Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keine Jobverluste am Bau durch Mindestlohn

28.03.2012
Der Mindestlohn im Bauhauptgewerbe hat nicht zu Beschäftigungsverlusten geführt.

Das zeigt eine gemeinsame Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG).

Der massive Stellenabbau in der Branche seit Mitte der 90er Jahre sei vor allem auf das Ende des Baubooms nach der Wiedervereinigung zurückzuführen, schreiben die Autoren der Studie. Der 1997 eingeführte Mindestlohn sei daran nicht schuld.

Die Lohnuntergrenze wurde in den neuen Bundesländern mit umgerechnet acht Euro niedriger angesetzt als in den alten Bundesländern mit rund 8,70 Euro. Dennoch erhielten vor der Mindestlohneinführung in den neuen Bundesländern knapp 24 Prozent der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe einen Stundenlohn unterhalb dieser Lohnuntergrenze, in den alten Bundesländern dagegen nur knapp vier Prozent.
In Ostdeutschland zahlen die Arbeitgeber meist Stundenlöhne nahe dem Mindestlohn-Niveau. Derzeit sind das zehn Euro brutto. Facharbeiter verdienen in Ostdeutschland nur geringfügig besser als einfache Arbeiter. In Westdeutschland variieren die Löhne stärker. Zudem gelten im Westen zwei verschiedene Mindestlöhne – 11,05 Euro für geringer qualifizierte Arbeiter und 13,40 Euro für Facharbeiter.

Die Übertragung der Ergebnisse auf andere Wirtschaftszweige in Deutschland oder auf einen branchenübergreifenden Mindestlohn sei allerdings nur bedingt möglich, da das Bauhauptgewerbe spezifischen Rahmenbedingungen unterliege, betonen die Autoren der Studie. Zudem ließe sich nicht sagen, ob die Mindestlöhne Auswirkungen auf Arbeitnehmerentsendungen aus dem Ausland oder auf die Zahl von Selbständigen im Bauhauptgewerbe hatten.

Die Evaluationsstudie zu den Auswirkungen des Mindestlohns im Bauhauptgewebe wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Auftrag gegeben. Ein Kurzbericht mit den wichtigsten Ergebnissen steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2012/kb0412.pdf, die komplette Studie unter http://doku.iab.de/grauepap/2011/evaluation-mindestlohn-bauhauptgewerbe.pdf und http://www.rwi-essen.de/media/content/pages/publikationen/rwi-projektberichte/PB_Mindeslohn-Bau.pdf

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/kurzber/2012/kb0412.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Massenverlust des Antarktischen Eisschilds hat sich beschleunigt
14.06.2018 | Technische Universität Dresden

nachricht Teure Flops: Nur 5% der Innovationsideen werden erfolgreich
12.06.2018 | Institut für angewandte Innovationsforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Radar verschafft Durchblick in der Robotik

20.06.2018 | Energie und Elektrotechnik

Revolution der Rohre

20.06.2018 | Energie und Elektrotechnik

Heiratsschwindel unter Oxiden

20.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics