Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimafreundlich reisen mit dem Caravan

27.08.2013
Urlaub im Caravan ist nicht nur eine flexible Art Urlaub zu machen; sie ist zudem klimafreundlicher als der Flug zum Reiseziel.

Auch im Vergleich zu Hotelübernachtungen schneidet die mobile Unterkunft in der Regel besser ab. Im Sommer entstehen pro Nacht im Wohnmobil etwa 1,5 Kilogramm CO2-Äquivalente anstelle von rund 17 Kilogramm im Hotel.

Das sind zentrale Ergebnisse einer vergleichenden Klimabilanz unterschiedlicher Reiseformen des Öko-Instituts im Auftrag des Caravaning Industrie Verbands e.V. (CIVD). Die Studie aktualisiert Ergebnisse einer Analyse von 2007, die ebenfalls die Treibhausgasbilanz des Reisemobils im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern wie Pkw oder Flugzeug berechnete.

Caravanreisen als klimafreundliche Reiseoption

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Öko-Instituts analysierten neben den Emissionen der Verkehrsträger bei der An- und Abreise sowie vor Ort die Treibhausgaswirkung der Teilbereiche Übernachtung und Verpflegung. „Unsere Studie hatte zum Ziel, die günstige Klimabilanz von Caravanreisen erneut zu überprüfen“, erläutert Daniel Bleher, Projektleiter am Öko-Institut das Vorgehen. „Wir kommen zu dem Schluss, dass trotz technischer Fortschritte in allen Bereichen, der Urlaub im Wohnmobil eine umwelt- und klimafreundliche Alternative zu Fernreisen insbesondere mit dem Flugzeug bleibt.“

Verkehr: Rückläufige Treibhausgasemissionen

Die Expertinnen und Experten sehen beim Verkehr eine Verbesserung der Treibhausgasemissionen aller betrachteten Verkehrsträger – Reisebus, Bahn, Flugzeug und Reisemobil. Außerdem erwarten sie bis zum Jahr 2020 weitere Effizienzsteigerungen und damit sinkende CO2-Emissionen. Für Pkw etwa können bis 2020 im Vergleich zu 2012 sinkende Emissionen um rund 20 Prozent angenommen werden. Die spezifischen CO2-Emissionen von Reisemobilen sinken im gleichen Zeitraum um voraussichtlich 15 Prozent. Der Grund hierfür ist die steigende Energieeffizienz von Pkw, die durch die EU-Gesetzgebung vorgeschrieben ist.

Übernachtung: Emissionsfaktoren präzisiert

Betrachtet man die Ergebnisse von vier untersuchten Reisezielen (Rügen, Südfrankreich, Sizilien, Dolomiten), so zeigt sich, dass Reisen mit dem Wohnmobil und Stellplatzübernachtungen stets mit geringeren CO2-Emissionen verbunden sind als Reisen mit dem Flugzeug oder dem Pkw inklusive Hotelübernachtungen. Der Umweltvorteil fällt umso höher aus, je mehr Personen gemeinsam im Wohnmobil reisen und je kürzer die Wegstrecke zum Reiseziel ausfällt. Im Umkehrschluss sinkt der Umweltvorteil des Wohnmobils gegenüber Flugzeug und Pkw mit der steigenden Entfernung zum Urlaubsziel (siehe Beispielreisen Südfrankreich oder Sizilien).

Vergleicht man dagegen Wohnmobil-Reisen (mit Stellplatzübernachtung) mit Pkw-Reisen und Campingplatzübernachtung, so ergibt sich kein eindeutiger Vorteil von Wohnmobil-Reisen. Wenn nur zwei Personen reisen, verursacht die Variante Pkw + Campingplatz in allen untersuchten Fällen leicht niedrigere CO2-Emissionen. Reisen jedoch vier Personen gemeinsam, so schneidet die Variante Wohnmobil + Stellplatz günstiger ab.

Ebenfalls eine günstige Klimabilanz weisen Busreisen auf. Das liegt vor allem am hohen Besetzungsgrad im Reisebus. Da sich die Emissionen auf viele Reisende verteilen, fallen auch die relativ „CO2-intensiven“ Hotelübernachtungen nicht so stark ins Gewicht wie zum Beispiel bei Flugreisen.

„Die Reise mit dem Motorcaravan ist insgesamt gekennzeichnet durch geringe Emissionen pro Übernachtung“, fasst Bleher zusammen. „Vor allem bei kurzen Fahrten und naheliegende Ziele haben Urlaubsreisen mit dem Motorcaravan eine sehr günstige Klimabilanz.“

Studie „Vergleichende Klimabilanz von Motorcaravanreisen – heute & morgen“ des Öko-Instituts

http://www.oeko.de/oekodoc/1572/2013-428-de.pdf

Ansprechpartner am Öko-Institut:

Daniel Bleher
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institutsbereich
Infrastruktur & Unternehmen
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Telefon: +49 6151 8191-139
E-Mail: d.bleher(at)oeko.de
Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.
Neues vom Öko-Institut auf Twitter: http://twitter.com/oekoinstitut
Interesse an eco@work, dem kostenlosen E-Paper des Öko-Instituts?
Abo unter http://www.oeko.de/newsletter_ein.php

Romy Klupsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.oeko.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen