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Junge Bankkunden: Die Hälfte braucht keinen Finanzberater

17.09.2013
Beim Thema Geldanlage haben Young Professionals in Deutschland einen großen Vorteil gegenüber dem Rest der Bevölkerung: Sie verfügen – nach eigenem Bekunden – über ein gutes Finanzwissen.

Zudem trifft die Hälfte von ihnen (49%) Entscheidungen zu den persönlichen Finanzen ohne fremde Hilfe. Bereits zum wiederholten Mal hat das dips Deutsches Institut für Portfolio-Strategien an der FOM Hochschule junge und gut ausgebildete Berufstätige zum Thema Finanzberatung befragt.

"Jeder Zweite in dieser für Banken und Versicherungen so wichtigen Zielgruppe legt mittlerweile Geld in Aktien an und partizipiert so an der zurzeit positiven Entwicklung am Kapitalmarkt. Viele sind aber auch auf Sicherheit bedacht und entscheiden sich für Tagesgeldkonten, Bausparverträge und Kapitallebensversicherungen – obwohl diese nur geringe Renditen aufweisen", erläutert Prof. Dr. Eric Frère, Direktor des dips und Dekan an der FOM Hochschule.

Im Durchschnitt sind die befragten Young Professionals 26 Jahre alt (max. 35 Jahre), befinden sich in einer festen Partnerschaft und verfügen über ein gutes Einkommen. Mit bis zu 300 Euro monatlich sparen sie mehr als der Bundesdurchschnitt, legen davon rund 100 Euro für die Altersvorsorge zurück.

Prof. Dr. Julius Reiter, Professor für Wirtschaftsrecht an der FOM Hochschule und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht: "Im Vergleich zur Vorjahresbefragung hat sich der Anteil derjenigen, die allein über ihre Geldanlage entscheiden, mehr als verdoppelt. Das Vertrauen zu Finanzberatern, insbesondere zum Berater bei der Hausbank, hat weiter abgenommen, zumindest in dieser Gruppe."

Trotzdem: Nur 38 Prozent wären bereit, für objektive Finanzberatung ein Honorar zu zahlen. Professor Reiter: "Jeder Fünfte weiß gar nicht, wie eine honorarbasierte Beratung aussehen könnte. Dies zeigt, dass hier noch sehr viel Aufklärungsarbeit von allen Seiten geleistet werden muss."

Der wichtigste Kanal für den Absatz von Finanzprodukten ist laut der Studie mittlerweile das Internet: 44 Prozent der Befragten kaufen ihre Finanzprodukte online. "Interessant hierbei ist die Tatsache, dass es Parallelen zum Einzelhandel gibt.

Auch in der Finanzberatung holen sich Kunden vielfach eine kostenlose Beratung bei der Hausbank ein und nutzen im Anschluss kostengünstige Online-Angebote. Bei der Entscheidung für oder gegen ein Finanzprodukt beziehen Young Professionals viele Informationsquellen ein. Am wichtigsten sind die Presse und das Internet", so Studienleiter Professor Reiter.

Carsten Döpp | idw
Weitere Informationen:
http://www.fom-dips.de

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