Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IT für den OP: VDE weist Wege zur IT-Vernetzung im Krankenhaus

25.02.2010
  • Neue VDE-Studie unterstützt Kliniken bei der IT-Vernetzung mit Medizinprodukten
  • IT-Systemintegration wird Kernkompetenz im Krankenhaus der Zukunft
  • Informationstechnik Voraussetzung für Kosten- und Wettbewerbsvorteile

Demografischer Wandel, hoher Kostendruck, wachsende Service-Anforderungen und Fachkräftemangel stellen das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Um sie zu meistern, müssen Krankenhäuser in Zukunft noch effizienter arbeiten. Beachtliche Potentiale eröffnet die informationstechnische Vernetzung von medizintechnischen Geräten zu interoperativen Gesamtsystemen.

Allerdings sind Stand-alone-Geräte nicht ohne weiteres zu einem funktionierenden, interoperativen Gesamtsystem zu vernetzen. In der neuen VDE-Studie "Risikomanagement für IT-Netzwerke mit Medizinprodukten im Operationssaal" zeigen VDE-Experten nun, wie der internationale Normentwurf "Risikomanagement für medizinische IT-Netzwerke" im OP konkret umgesetzt werden kann. Beim internationalen Symposium des VDE-Instituts zur IT-Vernetzung im Gesundheitswesen in Offenbach haben die Experten die VDE-Studie heute Betreibern und Herstellern von IT-Netzwerken und medizinischen Geräten vorgestellt.

Im Fokus steht die Reduktion der Patientenbelastung bei gleichzeitig hohem therapeutischem Nutzen durch anwenderfreundliche, integrative und erweiterbare OP-Systeme wie zum Beispiel minimal invasive und ambulant durchführbare Operationstechniken. Dabei wird auf den marktnahen Technologietransfer ein besonderes Augenmerk gelegt.

Ziel der IT-Vernetzung ist nicht das Sparen um jeden Preis, etwa auf Kosten der Mitarbeiter oder der Patienten, vielmehr geht es um Effizienz- und Qualitätssteigerungen. Die Experten weisen dabei Wege auf, wie Krankenhäuser sich durch frühzeitige Investitionen in Personal und Know-how mittelfristig einen substantiellen Kosten- und damit Wettbewerbsvorteil verschaffen können.

"Zukünftig wird die Systemintegration als Kernkompetenz für Krankenhäuser unentbehrlich. Sie ist Voraussetzung für Kostenreduktion und stellt einen substantiellen Wettbewerbsvorteil dar. Spezielles Know-how ist hierfür unabdingbar", betont Dipl.-Ing. Michael Bothe, Leiter Prozesse und Systeme Medizintechnik im VDE-Institut.

Die neue VDE-Studie wurde im Rahmen der Leitvision des Bundesministeriums für Bildung und Forschung "Schonendes Operieren mit innovativer Technik" (SOMIT) für zukunftsorientierte Gesamtkonzepte entwickelt. Sie richtet sich an Betreiber von klinischen Einrichtungen, die künftig für den störungsfreien Betrieb und die Interoperabilität der Geräte verantwortlich sind. Bisher wurde primär der Hersteller in die Verantwortung und Haftung genommen. Daher müssen klinische Einrichtungen jetzt ihr bestehendes Qualitäts- und Risikomanagement-System weiterentwickeln und ihr Fachpersonal entsprechend schulen. Fallbeispiel Orthopädie: Hier ist der Ärztliche Direktor in der Orthopädie zugleich für den Anwendungsfall Chef der IT und Medizintechnik und hat damit die entsprechende fachliche Weisungsbefugnis in den betreffenden Bereichen. Ein funktionierendes, zentral zu managendes Medizinsystem wird gerade im Operationssaal immer wichtiger.

Ein Grund dafür liegt darin, dass proprietäre bildgebende Verfahren, Navigations- und Robotersysteme jeweils unterschiedliche - oft redundante - Komponenten wie Lokalisierungssysteme und Benutzerschnittstellen erfordern. Dies gilt auch für andere Systeme wie den OP-Tisch, Telekonsultations- und Dokumentationssysteme. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Standardisierung von Schnittstellen für komplexe Geräte unterschiedlicher Hersteller. Hinzu kommen organisatorische, eigentums- und haftungsrechtliche Fragen.

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie