Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kohlenstoffspeicherung im Wald

15.02.2013
Studie der Hochschule Rhein-Waal zeigt Speicherpotenzial auf

Der Wald ist ein wichtiger Speicher für das klimarelevante Kohlendioxid. Das nachhaltige Management der Wälder soll daher auf einer klimaangepassten und kohlendioxidspeichernden Wirtschaftsweise basieren.

Dieses ist 300 Jahre nach der Begründung des Begriffs „Nachhaltigkeit“ durch Carl von Carlowitz aktueller denn je. Globale und nationale Abschätzungen der Speicherpotenziale von Wäldern basieren auf Modellen, die mit lokalen Daten überprüft werden können.

Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes im Studiengang “Sustainable Agriculture“ der Fakultät Life Sciences haben Prof. Dr. Florian Wichern, Professor für Agrarwissenschaften mit einem Schwerpunkt in Bodenkunde und Pflanzenernährung und der Student Martin Kanders eine Untersuchung des Kalbecker Forstes vorgenommen. Unterstützt wurden sie dabei von Rüdiger Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter auf dem Gebiet der Agrarwissenschaften und Prof. Dr. Dietrich Darr, Professor für Agribusiness an der Hochschule Rhein-Waal.

Auf Basis vorhandener Daten aus den Waldinventuren und Vergleichswerten aus der Literatur konnte der Gesamtkohlendioxidspeicher der Biomasse und des Bodens abgeschätzt und deren Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten simuliert werden. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ist der Kalbecker Forst, der nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg in großen Teilen wieder aufgeforstet werden musste, noch nicht am Ende seines Wachstums und speichert daher jedes Jahr mehr Kohlendioxid als durch Nutzung entzogen wird. Dabei haben die Nadelbäume ein größeres Speicherpotenzial als Laubbäume. Allerdings sind die Nadelbäume auch anfälliger für die erwarteten Klimaveränderungen.

„Das sind interessante neue Erkenntnisse, die uns einen ersten Einblick in die vielfältigen Ökosystemdienstleistungen unseres Waldes geben und unser Forstmanagement beeinflussen“, erklärt Waldbesitzer Max Freiherr von Elverfeldt-Ulm, der zusammen mit seinem verantwortlichen Mitarbeiter, Forstoberinspektor Wolfgang Siepen, die Studie der Hochschule Rhein-Waal unterstützt hat. „Wir werden diese Studie bundesweit publizieren und versuchen die tollen Ergebnisse auch in einer internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift zu platzieren. Das Ergebnis zeigt die guten Möglichkeiten auf, Forschung und Lehre an der Hochschule zu verzahnen“, erläutert Prof. Wichern.

Weitere Untersuchungen zu den Ökosystemdienstleistungen des Kalbecker Forstes sollen folgen. Martin Kanders hingegen hat bereits das nächste Ziel vor Augen: Praxissemester und anschließende Bachelorarbeit sollen sich wieder mit dem Thema Ackerbau, insbesondere dem Zwischenfruchtanbau beschäftigen.

Christin Hasken | idw
Weitere Informationen:
http://www.hochschule-rhein-waal.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ALMA beginnt Beobachtung der Sonne

18.01.2017 | Physik Astronomie

Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

18.01.2017 | Architektur Bauwesen

Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern

18.01.2017 | Geowissenschaften