Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Junge Biertrinker sind häufiger Rauschtrinker

12.08.2013
Bier ist das beliebteste alkoholische Getränk von jungen Schweizer Männern.

Wer Bier bevorzugt, trinkt risikoreicher und konsumiert häufiger Cannabis oder andere illegale Suchtmittel als wer keine Vorliebe für bestimmte alkoholische Getränke hat. Sozial- und Präventivmediziner der Universität Zürich und des Waadtländischen Universitätsklinikum belegen zudem: Rausch- und Vieltrinker konsumieren eher zusätzliche Suchtmittel und sind häufiger in Unfälle, einen Streit oder Schlägereien verwickelt.

Knapp ein Drittel der jungen Schweizer Männer bevorzugen Bier, wenn sie Alkohol trinken. Sie nehmen mindestens zwei Drittel ihres Alkoholkonsums in Form von Bier ein. Wesentlich weniger, rund fünf Prozent, bevorzugen Wein. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Vorliebe für bestimmte alkoholische Getränke und dem risikoreichen Umgang mit Alkohol oder anderen Suchtmitteln? Dies wollte das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich und das Waadtländische Universitätsklinikum wissen. Sie befragten dazu rund 5400 Männer im durchschnittlichen Alter von 20 Jahren im Rahmen einer nationalen Kohortenstudie.

Wer Bier bevorzugt, ist eher ein Rausch- oder Vieltrinker

Verglichen mit Männern, die kein spezifisches alkoholisches Getränk bevorzugen, zeigen Männer mit einer Vorliebe für Bier ein risikoreicheres Trinkverhalten. Sie trinken beispielsweise mindestens einmal pro Monat sechs oder mehr alkoholische Getränke an einem Anlass, was als Rauschtrinken bezeichnet wird, oder sie konsumieren mindestens 21 alkoholische Getränke pro Woche. Diese Biertrinker rauchen auch häufiger als jene, die keine Vorliebe für ein bestimmtes Getränk haben, mehr als einmal pro Woche Cannabis oder haben im Verlauf der letzten zwölf Monate mindestens eine andere illegale Substanz ausprobiert. Im Gegensatz dazu konsumieren Männer, die Wein bevorzugen, gemässigt Suchtmittel.

Dass bei jungen Männern eine Vorliebe für Bier mit einem risikoreichen Trinkmuster und dem Konsum von illegalen Substanzen einhergeht, kann verschiedene Gründe haben. «Bier ist verhältnismässig billig, so dass es sich auch junge Erwachsene leisten können. Und Bier wird möglicherweise öfters an Anlässen wie Partys oder Konzerten getrunken, an denen ein risikoreiches Konsumverhalten verbreitet ist», sagt Meichun Mohler-Kuo, Dozentin am Institut für Sozial- und Präventivmedizin.

Wer risikoreich trinkt, raucht eher Cannabis

Neben der Vorliebe für ein bestimmtes alkoholisches Getränk spielt auch das Trinkmuster eine wichtige Rolle. Junge Männer, die entweder Rauschtrinken, oder generell sehr viel trinken, rauchen häufiger täglich Zigaretten oder mehr als einmal wöchentlich Cannabis als Männer mit einem moderaten Alkoholkonsum. Sie haben eher mindestens einmal in den vergangenen zwölf Monaten andere illegale Substanzen konsumiert, und sie erleben häufiger, durch den Alkohol bedingt, negative Konsequenzen wie Unfälle, Streit, Schlägereien, ungeschützten Sex, Filmrisse, Beschädigung des Eigentums oder Konflikte mit Respektpersonen. «Das Ziel von Präventionsmassnahmen sollte deshalb weiterhin sein, den risikoreichen Alkoholkonsum von jungen Männern zu reduzieren», sagt Meichun Mohler-Kuo.

Literatur:
Michelle Dey, Gerhard Gmel, Joseph Studer, Petra Dermota, Meichun Mohler-Kuo. Beverage preferences and associated drinking patterns, consequences and other substance use behaviours. European Journal of Public Health. August 12, 2013. Doi: 10.1093/eurpub/ckt109
Hintergrund
Für die Befragung wurden 21 Kantone berücksichtigt. Diese Befragung ist Teil der nationalen Kohortenstudie C-SURF, die vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich und dem Waadtländischen Universitätsklinikum geleitet wird. Das Ziel der C-SURF-Studie ist, den Gebrauch verschiedener Substanzen von jungen Männern zu identifizieren und längerfristig zu verfolgen.
Kontakt:
PD Dr. Meichun Mohler-Kuo
Institut für Sozial- und Präventivmedizin
Universität Zürich
Tel. +41 44 634 46 37
E-Mail: meichun.mohler-kuo@uzh.ch
Dr. Michelle Dey
Institut für Sozial- und Präventivmedizin
Universität Zürich
Tel. +41 446 34 54 22
E-Mail: michelle.dey@uzh.ch

Nathalie Huber | Universität Zürich
Weitere Informationen:
http://www.uzh.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen