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Junge Arbeitslose sind auch später häufiger ohne Job

21.08.2014

Personen, die in jungen Jahren besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind, werden auch im späteren Erwerbsverlauf häufiger arbeitslos. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Immerhin die Hälfte der Einsteiger ins Erwerbsleben sind in den ersten acht Jahren gar nicht oder höchstens einen halben Monat arbeitslos.

Wer so ins Erwerbsleben startet, ist in den 16 Jahren danach ebenfalls meist gar nicht oder nur einmal von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosigkeitsdauer dieser Gruppe addiert sich in den 16 Jahren auf durchschnittlich weniger als vier Monate.

Zehn Prozent der Einsteiger ins Erwerbsleben sind hingegen alleine in den ersten acht Erwerbsjahren schon mehr als 20 Monate arbeitslos. Diese Gruppe ist dann in den folgenden 16 Jahren im Durchschnitt fast viermal und dabei insgesamt mehr als 30 Monate ohne Arbeit.

Die IAB-Studie zeigt, dass sich die Arbeitslosigkeit über das gesamte Erwerbsleben hinweg sehr ungleich auf die Bevölkerung verteilt. Im Erwerbsverlauf konzentriert sich die Arbeitslosigkeit dabei zunehmend auf weniger Personen: Während 45 Prozent in den ersten acht Jahren keinen einzigen Tag arbeitslos sind, sind es in den darauffolgenden 16 Jahren sogar 55 Prozent.

Die IAB-Forscher erklären, dass Arbeitslosigkeit in jungen Jahren auch kausal zu späterer Arbeitslosigkeit führe.

Der Zusammenhang zwischen Jugendarbeitslosigkeit und späterer Arbeitslosigkeit beschränke sich also nicht darauf, dass manche Jugendliche bestimmte Eigenschaften aufweisen, die über das gesamte Erwerbsleben hinweg zu häufigeren und längeren Arbeitslosigkeitsepisoden führen wie schlechte Abschlussnoten, gesundheitliche Probleme oder mangelnde Motivation.

Die Forscher verweisen auf eine weitere Studie, in der sie festgestellt haben, dass ein Tag Arbeitslosigkeit in den ersten acht Jahren im Schnitt bis zu zwei weitere Tage Arbeitslosigkeit in den folgenden 16 Jahren bewirkt. Es müsse also arbeitsmarktpolitisch weiter hohe Priorität haben, Jugendarbeitslosigkeit gar nicht erst entstehen zu lassen.

Aus methodischen Gründen beschränkt sich die Studie auf westdeutsche Männer, die zwischen 1978 und 1980 eine betriebliche Berufsausbildung im dualen Ausbildungssystem abschlossen, dabei zwischen 15 und 26 Jahren alt waren und zu diesem Zeitpunkt kein Abitur hatten.

Weitere Informationen:

http://doku.iab.de/kurzber/2014/kb1614.pdf

Wolfgang Braun | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.iab.de

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