Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kopfstehende Dreiecke sieht man am schnellsten

08.06.2012
Geometrische Form beschreibt Gefahrensignale des Gesichts

Bösewichte in Comics und Zeichentrickfilmen erkennt man auf den ersten Blick: An den zur Gesichtsmitte hin gespitzten Augenbrauen oder an ihrer spitzen Kinnform. Beide Gesichtsmerkmale beschreiben ein nach unten spitzes Dreieck.

Genau diese geometrische Form ist jene, die Betrachter am schnellsten wahrnehmen, berichten Forscher in der Fachzeitschrift "Emotion". "Ein 'negatives Dreieck' nimmt man rund 20 Millisekunden schneller wahr als ein anders orientiertes Dreieck", berichtet Studienleiter Derrick Watson von der Universität Warwick http://warwick.ac.uk im pressetext-Interview.

Figur für Blitzerkennung

Die Forscher zeigten Versuchspersonen am Computer Bilder von Gesichtern mit positivem, negativem und neutralem Ausdruck, sowie auch Dreiecke, deren Spitze nach oben, unten, rechts und links zeigten. Dass die negativen Gesichter am schnellsten gesehen wurden, konnte man bereits aus früheren Studien vermuten, die etwa gezeigt haben, dass sie beim Anblick einer Menschenmenge als erstes ins Auge fallen.

Zur Überraschung der Forscher wurden jedoch auch manche Dreiecke auf dieselbe Weise wahrgenommen - und zwar nur jene, die nach unten gespitzt waren. Zudem bewerten die Betrachter diese Form negativer als andere.

Den Vergleich mit Merkmalen zorniger oder trauriger Gesichter sieht Watson als eine mögliche Erklärung, warum "negative" Dreiecke derart schnell wahrgenommen werden. Konsequenzen habe dies durchaus - etwa für das Design. "Einiges spricht dafür, dass nach unten spitze Dreiecke die Aufmerksamkeit am besten fesseln. Dass dadurch ebenso negative oder gar bedrohliche Gefühle ausgelöst werden könnten, scheint eher nicht der Fall zu sein", sagt der Forscher.

Gehirn auf Gefahr gepolt

"Die Evolution hat das Gehirn dahingehend optimiert, dass es Feindesgesichter als erstes wahrnimmt. Nur so kann der Mensch bei Gefahr schnellstmöglich mit Flucht oder Aggression reagieren", erklärt Patrick Gajewski, Kognitionspsychologe am Leibnitz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund http://ifado.de , im pressetext-Interview. Aufgrund der hohen Bedeutung für das einstige Überleben haben auch Gesichter grundsätzlich - egal ob von Mensch oder Tier - bei der Wahrnehmung eine Sonderstellung und werden in einer speziellen Gehirnregion - dem fusiformen Gesichtsareal im parietookzipitalen Teil - verarbeitet, so der Dortmunder Wissenschaftler.

Download der Studie unter http://bit.ly/LPZ32R

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.warwick.ac.uk im

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung