Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klima und Boden entscheidend für Ökonomie

01.06.2010
Die zwei fundamentalen Faktoren Bodenbeschaffenheit und Klimaverhältnisse haben Einfluss darauf, ob ein Land reich oder arm ist - das hat ein Forscherteam der Universität Basel herausgefunden. Denn diese beiden Faktoren bestimmen auch, ob es an einem Ort Landwirtschaft gibt oder nicht. Über ihre Erkenntnisse berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins PLoS One.

"Genauer gesagt entscheiden die beiden Faktoren darüber, welche Art der Landwirtschaft bzw. Viehzucht betrieben werden kann", so Studienautor Jan Beck vom Department Umweltwissenschaften der Universität Basel im pressetext-Interview. "Das Neue an unserer Studie ist, dass es nicht die Produktivität modelliert, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass es Landwirtschaft gibt", erklärt der Biologe. "Das bedeutet, dass wir der Frage nachgegangen sind, was bestimmend dafür ist, wo Menschen welche Landnutzung betreiben."

Konfliktherde früh aufspüren

"In der Kalkulation von verschiedenen Landnutzungsszenarien in gewissen Regionen lassen sich auch potenzielle Konflikte zwischen verschiedenen Landnutzungstypen erkennen", so der Forscher. "Die Resultate sind übrigens kongruent mit einer Anzahl von reellen, derzeit existenten oder historischen Auseinandersetzungen verschiedener Ethnien mit unterschiedlichen Landnutzungsmethoden." Das Modell liefert zudem auch Hinweise auf die Bevölkerungsdichte und ihre Variabilität.

So sind etwa Regionen wie der Großteil Westeuropas, das äthiopische Hochland, das Gebiet um den ostafrikanischen Viktoriasee, die Subtropen Ostasiens, Südost-Australien und Neuseeland sehr gute Regionen für Landwirtschaft. Anderen Regionen eigenen sich deutlich besser für nomadische Viehhaltung. Dazu gehören etwa die Trockengebiete des nördlichen und östlichen Afrika, Teile Zentralasiens, des Mittelmeerraumes und des Nahen Ostens.

Verschiedenenartige Landnutzung

"Wenn verschiedene Formen der Landnutzung in einer Region in Erscheinung treten, kann es leicht zu Konflikten über die bestehenden Ressourcen kommen", meint Beck. Das relativ einfache Modell sei allerdings nicht in der Lage genau vorherzusagen, wie sich Landnutzungsformen entwickeln werden, erklärt der Forscher. "Wir zeigen in dem Artikel, dass viele dieser historisch-kulturellen Effekte letztlich auf Klima und Boden als 'ultimative Ursache' zurückzuführen sind."

Der Kritik im Online-Wissenschaftsmagazin Science Now, wonach das Modell auf historische Klima- und Bodentypen nicht Bezug nimmt, nimmt Beck an. "Das sind Parameter, die natürlich eine wichtige Rolle spielen, aber in unserem Modell nicht berücksichtigt wurden", erklärt der Forscher abschließend im pressetext-Interview.

Der ganze Artikel ist unter http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0010416 abrufbar.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.nlu.unibas.ch

Weitere Berichte zu: Landnutzung Landnutzungsmethoden Trockengebiete Ökonomie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

05.12.2016 | Förderungen Preise

Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik

05.12.2016 | Energie und Elektrotechnik