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Die Jüngeren in einer Schulklasse werden besonders häufig zur Zielscheibe von Mobbing und Gewalt

17.11.2009
Unter Gewalt und Mobbing in der Schule haben bevorzugt die jüngeren Kinder in einer Klasse zu leiden. Sind diese noch dazu Jungen oder Kinder mit Migrationshintergrund, so ist das Risiko besonders hoch, von den Klassenkameraden drangsaliert zu werden.

Dies zeigt eine aktuelle Analyse individueller Schülerdaten von Zehnjährigen, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim durchgeführt hat.

Die Studie untersucht, inwiefern die soziale Entwicklung und der Schulerfolg von Kindern dadurch beeinflusst werden, dass sie eher zu den Jüngeren oder zu den Älteren in ihrer Klasse gehören. In der Untersuchung wird dabei der Altersunterschied innerhalb von Klassen berücksichtigt, der aufgrund gesetzlicher Stichtagsregelungen bei der Einschulung entsteht.

Nicht untersucht werden Alterseffekte für Kinder, deren Alter zum Beispiel aufgrund einer Rückstellung oder Klassenwiederholung vom regulären Alter abweicht. Die Studie wertet Daten von Zehnjährigen aus 17 Ländern aus, die zum Beobachtungszeitpunkt in den meisten Ländern die vierte Klasse besuchten. Die Daten speisen sich aus Informationen der Internationalen Grundschul-Leseuntersuchung IGLU, die auch Antworten der Kinder auf einen speziellen Fragenkatalog zu Gewalt und Mobbing in der Schule enthält, sowie aus einer Datenbank internationaler Einschulungsregelungen.

Es zeigt sich, dass die jüngeren Kinder einer Klasse signifikant häufiger von körperlicher oder psychischer Gewalt in der Schule betroffen sind als ihre älteren Klassenkameraden. Dies gilt insbesondere für Jungen und für Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund. Die Auswertung macht darüber hinaus deutlich, dass diese Kinder, die aufgrund ihres Alters unter Mobbing oder Gewalt leiden, auch tendenziell schlechter in der IGLU-Lesestudie abgeschnitten haben. Die Alterseffekte sind dabei in angelsächsischen Ländern besonders groß, insbesondere in Schottland und England sowie in den einzeln untersuchten kanadischen Provinzen Ontario und Québec.

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de/publikation5403

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