Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KPMG-Umfrage: Automobilbranche befindet sich bei innovativen Themen in der Zwickmühle

07.01.2015

Die Entwicklung neuer Antriebstechnologien, innovativer Mobilitätsdienstleistungen und vernetzter Fahrzeuge hat nach Ansicht führender Automobilexperten vorerst untergeordnete Bedeutung für die Branche. Ebenso wenig erwarten diese in den nächsten fünf Jahren umwälzende Änderungen in den Geschäftsmodellen.

Die beherrschenden Themen bis 2020 bleiben nach Ansicht der Fachleute das Wachstum in den Schwellenländern und die Optimierung des Verbrennungsmotors. Das hat eine weltweite KPMG-Umfrage unter 200 Führungskräften von Herstellern, Zulieferern, Händlern, Finanz- und Mobilitätsdienstleistern ergeben, die heute im Vorfeld der Detroit Motor Show veröffentlicht wurde.

Ganz oben auf der Agenda der kommenden zehn Jahre steht für 56 Prozent der Branchenexperten das Wachstum in den Schwellenländern.

Große Bedeutung misst jeweils die Hälfte der Befragten auch der Optimierung des Verbrennungsmotors sowie einer zunehmenden Verwendung von Plattformen und Standardmodulen bei. Strategische Innovationen wie Mobilitätsdienstleistungen, vernetzte und selbstfahrende Fahrzeuge spielen dagegen nach Ansicht der wenigsten bis 2025 eine wichtige Rolle für die Geschäftsstrategie.

Auch was die Kriterien für einen Autokauf angeht, ist die Meinung der Experten traditionell geprägt. So geht die Mehrheit der Befragten davon aus, dass Kraftstoffverbrauch (67 Prozent), Sicherheit (53
Prozent) und Komfort (52 Prozent) in den kommenden fünf Jahren maßgeblich für eine Kaufentscheidung sein werden. Die Vernetzung eines Fahrzeugs, Telematikdienste und alternative Antriebe dagegen spielen bis 2020 beim Autokauf nur nach Meinung weniger Fachleute eine wichtige Rolle.

Dieter Becker, Global Head of Automotive bei KPMG: "Die Branche steht von zwei Seiten mächtig unter Druck: Zum einen erlassen Regierungen immer strengere Klimaschutzauflagen, sodass die Hersteller viel Geld in die Optimierung der Verbrennungsmotoren und die Entwicklung neuer Antriebstechnologien stecken müssen. Auf der anderen Seite werden die Kunden immer technikaffiner und verlangen beim Thema Mobilität immer mehr innovative Dienstleistungen und Angebote rund ums vernetzte Auto. Ich fürchte, die Bedeutung dieser Themen, und deren Bearbeitung in dem tradierten Geschäftsmodell, wird in vielen Unternehmen stark unterschätzt. Dabei steckt gerade hier enormes Wachstumspotenzial."

Ungeachtet des Aufkommens von Branchenneulingen wie Google oder Apple im Zuge neuartiger Mobilitätslösungen dürfte die globale Automobilwelt vorerst nicht auf den Kopf gestellt werden. Umwälzende Änderungen in den Geschäftsmodellen werden nicht erwartet. Die überwiegende Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass die etablierten Hersteller auch in den kommenden zehn Jahren die Branche dominieren werden und dass die Kundenbeziehung zumindest bis 2020 vorwiegend über die Hersteller läuft. Die Zulieferer dürften den Atem der neuen Wettbewerber aus der Technologie- und Telekommunikationsbranche noch am ehesten im Nacken spüren. Diesen dürfte im Zuge der Entwicklung neuer Mobilitätsdienstleistungen eine immer wichtigere Rolle zukommen.

Dieter Becker: "Je stärker sich Mobilitätsdienstleistungen mit vernetzten Kommunikationslösungen als eigene Gattung etablieren, desto wichtiger sind ein starkes Markenimage und eine selbstbewusste Positionierung, um sich gegen die neuen Wettbewerber erfolgreich wehren zu können. Die traditionellen Hersteller dürfen nach meiner Überzeugung im Autokäufer nicht einfach nur den Fahrer eines Autos sehen. Sie müssen das gesamte Lebensumfeld ihrer Kunden berücksichtigen und die Geschäftsmodelle am immer stärker werdenden Total Cost of Ownership-Gedanken ausrichten.

Nur, wenn sie in der Lage sind, wirklich maßgeschneiderte Angebote zu machen, werden sie nachhaltige Kundenbeziehungen aufbauen und erhalten können. Und auch wenn Technologie- und Telekommunikationsanbieter die traditionellen Hersteller noch nicht ersetzen können, dringen sie doch zumindest in die Domäne der Zulieferer ein. Einzelkomponenten sind zunehmend standardisiert und Software sowie Dienstleistungsangebote rund ums Fahrzeug werden immer wichtiger. Die Automobilhersteller haben meines Erachtens aufgehört, in allen Bereichen des Fahrzeugs die unangefochtenen Innovationstreiber zu sein."

Uneinheitliches Bild bei alternativen Antriebstechnologien Umstritten ist unter den Fachleuten die Frage, welche Technologie in den kommenden fünf Jahren die größte Nachfrage erfahren dürfte. Fast gleichauf liegen hier nach Einschätzung der Branchenexperten Plug-in-Hybridfahrzeuge, Batterie- und Brennstoffzellenbetriebene Autos. Plug-in-Hybridfahrzeugen werden immer noch die besten Chancen eingeräumt, sich als Technologie bis 2020 durchzusetzen - allerdings ist hier die Zustimmungsrate seit 2013 von 36 auf 30 Prozent gesunken. Auf den Batterieantrieb setzen 29 Prozent der Befragten.
Bei Wasserstoffzellen-Fahrzeugen ist die Quote in den vergangenen zwei Jahren am stärksten gestiegen: von 17 auf 27 Prozent.

Durchbruch selbstfahrender Autos und von Elektromobilität lässt auf sich warten

Auch wenn es bereits erste erfolgreiche Pilotprojekte im Bereich selbstfahrender Autos gibt, wird deren Durchbruch nach Überzeugung der meisten Fachleute aus Europa, Nordamerika und China noch mindestens 20 Jahre auf sich warten lassen. Optimistischer sind die Erwartungen in Japan und Korea ("10-20 Jahre").

Ähnlich verhalten schätzen die Befragten die Zukunft von Elektroautos ein - zumindest in Westeuropa und China. In Westeuropa rechnen 68 Prozent und in China sogar 92 Prozent der Experten für das Jahr 2025 bei den Neuzulassungen mit einem Anteil von maximal 15 Prozent. Ganz anders urteilen die Automobilfachleute in Nordamerika:
hier gehen wiederum 60 Prozent davon aus, dass mindestens 16-20 Prozent der Neuzulassungen in zehn Jahren auf Elektrofahrzeuge entfallen werden.

Pressekontakt:
KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Marita Reuter/Thomas Blees
Tel.: (0 30) 20 68-11 18, -1408
E-Mail: mreuter@kpmg.com / tblees@kpmg.com

KPMG im Internet: www.kpmg.de

Marita Reuter/Thomas Blees | KPMG / presseportal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen