel oder Zement für das Fundament vorhanden sind. "Können die DNA-Bausteine zur Verfügung gestellt werden, dann kann man auch den Stress bei der Replikation einschränken und damit vielleicht einen neuen Behandlungsansatz finden." Er räumt ein, dass die Vorstellung, dem Krebs Nahrung zu liefern, um ihn zu behandeln, einfach falsch sein könnte. Bewiesen sei hingegen, dass der Stress bei der Replikation das Problem sei und dass neue Ansätze entwickelt werden könnten, um dieses Problem zu lösen. Ob der gleiche Stress auch bei anderen Tumorarten zur Diversität führt, ist unklar.

Die Forscher identifizierten drei Gene, die bei unterschiedlichen Darmkrebszellen häufig verloren gehen. Sie sind bei der Entstehung der Überlastung durch die DANN-Replikation von entscheidender Bedeutung. Alle diese Gene befanden sich in einem Bereich von Chromosom 18. Laut Nic Jones von Cancer Research UK http://cancerresearchuk.org ist diese Region bei vielen Krebsarten betroffen. Damit liege nahe, dass dieser Vorgang nicht nur bei Darmkrebs stattfindet.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.london-research-institute.org.uk
http://www.ucl.ac.uk/cancer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE