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KfW-Studie: Problemdruck im Mittelstand bei der Rekrutierung von Fachkräften geringer als erwartet

05.05.2011
  • Jedes vierte Unternehmen berichtet von Schwierigkeiten, offene Fachkräftestellen zu besetzen
  • Aber nur 1% der Mittelständler sehen Deckung des Fachkräftebedarfs bis 2012 als zentrale unternehmerische Herausforderung
  • Innerbetriebliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen haben vergleichsweise geringe Bedeutung

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) verspüren deutlich weniger Problemdruck, offene Fachkräftestellen zu besetzen, als in der Öffentlichkeit vielfach diskutiert. Das ist das Ergebnis einer Analyse auf Basis des KfW-Mittelstandspanels, einer repräsentativen Längsschnittbefragung mittelständischer Unternehmen.

Wie die Analyse zeigt, erwartet zwar ein Viertel der KMU in den Jahren 2010 bis 2012 Stellenbesetzungsschwierigkeiten. Zugleich sieht aber weniger als 1% der Unternehmen in der Deckung des Fachkräftebedarfs eine zentrale Herausforderung bis 2012. Selbst bei KMU, die explizit angeben, Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Fachkräften zu haben, beträgt dieser Anteil nur 3 %. Der Studie zufolge sind vielmehr die Erschließung neuer Kundensegmente, die Verbesserung der Umsatz- und Ertragssituation sowie die generelle Neuausrichtung der Unternehmensstrategie derzeit die wichtigsten Herausforderungen für mittelständische Unternehmen.

Die Analyse zeigt, dass die Ursachen von Stellenbesetzungsproblemen sehr heterogen sind. So stellt zum Beispiel eine zu geringe Bewerberzahl in den gesuchten speziellen Berufsbildern insbesondere für größere Mittelständler und für KMU aus den technologieorientierten Branchen vergleichsweise häufig eine Ursache für Rekrutierungsschwierigkeiten dar. Im Unterschied hierzu beklagen kleine Unternehmen, aber auch innovative Mittelständer sowie Unternehmen mit einem überdurchschnittlichen Anteil höher qualifizierter Mitarbeiter, überdurchschnittlich häufig das Fehlen von Bewerbern mit spezifischen Zusatzqualifikationen.

Neben Neueinstellungen, können auch innerbetriebliche personalpolitische Maßnahmen, etwa eine verstärkte Weiterbildung des eigenen Personals oder eine gezielte Nachwuchsförderung durch ein entsprechendes betriebliches Ausbildungsangebot dazu beitragen, den Fachkräftebedarf zu decken.

Eine detaillierte ökonometrische Analyse belegt jedoch, dass KMU, die über Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften berichten, nicht häufiger innerbetriebliche Maßnahmen ergreifen als KMU ohne derartige Schwierigkeiten. Dies stützt die Vermutung, dass der Problemdruck von Stellenbesetzungsschwierigkeiten im Mittelstand zum Zeitpunkt der Befragung noch relativ schwach ist.

Der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Norbert Irsch: "Ein genereller flächendeckender Fachkräftemangel scheint aus Sicht der mittelständischen Unternehmen noch nicht das vorrangige Problem zu sein. Allerdings gibt es in bestimmten Segmenten Stellenbesetzungsschwierigkeiten, die in den betroffenen Unternehmen die weitere Expansion erschweren. Zudem wird sich die Problematik eines ausreichenden Fachkräfteangebots im Zuge des demografischen Wandels und des damit einhergehenden Rückgangs der erwerbsfähigen Bevölkerung zunehmend - besonders deutlich ab dem Jahr 2020 - verschärfen. Im Wettbewerb um Fachkräfte sind deshalb diejenigen Unternehmen im Vorteil, die bereits heute geeignete personalpolitische Maßnahmen ergreifen. Gleichzeitig ist es eine vorrangige gesellschaftliche und politische Aufgabe, die Qualität des Bildungssystems in Deutschland weiter zu verbessern."

Die Studie "Fachkräftemangel im Mittelstand: generelles oder partielles Problem?" ist unter www.kfw.de in der Kategorie "Research"

abrufbar.

Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt Kommunikation (KOM)
Tel.: 069 7431-4400, Fax: 069 7431-3266,
E-Mail: presse@kfw.de

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