Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kein Konsumstreik in der Krise

04.02.2010
Deloitte-Report "Global Powers of the consumer products industry 2010" zeigt Aufwärtstrend

Hewlett-Packard ist der neue Spitzenreiter der weltweiten Top-250-Konsumgüterunternehmen für das Jahr 2008 und verdrängt damit Vorjahressieger Samsung auf den zweiten Rang. Platz drei belegt unverändert die Nestlé S.A., Nokia stieg als umsatzstärkstes europäisches Unternehmen auf Platz sechs.

Erstes deutsches Unternehmen in der Rangliste ist Henkel (34), es folgen adidas (52), Maxingvest (64), BSH Bosch und Siemens (65) sowie Beiersdorf (94). In der Gruppe der Plätze 100 bis 250 kommen zusätzlich die B&C Tönnies Fleischwerk GmbH (130), die Humana Unternehmensgruppe (144), Miele (188), Puma (190) und Nordmilch (233) hinzu. Bis auf ein Unternehmen konnten im Vorjahresvergleich alle deutschen Player ihre Position halten bzw. verbessern. Zudem positionierten sich mit B&C Tönnies (Umsatzwachstum: 26,9%) und der Humana Gruppe (19,0%) zwei deutsche Anbieter unter den 50 am schnellsten wachsenden Firmen. Dies sind einige Ergebnisse des dritten Deloitte-Reports "Extracting Value - Global Powers of the consumer products industry 2010".

"Die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre sind natürlich nicht spurlos an der Konsumgüterindustrie vorbeigegangen. Es lassen sich mehrere Trends feststellen: Erstens sind Umsätze und Profite insgesamt nur schwach gestiegen, stagnierten oder fielen in einigen Segmenten sogar. Zweitens ist die Lebensmittel-, Alkohol- und Tabakbranche noch am besten weggekommen. Drittens wird eine Verlagerung hin zu den Emerging Markets immer deutlicher - was für die Anbieter Herausforderungen beinhaltet wie geeignete Produkte für diese Märkte und die fehlende Infrastruktur", kommentiert Dr. Peter Thormann, Partner Consumer Business, Deloitte.

Wachstum in Wartestellung

Die Top Ten der 250 größten Konsumgüterunternehmen setzen sich ohne deutsche Beteiligung zusammen. Hier dominieren Anbieter aus Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum - Ausnahmen sind Nestlè und Nokia. Insgesamt fällt die Bilanz der meisten Unternehmen wenig positiv aus: Die kumulierte Nettomarge sämtlicher Player sank von 7,6 Prozent im Geschäftsjahr 2007 auf 4,8 Prozent im Geschäftsjahr 2008; 48 Unternehmen - fast ein Fünftel - schlossen mit Verlusten ab (2007 waren es 13). Das Gesamtabverkaufsvolumen wuchs gegenüber dem Vorjahr um gerade einmal 200 Mrd. US$ von 3,0 auf 3,2 Mrd. US$. Der Anteil der Top-Ten-Unternehmen am Gesamtabverkauf ist zwar leicht gesunken - von 27,0 Prozent auf 26,3 Prozent - jedoch gegenüber allen Übrigen durchschnittlich profitabler.

Deutsche im Aufwind

Die zehn deutschen Unternehmen zeigen sich durchaus dynamisch beim
Umsatz: So verbesserte sich Henkel um vier Plätze, adidas um einen, während Maxingvest und BSH ihre Position unverändert beibehielten. Beiersdorf stieg gleich um sieben Plätze auf Rang 94 und ist damit wieder in der Top 100 vertreten. Auch die Profitabilität der Deutschen kann sich sehen lassen: So legte Henkel um 8,7 Prozent zu, adidas um 6,0 Prozent, Maxingvest um 6,6 Prozent und BSH sowie Beiersdorf um 3,0 bzw. 3,3 Prozent. Erfreulich auch die Platzierungen in den Top 50 der am schnellsten wachsenden Unternehmen: Belegten deutsche Vertreter im Vorjahr die Plätze 33 (Nordmilch) und 39 (Humana Gruppe), so schaffte es nun die B&C Tönnies Fleischwerk GmbH mit einem Umsatzwachstum von 26,9 Prozent sofort auf Platz 18, Humana stieg mit 19,0 Prozent auf Platz 33.

Plus bei Nahrungs- und Genussmittel, minus bei Elektronik, Mode & Heim & Haus

In der Krise behauptet sich der Lebensmittel-, Alkohol- und Tabaksektor am besten, während Segmente wie Elektronik, Mode und Heimwerken teilweise stark nachließen. Unternehmen der erstgenannten Branche verdoppelten fast ihre Abverkäufe gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wogegen Elektronikanbieter nur um 0,5 und Modehersteller um 1,4 Prozent zulegten. Der Haus- und Heimwerkermarkt verzeichnete sogar einen Rückgang von -6,1 Prozent.

"Mit großer Wahrscheinlichkeit steigt die Kauflust der Verbraucher im Zuge der erwarteten wirtschaftlichen Erholung wieder deutlich an. Die größte Hoffnung liegt auf China. Hier strebt die Regierung eine klare Stärkung der Binnenkaufkraft an. Ob die Chinesen jedoch künftig die Rolle der USA als globale Konjunkturlokomotive übernehmen können, ist derzeit noch nicht absehbar", fasst Dr. Peter Thormann zusammen.

Platz/Unternehmen/Herkunftsland/Segment/Nettoumsatz GJ 2008 in Mio.
US$/Nettogewinnmarge/GJ 2008/Umsatzentwicklung GJ 2008
1/Hewlett Packard/USA/Elektronikprodukte/118.364/+7,0%/+13,5%
2/Samsung/Südkorea/Elektronikprodukte/112.804/+4,9%/+23,1%
3/Nestlé/Schweiz/Lebensmittel, Getränke & Tabak/101.823/+17,3%/+2,2% 4/Procter & Gamble/USA/Haushalts- und Pflegeprodukte/79.029/+17,0%/-5,4%
5/Panasonic/Japan/Elektronikprodukte/77.655/-5,2%/-14,4%
6/Nokia/Finnland/Elektronikprodukte/74.612/+7,7%/-0,7%
7/Sony/Japan/Elektronikprodukte/71.101/-1,3%/-13,3%
8/Japan Tobacco/Japan/Lebensmittel, Getränke & Tabak/68.323/+1,9%/+6,6% 9/Toshiba/Japan/Elektronikprodukte/66.545/-5,1%/-13,2%
10/Philip Morris/USA/Lebensmittel, Getränke & Tabak/63.640/+11.2%/NN
34/Henkel/Deutschland/Haushalts- und
Pflegeprodukte/20.792/+8,7%/+8,1%
52/adidas/Deutschland/Mode/15.889/+6,0%/+4,9%
Den kompletten Report finden Sie unter http://www.presseportal.de/go2/Deloitte-Report zum Download.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 140 Ländern verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. "To be the Standard of Excellence" - für rund 169.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, und/oder sein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu und seiner Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns .

© 2010 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Member of Deloitte Touche Tohmatsu

Isabel Milojevic | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.com/de/UeberUns
http://www.presseportal.de/go2/Deloitte-Report

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics