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Ein Juwel der Transplantationsmedizin wird 30 Jahre alt

10.07.2012
Die Heidelberger „Collaborative Transplant Study“ wertet Daten zu rund 500.000 Transplantationen weltweit aus / Wissenschaftliche Basis der Organzuteilung und Transplantatbehandlung

Die weltweite größte Studie in der Transplantationsmedizin wird 30 Jahre alt. Seit 1982 haben Professor Dr. Gerhard Opelz und sein Team in der Abteilung Transplantationsimmunologie am Institut für Immunologie des Universitätsklinikums Heidelberg die Daten von mehr als 500.000 Transplantationen in rund 500 Kliniken gesammelt und ausgewertet.

Die „Collaborative Transplant Study“ (CTS) hat u. a. gezeigt, wie wichtig immunologische Merkmale – die sogenannten HLA-Antigene – für den Erfolg einer Nierentransplantation sind und wie wirksam, aber auch schädlich Medikamente gegen die Immunabwehr sein können. Die Daten der CTS sind zudem die wissenschaftliche Grundlage für die Verteilung von Organen durch Eurotransplant.

„Von dieser Studie haben Zehntausende Patienten in der ganzen Welt profitiert“, erklärt Professor Dr. Markus Büchler, Leiter des Transplantationszentrums am Universitätsklinikum Heidelberg. Denn durch die große Fülle der Daten konnten statistisch zuverlässige Aussagen gemacht werden, die der richtigen Organzuteilung und der wissenschaftlich fundierten Behandlung der Patienten unmittelbar zu Gute kommen.

14 Publikationen in Lancet und New England Journal

„Die große Bedeutung der Studie kann an der hohen Anzahl der Fachartikel abgelesen werden, allein 14 davon in den besten klinischen Zeitschriften, New England Journal und Lancet“, sagt Professor Dr. Stefan Meuer, Direktor des Instituts für Immunologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Ausgangspunkt der Studie war die Erkenntnis, dass bestimmte Oberflächen-Proteine auf Spenderorganen die Immunabwehr des Empfängers aktivieren und dadurch eine Abstoßung des Organs in Gang setzen können. Doch welche dieser HLA-Antigene sind entscheidend? Und sollten die Organe entsprechend zugeteilt werden? „Viele Transplantationszentren bekommen von uns Reagenzien, mit deren Hilfe sie die Organempfänger auf ihre HLA-Antigene testen.“ Im Gegenzug liefern sie dem Heidelberger Institut regelmäßig und über Jahrzehnte hinweg Daten zu den Ergebnissen der Transplantation. Dadurch können Rückschlüsse auf die Bedeutung der einzelnen HLA-Antigene sowie der Medikamente zur Immunsuppression gezogen werden.

Immunologische Passgenauigkeit bei Nieren entscheidend

So hat die CTS herausgefunden:

• Die immunologische Passgenauigkeit spielt für den Erfolg der Nierentransplantation eine überragende Rolle. Deshalb wird sie bei der Zuteilung der Nieren an einen Empfänger berücksichtigt. Für Leber und Pankreas ist dies nicht von großer Bedeutung. Herz- und Lungenpatienten würden profitieren, jedoch hat die Dringlichkeit als Zuteilungskriterium Vorrang.

• Bestimmte Medikamente, u.a. Cyclosporin und Tacrolimus, können den Erfolg der Transplantation wesentlich verbessern. Je nach Dosis ist allerdings auch die Gefahr einer Krebserkrankung erheblich größer. Weil Patienten mit besserer HLA Gewebeverträglichkeit mit niedriger dosierter Immunsuppression behandelt werden können, hat das HLA System Auswirkungen nicht nur auf die Transplantat-Erfolgsrate sondern auch auf Nebenwirkungen der Immunsuppression wie das Auftreten von lebensbedrohlichen Infektionen und Herz-Kreislauf-Komplikationen, die Entstehung von bestimmten Tumoren und das vermehrte Auftreten von Knochenbrüchen nach der Transplantation.

Bislang ist es gelungen, die Studie durch Geldgeber aus dem IT- und Transplantations-Bereich bzw. durch Erlöse aus den Reagenzien, die den Transplantationszentren zur Testung der HLA-Antigene geschickt werden, zu finanzieren. „Die wissenschaftliche Unabhängigkeit war immer gewährleistet“, sagt Professor Opelz. Auch nach seinem altersbedingten Ausscheiden in zwei Jahren soll dieses Heidelberger Juwel der Transplantationsmedizin weiter gepflegt werden. Derzeit werden Geldgeber gesucht, die sich für den Erhalt des weltweit größten Transplantationsdaten-Register, der „Collaborative Transplant Study“ engagieren.

Weitere Information im Internet:
http://www.cts.org
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Transplantations-Immunologie.
1250.0.html?&L=0
Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Opelz
Ärztlicher Direktor Abteilung Transplantations-Immunologie
Tel.: 06221 56-4013
E-Mail: gerhard.opelz@med.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
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des Universitätsklinikums Heidelberg und der
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Dr. Annette Tuffs
Leiterin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56-4536
Fax: 06221 56-4544
E-Mail: annette.tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.cts.org/
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

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