Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KPMG-Analyse: Großteil der gesetzlichen Krankenkassen hat Prozessmanagement etabliert

10.08.2009
Vollständige Integration in Unternehmensstrategie steht noch aus

Ein Großteil der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland hat bereits ein Prozessmanagement eingeführt. Aber: Eine vollständige Integration des Prozessmanagements in die Unternehmensstrategie ist bei der Mehrzahl der gesetzlichen Kassen noch nicht erreicht.

Dies hat eine repräsentative KPMG-Analyse mit dem Titel „Status quo des Prozessmanagements in gesetzlichen Krankenversicherungen“ ergeben, die unter 25 gesetzlichen Kassen durchgeführt wurde. Auf Basis der Versichertenanzahl von über 12 Millionen im Jahr 2008 entspricht dies einem Marktanteil von rund 18 Prozent.

Untersucht wurde der Status quo der Prozessdokumentation, die Steuerung von Geschäftsprozessen und die Einbindung des Prozessmanagements in die Unternehmensstrategie. Ergebnis: Bei über 60 Prozent der befragten Kassen herrscht bereits ein solides Prozessdenken, aber die kontinuierliche Prozessverbesserung durch die vollständige Implementierung von Kennzahlen in die Unternehmensstrategie ist erst bei 16 Prozent erreicht.

Um die wesentlichen Ergebnisse der Studie einordnen zu können, wurden diese aus dem Blickwinkel des von KPMG entwickelten „Reifegradmodells der organisatorischen Steuerung“ bewertet. Das Reifegradmodell beschreibt unterschiedliche Entwicklungsstufen des Prozessmanagements in einem Unternehmen – von einer gegenwartsorientierten, reaktiven (Entwicklungsstufe I) bis zu einer zukunftsorientierten, strategischen Organisationssteuerung (Entwicklungsstufe III). Die Einordnung ergab, dass rund 60 Prozent der befragten Kassen in der Entwicklungsstufe II, der Phase der „taktischen Organisationssteuerung“, angekommen und somit bei der Etablierung eines effizienten Prozessmanagements bereits weiter fortgeschritten sind. Entwicklungsstufe III, eine „strategische Organisationssteuerung“, die sich durch die kontinuierliche Nutzung von Kennzahlen zur Prozessverbesserung auszeichnet, ist jedoch erst bei 16 Prozent der Kassen festzustellen. Rund 20 Prozent der befragten Krankenkassen befinden sich derzeit noch in der Entwicklungsstufe I, der „reaktiven Organisationssteuerung“. Diese Kassen beginnen erst mit der Prozessdokumentation. Es wird noch keine strategische Prozesssteuerung durchgeführt.

Prof. Dr. Volker Penter, Partner und Leiter des Bereichs Health Care bei KPMG: „Insgesamt hat rund ein Drittel der Kassen über 75 Prozent der Prozesse dokumentiert. Eine vollständige Prozessdokumentation findet man am häufigsten in den befragten großen Kassen. Auffällig ist, dass die Bereiche des Beitragseinzuges und der Leistungsbereich meist stark dokumentiert sind, der Bereich Finanzen dagegen am wenigsten – hier können die Kassen ansetzen und die Dokumentation ausbauen. Ein weiterer Punkt ist die Regelmäßigkeit der Dokumentation: Da diese überwiegend nur bei Bedarf aktualisiert wird, ist sie in einem dynamischen Marktumfeld oft nicht unbedingt nachhaltig. Eine stärkere Regelmäßigkeit könnte hier die Aussagekraft erhöhen.“

Die Einführung des Gesundheitsfonds stellt momentan eine der größten Herausforderungen für die Krankenkassen in Deutschland dar. Obwohl sich die Auswirkungen auf die Wettbewerbslandschaft der gesetzlichen Krankenversicherung nicht definitiv vorhersagen lassen, zeichnen sich Tendenzen der Veränderung ab. Prof. Dr. Volker Penter: „Eine herausragende Servicequalität und optimale Gesundheitsversorgung werden an Bedeutung gewinnen, ebenso wie ein erhöhtes Kostenbewusstsein für den Bereich der Verwaltung und Administration. Ein erprobter Weg zur Verzahnung von strategischer Planung und operativem Geschäft und demzufolge zur Umsetzung des Veränderungsbedarfs führt über ein konsequentes Prozessmanagement.“

Unter folgendem Link können Sie die Studie herunterladen: http://www.kpmg.de/docs/Prozessmanagement_KV_neu.pdf

Pressekontakt:

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Marita Reuter/Thomas Blees
Tel.: (0 30) 20 68-11 18, Fax: (0 30) 20 68-11 48
E-Mail: mreuter@kpmg.com / tblees@kpmg.com

Thomas Blees | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de
http://www.kpmg.de/docs/Prozessmanagement_KV_neu.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie