Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keine Panik? Finanzkrise löste 2008 vor allem bei jüngeren Menschen Panik aus

31.08.2010
Zu Beginn der Finanzkrise vor zwei Jahren hat sich wirtschaftliche Panik in Deutschland vor allem bei jüngeren Konsumenten übertragen, während Ältere eher gelassen blieben. Das ergab eine Studie von Wirtschaftswissenschaftlern der TU Darmstadt. Praktische Auswirkungen sehen die Forscher vor allem für die Konsumgüterindustrie.

Die Finanzkrise stellte ab September 2008 nicht nur viele Unternehmen, sondern auch Konsumenten unvermittelt vor neue und unerwartete Herausforderungen. Bisher finanziell gut situierte Menschen sahen sich plötzlich mit einem Verlust konfrontiert, der zum Teil erhebliche Zukunftsängste hervorrief.

Diese Verunsicherung führte vor allem bei jüngeren Konsumenten teilweise zu Panik, während ältere gelassener blieben. Eine Studie der TU Darmstadt zum Phänomen der Panik in der Finanzkrise zeigt zudem, dass jüngere Menschen dabei vor allem in ihren Familien als Multiplikatoren der Panik fungierten.

„Emotionsübertragung funktioniert ähnlich wie bei einer Grippe im Winter“, erklärt Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg, Leiterin des Fachgebietes Marketing und Personalmanagement an der TU Darmstadt: „Erst bekommt ein Konsument aufgrund persönlicher Ängste über die weitere Zukunft Panik, das wiederum überträgt sich auf die Familienmitglieder.“

In einer repräsentativen Studie untersuchten Stock-Homburg und der Wirtschaftsingenieur Christian Schultz, auf welche Weise sich in der Finanzkrise Panik unter den Konsumenten übertrug. Dabei wurden mehr als 120 Personen sowie deren Angehörige und Freunde zu ihren Erfahrungen und Einstellungen befragt. Die Untersuchung ergab weiterhin, dass die Panik hauptsächlich innerhalb der Familie durch die unbewusste Übertragung der eigenen Emotion weitergegeben wird; ein beobachteter Konsumrückgang der Familienmitglieder trug hingegen kaum zur Weiterverbreitung der Panik bei.

„Interessant ist, dass jüngere Menschen sich primär an Familienmitgliedern orientieren, ältere hingegen sehr viel weniger. Panikübertragung hängt vom Alter eines Menschen ab“ so Schultz. Praktische Auswirkungen sehen die Autoren der Studie vor allem für Unternehmen der Konsumgüterbranche. In kommenden Wirtschaftskrisen könnte es für eine präzisere Planung der Unternehmen hilfreich sein zu wissen, in welchen Altersgruppen mit stärkeren Ausschlägen bei der Konsumneigung zu rechnen ist.

Über die TU Darmstadt

Die TU Darmstadt zählt zu den führenden Technischen Universitäten in Deutschland. Ihre rund 270 Professoren, 3.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 21.000 Studierenden widmen sich entscheidenden Zukunftsfeldern wie Energie, Mobilität, Kommunikation und Information sowie Bauen und Wohnen.

Ansprechpartner für die Presse:
Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg
Tel.: 06151/16-7322
E-Mail: sekretariat@stock-homburg.de

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise