Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krankenhäuser können 600 Millionen Euro an Energiekosten sparen

16.11.2011
- Krankenhäuser müssen effizienter, smarter und nachhaltiger werden
- Innovationsführerschaft und Markteinführung erfordert politische Initiative

Deutsche Krankenhäuser könnten bundesweit jährlich ca. 600 Millionen (Mio.) Euro Energiekosten und dabei 6 Mio. Tonnen umweltschädliches CO2 einsparen. „Blue Hospital“ – die Kombination von Qualität, Ökonomie und Effizienz in allen Bereichen des Krankenhauses mit dem Ziel der langfristigen Wirksamkeit – bietet vor diesem Hintergrund die Chance, bisher ungenutzte Einsparpotenziale auszuschöpfen, deutliche Effizienz- und Qualitätssteigerungen zu erzielen und damit den Medizintechnikstandort Deutschland zu stärken.

Das Spektrum der Technologien und Maßnahmen reichen dabei von klassischen Energiesparkonzepten über die Emissionsminderung bis hin zu integrierten Lösungen für den umfassenden nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit wertvollen Ressourcen. Durch das Zusammenspiel von moderner Gebäudeautomation, effizienten klinischen Pfaden und intelligenter Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, Medizintechnik sowie Informations- und Kommunikationtechnik lassen sich nicht nur Energieeinsparungen von bis zu 40 Prozent, sondern auch deutlich mehr Patientenkomfort und damit Wettbewerbsvorteile erzielen. Das zeigt das neue VDE-Positionspapier „Blue Hospital“, das von einer interdisziplinär besetzten Expertengruppe der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE erarbeitet wurde.

Workflows, Hightech-Modernisierung, Gebäudetechnik im Fokus
Um die Chance „Blue Hospital“ zu nutzen, müssen dem VDE zufolge vor allem drei Aufgaben angegangen werden: die Optimierung der Betriebsabläufe bzw. Netzwerke und der Kapazitätsauslastung (Workflow), die Erneuerung und Modernisierung der Medizinprodukte sowie der informations- und kommunikationstechnischen Systeme sowie die Verbesserung der Energieeffizienz in Gebäuden (Facility Management). In allen drei Bereichen ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Bauherrn, Nutzern, Architekten bzw. Betriebsorganisationsplanern und dem Personal erforderlich, um – wie von der VDE-Expertengruppe geplant – Werte für künftige Standards und Zertifikate zu erarbeiten und signifikante Verbesserungen zu erreichen.

Im Hinblick auf den Workflow sind die Netzwerke im Krankenhaus ein wichtiger Ansatzpunkt. Eine intelligente Planung, die Optimierung der Kapazitätsauslastung, die Umsetzung intermodaler (sektorübergreifender) Workflow-Konzepte und ähnliche Maßnahmen tragen entscheidend dazu bei, CO2-Emissionen zu reduzieren. Auch im Gesamtsystem von Gebäude-Leittechnik, Medizinprodukten sowie Informations- und kommunikationstechnischen Systemen können CO2-Emissionen eingespart werden. Dazu gehört die nachhaltige Erneuerung und Modernisierung der Gesamtsysteme, der Einsatz alternativer Technologien und Energieerzeuger sowie die Sensibilisierung der Mitarbeiter und Patienten für umweltschonendes Verhalten. Und schließlich ermöglichen es intelligente ganzheitliche Workflows, Beleuchtungs-, Heiz- und Kühlkonzepte, die Energieeffizienz bestehender Gebäude zu steigern, auch mit erneuerbaren Energien und mit einer möglichst weitgehenden Anwendung von Passivhaus-Kriterien.

Initiative für Paradigmenwechsel und deutsche Vorreiterrolle gefordert
Der Paradigmenwechsel zu mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen bedeutet für alle Beteiligten eine große Chance. So können Unternehmen der Medizintechnikbranche durch die Entwicklung effizienter Medizinprodukte, strukturierte Investitionen und neue Geschäftsmöglichkeiten (Consulting) ihre Marktchancen erhöhen und einen wichtigen Beitrag zur deutschen Innovationsführerschaft im Zukunftsmarkt „Blue Hospital“ leisten. Auch Architekten, Krankenhausplaner, Leistungserbringer und Kostenträger bietet das Zukunftsthema wichtige Vorteile – von der Geschäftsfelderweiterung, Wettbewerbsdifferenzierung und Marktpositionierung über Energie- und Kosteneinsparungen bis hin zu Effizienz-, Qualitäts- und Imagesteigerungen.

Allerdings ist „Blue Hospital“ kein Selbstläufer. Um den Paradigmenwechsel zu beschleunigen und die Chancen für das Gesundheitswesen und den Wirtschaftsstandort zu nutzen, sind aus Sicht der VDE-Experten alle Beteiligte (Architekten, Planer, Hersteller, Politik, Ärzte, Patienten, Krankenhausbetreiber und Mitarbeiter) gemeinsam gefordert. Die VDE-Empfehlungen umfassen dabei insbesondere wichtige Impulse für die Implementierung des „Blue Hospitals“ um nachhaltig die Vorreiterrolle Deutschland für technologische Anwendungen im Gesundheitswesen zu sichern.

Das Positionspapier wurde von Experten der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (VDE|DGBMT) erarbeitet und ist im InfoCenter unter www.vde.com erhältlich.

Pressekontakt: Melanie Mora, Telefon: 069 6308-461, melanie.mora@vde.com

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise