Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie der Klimawandel die Sauberkeit des Grundwassers beeinflusst

03.04.2009
Forscher der Universität Basel haben ein Modell entwickelt, mit dem sich vorhersagen lässt, wie sich der Treibhauseffekt auf die Verschmutzung von Karstgrundwasser auswirkt.

Ihre Studie wurde in der März-Ausgabe der Fachzeitschrift "Environmental Science & Technology" veröffentlicht.

Wasser aus Karstgebieten versorgt rund ein Viertel der Weltbevölkerung. Auch in der Schweiz wird ein grosser Teil des Trinkwassers aus Karstgrundwasser gewonnen, und in manchen Regionen ist es die einzige zur Verfügung stehende Wasserquelle. Karstgrundwasser hat ausserdem eine wichtige ökologische Funktion: Es speist Quellen, Bäche, Flüsse und Seen.

Karstgrundwasser ist jedoch auch besonders anfällig für Verschmutzungen. Es reagiert sehr sensibel auf Änderungen der hydrologischen Bedingungen, die hauptsächlich vom Niederschlag und von der Verdunstung abhängen. Prognosen zeigen, dass sich der Niederschlag und die Verdunstung durch die globale Erwärmung in Zukunft stark verändern können. Deshalb ist es wichtig abzuschätzen, wie der Klimawandel das empfindliche Karstgrundwasser beeinflussen wird.

Dr. Christoph Butscher und Prof. Peter Huggenberger von der Abteilung Angewandten und Umweltgeologie an der Universität Basel haben anhand einer Quelle im Kanton Baselland die Auswirkung des heissen, trockenen Sommers 2003 und der extremen Starkniederschläge im August 2005 untersucht. Auf dieser Grundlage entwickelten die Forscher ein Modell, das Vorhersagen bezüglich der Verschmutzungsempfindlichkeit des Karstgrundwassers unter sich ändernden hydrologischen Bedingungen erlaubt. Damit kann der Einfluss des Klimawandels auf die Ressource Karstgrundwasser abgeschätzt werden.

Die Modellresultate für das untersuchte Grundwassersystem zeigen, dass das Grundwasser durch sommerliche Hitzewellen stärker auf langlebige Schadstoffe wie bestimmte Pestizide anfällig wird. Die Empfindlichkeit für bakterielle Verschmutzungen jedoch nimmt ab. Fallen in kurzer Zeit grosse Mengen an Regen, hat dies den gegenteiligen Effekt: Das Schadstoffrisiko sinkt, die bakterielle Belastung droht hingegen zu steigen.

Diese Resultate sind charakteristisch für das untersuchte Grundwassersystem. Die Methodik ist jedoch auch für andere Untersuchungsgebiete anwendbar. Im Sinne einer nachhaltigen Planung der Wasserbewirtschaftung scheint die Anwendung solcher Untersuchungen zum heutigen Zeitpunkt in anderen Gebieten angezeigt.

Originalbeitrag
Christoph Butscher, and Peter Huggenberger
Modeling the Temporal Variability of Karst Groundwater Vulnerability, with Implications for Climate Change

Environ. Sci. Technol., 2009, 43 (6), 1665-1669 | DOI: 10.1021/es801613g

Weitere Auskünfte
Dr. Christoph Butscher, Angewandte und Umweltgeologie der Universität Basel, Tel. +41 61 267 34 47, E-Mail: christoph.butscher@unibas.ch

Hans Syfrig | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibas.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

nachricht Enterprise 2.0 ist weiterhin bedeutendes Thema in Unternehmen
03.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie