Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klinische Studie zur neuro-musiktherapeutischen Behandlung von akutem Tinnitus zeigt gute Erfolge

16.04.2012
Im Rahmen einer Studie zur Überprüfung einer neuro-musiktherapeutischen Behandlung von akutem Tinnitus sind die ersten Therapien erfolgreich abgeschlossen.

Seit Anfang 2011 wird am Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung in Heidelberg eine neuro-musiktherapeutische Behandlung gegen akuten Tinnitus klinisch überprüft. Diese Therapie findet in Form einer fünftägigen Kompakttherapiewoche (Mo bis Fr) statt und richtet sich gezielt an diejenigen Patienten im Akutstadium ihres Tinnitus, denen die medizinische Erstversorgung nicht ausreichend helfen konnte.

Nun haben die ersten zehn Studienpatienten die Therapie erfolgreich durchlaufen. Die vorläufigen Behandlungsergebnisse sind sehr vielversprechend. Bei allen zehn Patienten hat sich die subjektive Tinnitusbelastung klinisch bedeutsam um bis zu 82% verringert. Weiterhin gelang es, die täglich kontrollierte Tinnitusfrequenz in der Tonhöhe zu flexibilisieren und die Lautstärke des Ohrgeräusches spürbar zu reduzieren.

Es werden noch Patienten mit akutem Tinnitus gesucht, die sich für eine Studienteilnahme interessieren. Teilnehmen können Erwachsene ab 18 Jahren, deren Tinnitus seit maximal acht Wochen andauert und die nach der medizinischen Akutbehandlung immer noch stark unter ihrem Tinnitus leiden. Die Studientherapien sind kostenlos, setzen aber die Bereitschaft voraus, umfangreiche Untersuchungen zu durchlaufen. Die Behandlung ist eingebettet in eine umfassende Diagnostik, die unter anderem auch zwei bildgebenede Untersuchungen im Kernspintomographen (MRT) enthält.

Akuter und chronischer Tinnitus zählen europaweit zu den häufigsten Erkrankungen im HNO-Bereich. Zur Behandlung von akutem Tinnitus, d.h. innerhalb der ersten drei Erkrankungsmonate, stehen zwar verschiedene durchblutungsfördernde sowie entzündungshemmende Medikamente als Therapiemöglichkeit zur Verfügung. Diese bewirken jedoch nur bei weniger als der Hälfte aller Patienten eine Auflösung oder deutliche Reduzierung der Symptome. Somit bleibt die Wahrscheinlichkeit für eine Chronifizierung der Ohrgeräusche sehr hoch.

Informationen und Anmeldung für akut Betroffene (Studienteilnahme):
Telefon: 06221-79 63 961 montags bis freitags von 09.00 – 12.00 Uhr
E-Mail: miriam.grapp@dzm-heidelberg.de
Informationen und Anmeldung für chronische Tinnituspatienten:
Telefon: 06221-79 63 101, montags, dienstags und donnerstags von 08.30 – 12.30 Uhr, mittwochs von 13.00 – 17.00 Uhr.

E-Mail: tinnitusambulanz@dzm-heidelberg.de

Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger In-stitut) DZM e. V. wurde 1995 in Heidelberg gegründet. Heute ist das DZM das größte musiktherapeutische Forschungsinstitut in Europa und vereint Forschung, Praxis und Lehre unter einem Dach. Das DZM ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich zum überwiegenden Teil aus Spenden und Forschungsdrittmittel. Am DZM entwickeln und erforschen Musiktherapeuten, Mediziner, Musikwissenschaftler und Psychologen in interdisziplinären Projekten musiktherapeutische und musikmedizinische Konzepte zur Verbesserung der Lebenssituation er-krankter Menschen.

Außer dem Forschungsinstitut gehört eine Tinnitusambulanz zum DZM.

Weitere Informationen:
Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung
(Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Ansprechpartner: Natascha Schettler-Brox
Maaßstraße 32/1
69123 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 83 38 60
Telefax: +49 (6221) 83 38 74
E-Mail: dzm@dzm-heidelberg.de

Natascha Schettler-Brox | idw
Weitere Informationen:
http://www.dzm-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik