Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Junge Zuwanderer vermissen faire Bildungschancen in Deutschland

10.03.2010
Bertelsmann Stiftung startet deutschlandweite Schulaktion

Viele junge Menschen aus Zuwandererfamilien vermissen faire Bildungschancen an deutschen Schulen: 45 Prozent der 16- bis 24-Jährigen haben das Gefühl, dass Schüler mit Migrationshintergrund nicht die gleichen Chancen erhalten wie ihre deutschen Mitschüler.

Als Hauptgrund geben die Befragten mangelnde Deutschkenntnisse an. Außerdem könnten Kinder mit Migrationshintergrund oftmals nicht von ihren Eltern beim Lernen unterstützt werden. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter Migranten, die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt wurde. Mit ihrem Schulwettbewerb "Alle Kids sind VIPs", der nun in die nächste Runde startet, will die Bertelsmann Stiftung ein Zeichen für mehr Fairness und Integration im Schulalltag setzen.

Zum zweiten Mal lädt die Stiftung Schüler der Klassen fünf bis zwölf ein, sich mit vorbildlichen Projekten für eine bessere Integration von Kindern und Jugendlichen aus Migrantenfamilien an ihrer Schule einzusetzen. Gewinnen können die Schüler einen Besuch von prominenten Stars, die selbst einen Migrationshintergrund aufweisen: So kickt etwa Fußballnationalspieler Mario Gomez am kommenden Montag gemeinsam mit Schülern der Hohenbergschule in Albstadt - eine der neun Siegerschulen beim "Alle Kids sind VIPs"-Wettbewerb 2009.

"Wir glauben, dass unser Wettbewerb die Schüler für faire Bildungschancen als Schlüssel zur Integration sensibilisieren kann", sagt Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. "Sie sollen sehen, dass eigenes Engagement viel bewirken kann und von großem Wert für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist." Die aktuellen Zahlen aus dem Mikrozensus zeigen: Während die Gesamtbevölkerung in Deutschland abnimmt, steigt die Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund stetig. Erfolgreiche Integration wird in unserer Gesellschaft deshalb immer wichtiger.

Fast 39 Prozent der jungen Migranten machen schlechte Deutschkenntnisse für die fehlende Chancengleichheit von Schülern aus Zuwandererfamilien verantwortlich. 37 Prozent von ihnen glauben, dass die schlechteren Möglichkeiten ihre Ursache darin haben, dass die Eltern ihre Kin-der bei den Hausaufgaben nicht richtig unterstützen können. "Deshalb müssen die Schulen künftig eine noch stärkere Rolle bei der Integration spielen und größere Verantwortung für die individuelle Förderung der Kinder aus Zuwandererfamilien übernehmen", so Thielen.

Einen wichtigen Grund für die Chancenungleichheit sehen die Befragten auch darin, dass sich die Eltern von Zuwandererfamilien häufig keine Nachhilfe leisten können. Ein Großteil der Befragten glaubt, dass Schüler mit Migrationshintergrund bessere Chancen hätten, wenn sie länger zusam¬men lernen würden: Über 58 Prozent halten es für besser, wenn zukünftig erst nach der sechsten oder neunten Klasse entschieden wird, auf welche Schule ein Schüler kommt. Nur knapp 21 Pro¬zent sprechen sich für eine Trennung der Schüler nach der vierten Klasse aus.

Die bundesweite Schulaktion "Alle Kids sind VIPs" www.allekidssindVIPs.de wird durch zahlreiche Stars mit Migrationshintergrund, unter ihnen Fußballnationalspieler Mario Gomez, die Schauspielerin Susan Sideropoulos und die Band Culcha Candela unterstützt.

An "Alle Kids sind VIPs" beteiligen können sich in diesem Jahr ganze Klassen, Projektgruppen oder Einzelpersonen. Der Wettbewerb startet am 15. März 2010, Einsendeschluss für die Beiträge ist der 1. Juni 2010, die Preisverleihung wird im Oktober stattfinden.

Zur Allensbach-Studie
Die quantitative Umfrage wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt und stützt sich auf 1.581 Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ab 16 Jahren aus der Türkei, der ehemaligen Sowjetunion (bzw. den Nachfolgestaaten Kasachstan, Russland, Ukraine), dem ehemaligen Jugoslawien (bzw. den Nachfolgestaaten Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Serbien, Monte¬negro, Kosovo, Mazedonien, Slowenien), Polen, Italien, Spanien und Griechenland. Analog zur Definition, die dem Mikrozensus zu Grunde liegt, wurden sowohl ausländische als auch deutsche Staatsbürger befragt, die entweder selbst aus dem Ausland zugewandert sind oder die zwar in Deutschland geboren sind, von denen aber mindestens ein Elternteil nach 1950 eingewandert ist. Die Befragung wurde von teilweise zweisprachigen Interviewern mit mehrsprachigen Fragebogen durchgeführt. Die face-to-face-Interviews fanden im 1. Quartal 2009 statt.

Rückfragen an: Johanna Braun, Telefon: 0 52 41 / 81 81 125; E-Mail: johanna.braun@bertelsmann-stiftung.de

Ute Friedrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de
http://212.95.103.60/bertelsmann-gh72392_upload.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie