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Kaffee bringt den Darm wieder in Schwung

11.10.2012
Studie der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg: Kaffeetrinken regt nach einer Dickdarmentfernung die Darmtätigkeit schneller als Wasser an und wird gut vertragen / Veröffentlichung in „British Journal of Surgery“

Kaffe regt die Darmtätigkeit bei Patienten nach einer Dickdarmentfernung schneller an als Wasser, wird gut vertragen und eignet sich somit, einem Darmverschluss – einem häufigen Problem nach Darmoperationen – entgegenzuwirken.

Dies zeigt eine klinische Studie der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Markus W. Büchler), an der 80 Patienten teilnahmen. Die Ergebnisse sind jetzt in der Fachzeitschrift „British Journal of Surgery“ veröffentlicht.

Nach größeren Darmoperationen leiden viele Patienten unter tagelanger Darmträgheit oder Darmverschluss mit Blähungen, krampfartigen Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Manche Patienten müssen deshalb länger im Krankenhaus bleiben. Ein Darmverschluss muss immer frühzeitig behandelt werden, da sich ansonsten lebensbedrohliche Entzündungen und Infektionen entwickeln können.

Die Heidelberger Wissenschaftler um den Chirurgen Privatdozent Dr. Sascha Müller, inzwischen am Kantonsspital St. Gallen, Schweiz, teilten die Patienten in zwei Gruppen. Eine Gruppe trank nach der Operation dreimal täglich je 100 ml Wasser, der anderen Gruppe wurde dreimal täglich je 100 ml Espresso (100 Prozent Arabica) serviert. Bei den Wassertrinkern vergingen im Durchschnitt 74 Stunden bis zur ersten Darmentleerung, Kaffeegenuss verkürzte diese Zeitspanne signifikant auf 60 Stunden. Auch konnten die Espressotrinker bereits nach durchschnittlich 49 Stunden statt 56 Stunden feste Nahrung zu sich nehmen. Wie Kaffee den Darm in Schwung bringt, ist nicht bekannt. Es scheint nicht am Koffein zu liegen, da Studien mit entkoffeiniertem Kaffee auch darmanregende Effekte zeigten.

Entscheidend für den Einsatz am Patienten ist, dass der Kaffee in der Heidelberger Studie gut vertragen wurde und keine Komplikationen auftraten. Die Patienten konnten allerdings auch nicht früher entlassen werden.

Literatur:
Randomized clinical trial on the effect of coffee on postoperative ileus following elective colectomy. S. A. Muller1, N. N. Rahbari1, F. Schneider1, R. Warschkow2, T. Simon1, M. von Frankenberg1, U. Bork1, J. Weitz1, B. M. Schmied1 and M. W. Buchler1. British Journal of Surgery. Volume 99, Issue 11, Article first published online: 14 SEP 2012
Kontakt:
Professor Dr. Markus W. Büchler
Ärztlicher Direktor
Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
Tel. (Sekr.): 06221 / 56 6201
E-Mail: markus.buechler@med.uni-heidelberg.de
Internet:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Home.100293.0.html
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
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Weitere Informationen:
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