Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konjunkturelle Erholung der Finanzlage kommt nicht bei allen Kommunen an

28.05.2013
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu) befragte im Auftrag der KfW Bankengruppe Kommunen zu ihrer finanziellen Situation

Insgesamt hat sich im Vergleich zum Vorjahr die finanzielle Situation der Kommunen verbessert. 70 Prozent der vom Difu im Rahmen des KfW-Kommunalpanels 2012 befragten Kommunen konnten im Jahr 2012 einen ausgeglichenen Haushalt erreichen oder sogar Überschüsse erzielen.

Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass selbst im vergleichsweise „guten" Jahr 2012 drei von zehn Gemeinden und Landkreisen erhebliche Haushaltsdefizite aufweisen. Selbst Kommunen mit vergleichsweise hoher Steuerkraft beurteilten ihre aktuelle Finanzsituation in immerhin 40 Prozent der Fälle als mangelhaft.

Ein deutliches Zeichen für das weitere Auseinanderdriften finanzstarker und finanzschwacher Kommunen ist, dass die Kassenkredite trotz positiven Gesamtsaldos im Jahr 2012 ungebremst weiter gestiegen sind. Gut ein Drittel der Kommunen wird seine Kassenkreditbestände 2012 und auch 2013 noch ausweiten (müssen). Bei den größeren Städten (mit mehr als 50.000 Einwohnern) ist es sogar mehr als die Hälfte.

Aus Sicht der Kommunen nimmt der Investitionsrückstand weiter deutlich zu. Er beträgt nach Schätzungen der Kommunen 128 Mrd. Euro - etwa 20 Mrd. mehr als im Vorjahr. Für diesen großen Sprung gibt es einen Grund: Bestimmte Handlungsfelder in den Kommunen bekommen zunehmend höchste politische Priorität, wie etwa die Sanierung von Straßen und Brücken, die Kinderbetreuung, die Anpassung der Schulen an zukünftige Anforderungen sowie die energetische Sanierung kommunaler Gebäude. Die vorhandene Infrastruktur wird dem jedoch immer weniger gerecht.

Auch der demografische Wandel hat erhebliche Konsequenzen für die Entwicklung der kommunalen Infrastruktur. Etwa 25. Mrd. Euro müssen nach Einschätzungen der Gemeinden und Landkreise in den nächsten fünf Jahren in Rückbau- und Umbaumaßnahmen fließen, davon entfallen allein sechs Mrd. EUR auf den Schulbereich.

Trotz der finanziellen Belastungen durch notwendige Investitionen und eher negative Aussichten auf die finanzielle Entwicklung in den nächsten Jahren sind die befragten Kommunen überraschend optimistisch. Sie erwarten, den Investitionsrückstand in den nächsten Jahren zumindest teilweise abbauen zu können. Der scheinbare Widerspruch zwischen ungewissen bis negativen finanzwirtschaftlichen Perspektiven und der Hoffnung, den Investitionsstau wenigstens etwas mildern zu können, lässt sich folgendermaßen erklären: Aufgrund höherer Einnahmen und gesetzlicher Vorgaben kann und muss wieder mehr investiert werden. Die grundlegend schwierige Haushaltslage vieler Städte wird sich dadurch aber auf mittlere Sicht erst einmal nicht verbessern sieht man von dem damit verbundenen Zuwachs an Sachvermögen ab. Die erhofften positiven Effekte treten somit im Erfolgsfall erst langfristig ein.

Hinweis:
Für das KfW Kommunalpanel 2012 wurden insgesamt 2.184 Städte, Gemeinden und Landkreise im Zeitraum von September bis November 2012 befragt, der Rücklauf betrug 448 Fragebögen aus Städten und Gemeinden sowie 78 von Landkreisen. Im Rahmen der Untersuchung wurde eine geschichtete Stichprobe der Städte und Gemeinden mit 2.000 bis 20.000 Einwohner gezogen, zudem wurden alle Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern befragt. Die Befragung erfolgte im Auftrag der KfW Bankengruppe durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu).
Kontakt im Difu:
Dr. Busso Grabow
Tel: 030/39001-248
E-Mail: grabow@difu.de
Weitere Informationen

KfW Kommunalpanel (Langfassung) als PDF:
https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-Kommunalpanel/KfW-Kommunalpanel-2012-LF.pdf
KfW Kommunalpanel (Kurzfassung) als PDF:
https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-Kommunalpanel/KfW-Kommunalpanel-2012-KF.pdf
Pressemeldung der KfW:
https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen
/Pressemitteilungen-Details_126720.html
Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regionalentwicklung, kommunale Wirtschaft, Städtebau, soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltungsthemen oder Kommunalfinanzen: Das 1973 gegründete unabhängige Berliner Institut - mit einem weiteren Standort in Köln (Bereich Umwelt) - bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene praxisnah mit allen Aufgaben, die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. Der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. ist alleiniger Gesellschafter des in der Form einer gemeinnützigen GmbH geführten Forschungsinstituts.
Pressekontakte:
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
Sybille Wenke-Thiem
Ltg. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zimmerstraße 15
10969 Berlin
Telefon: 030/39001-208/-209
Telefax: 030/39001-130
E-Mail: wenke-thiem@difu.de
Internet: www.difu.de
Facebook: www.facebook.com/difu.de

Sybille Wenke-Thiem | idw
Weitere Informationen:
http://www.difu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

„Carmenes“ findet ersten Planeten

18.12.2017 | Physik Astronomie

Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

18.12.2017 | Physik Astronomie