Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebs: Neues Verfahren ermöglicht später Vaterschaft

02.07.2014

Erste Versuche mit Mäusen erfolgreich durchgeführt

Eine Probe gefrorener Hoden haben Wissenschaftler der Yokohama City University http://www.yokohama-cu.ac.jp benutzt, um lebenden Nachwuchs bei Experimenten mit Mäusen zu erzielen.


Sperma: Neue Hoffnung für krebskranke Jungen

(Foto: flickr.com/Toby)

Dieser Durchbruch könnte eine wichtige Bedeutung für Jungen mit Krebs haben, die aufgrund der Chemotherapie unfruchtbar geworden sind. Fruchtbarkeitsexperten wie Allan Pacey von der University of Sheffield http://www.sheffield.ac.uk erklärten laut BBC, dass diese Forschungsergebnisse sehr vielversprechend seien und sie hofften, dass bald auch klinische Studien durchgeführt werden können.

Spermaproben können bei erwachsenen Männern vor dem Beginn der Krebsbehandlung eingefroren werden. Damit könnten die Betroffenen später Vater werden, auch wenn die Medikamente die Hoden schädigen.

Diese Möglichkeit besteht bei Jungen nicht, die die Pubertät noch nicht hinter sich gebracht haben. "Mit der steigenden Anzahl von Krebserkrankungen bei Kindern ist die Fruchtbarkeit für die Patienten und ihre Familien zu einem wichtigen Thema geworden," betonen die Autoren der Studie.

Mäuse mit gesundem Nachwuchs

Für die Studie froren die Wissenschaftler eine Hodenprobe von Mäusen fünf Tage nach dem die Tiere auf die Welt gekommen waren ein. Eine Reihe von Methoden zur assistierten Reproduktion wie künstliche Befruchtung und das Injizieren eines teilweise entwickelten Spermiums in eine Eizelle wurden in der Folge zur Anwendung gebracht. So entstand Mäusenachwuchs, der in der Lage war, sich zu vermehren und eine weitere Generation gesunder Tiere zu ermöglichen.

Durchführung beim Menschen schwerer

Der leitende Wissenschaftler Takehiko Ogawa erklärte gegenüber der BBC, dass dieses Experiment das erste Mal bei Tieren angewendet worden sei. "Es wird noch einige Jahre dauern, bevor das auch beim Menschen durchgeführt werden kann. Das ist alles andere als einfach. Wir arbeiten derzeit an Proben von Menschen, die einen sehr großen Unterschied zu den Tierproben aufweisen. Ich muss einen Trick finden, damit es funktionieren kann. Daher ist es sehr schwer vorherzusagen, wie lange die Entwicklung eines Verfahrens dauern wird."

Neuer Mut für die Betroffenen

Ein Erfolg würde laut dem Wissenschaftler den betroffenen Kindern und ihren Familien Mut machen. Er habe beobachten können, welche Bedeutung es für das Leben von Männern gehabt habe, dass ihr Sperma eingefroren werden kann. Die Forschungsergebnisse wurden in dem Fachmagazin Nature Communications http://www.nature.com/ncomms veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Berichte zu: BBC Befruchtung Eizelle Hoden Krebs Krebserkrankungen Mäuse Nachwuchs Sperma Spermaproben Studie Vaterschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften