Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IPTV-Dienste schneller und kostengünstiger bereitstellen

15.03.2011
Studie von Fraunhofer FOKUS und VERSANT: Objektorientierte Datenbanksysteme sind bei der Bereitstellung komplexer digitaler Daten acht Mal leistungsfähiger und zugleich kosteneffizienter.

TV-Zuschauer wollen immer häufiger via Internet auf die gleiche Sendung zugreifen – und das meist zum selben Zeitpunkt. Um die Dienste in der erforderlichen Flexibilität bereitzustellen, wird der Einsatz von schnellen und skalierbaren Technologien für IPTV-Anbieter zunehmend wichtiger.

Einen intelligente Lösung stellt die Integration von Objektdaten–banken in IPTV-Infrastrukturen dar, so das Resultat der kürzlich von Fraunhofer FOKUS und der Versant GmbH veröffentlichten Studie über internetbasierte TV-Systeme (IPTV).

Objektorientierte Datenbanksysteme bieten eine acht Mal höhere Leistungsfähigkeit, um die komplexen digitalen IPTV-Daten bereitzustellen. Für IPTV-Nutzer bedeutet dies einen schnelleren und verbesserten Service. Und IPTV-Anbieter können robuste und skalierbare Dienste zur Verfügung stellen, die sich mit weniger Hardware-Ressourcen und Energieaufwand betreiben lassen. Das führt zu Kosteneinsparungen bei Bereitstellung und Betrieb.

„Der Markt für IPTV wächst schnell, denn immer mehr Konsumenten möchten ein weitreichendes und interaktives Angebot von TV-Diensten über die bestehenden High-Speed-Breitbandnetze empfangen“, so Dr. Stefan Arbanowski von Fraunhofer FOKUS. „Bereitstellung und Steuerung von IPTV-Services sind extrem komplex und stellen hohe Anforderungen an Geschwindigkeit, Robustheit und Skalierbarkeit. Die Ergebnisse unserer Tests, in denen wir mit unserem FOKUS Open IPTV Ecosystem verschiedene Datenbanksysteme vergleichen, sind eindeutig: Content-Anbietern, Sendeanstalten und Telekom-Unternehmen, die vor der Einführung von IPTV stehen, bieten die Objektdatenbanken von Versant signifikante Leistungsvorteile.“

Wachsender Markt

Analysten des Marktforschungsinstitutes RNCOS prognostizieren, dass die Anzahl der IPTV-Nutzer bis 2014 weltweit um jährlich 24 Prozent auf bis zu 106 Millionen anwachsen wird. Leistungsstarke Datenbanken bilden das Herzstück erfolgreicher IPTV-Systeme. Sie müssen den schnellen Zugriff auf komplexe Informationen ermöglichen, sich entwickelnde Anwendungen einbinden und die gleichzeitigen Anfragen von Millionen potenzieller Nutzer unterstützen.

„Die ersten Ergebnisse aus unserer strategischen Forschungspartnerschaft mit Fraunhofer FOKUS zeigen deutlich, dass ein objektorientiertes Datenbanksystem für Implementierungen im Bereich der IPTV-Services große Vorteile bietet“, so Dirk Bartels, Vice President Marketing & Product Strategy bei Versant. „Durch die Integration unserer Technologie in das FOKUS Open IPTV Ecosystem entstand eine leistungsstarke Lösung für interaktive, extrem schnelle und skalierbare Infrastrukturen, die den Anforderungen der Kunden gerecht wird. Wir sehen deshalb ein breites Feld von Anwendungsmöglichkeiten, und zwar über die Reichweite der Untersuchung hinaus auch in der Unterhaltungs–elektronik, der Telekommunikation sowie bei Rundfunk und Fernsehen.“

Überzeugende Testergebnisse

Die beiden Partner verglichen im Rahmen eines Benchmark-Tests die Leistungsdaten einer Objektdatenbank von Versant (VOD) mit den Leistungsdaten einer traditionellen relationalen Datenbank von Oracle (MySQL). Die Tests erfolgten auf Basis des FOKUS Open IPTV Ecosystem von Fraunhofer FOKUS: Beim ersten Test – hier wurde die Bereitstellung eines komplexen digitalen Programmführers (Electronic Program Guide, EPG) geprüft – ergab der Einsatz der Objektdatenbank eine um das Achtfache erhöhte Leistungsfähigkeit. Im Mittelpunkt des zweiten Tests stand die Verwaltung und Steuerung von IPTV-Dienstleistungen. Hier wiesen die Experten beim Einsatz der Objektdatenbank eine um bis zu 50 Prozent erhöhte Zugriffsgeschwindigkeit nach.

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse erfolgten im Jahr 2010 weiteren Anwendungstests in Singapur und Taiwan, wo die Kombination der Objektdatenbank von Versant mit dem FOKUS Open IPTV Ecosystem eingesetzt wurde. Beide Plattformen betreut das Open IPTV Forum.

Die vollständigen Ergebnisse der Fallstudie stehen als White Paper in englischer Sprache zum Download bereit (s. "Weitere Informationen").

VERSANT Object Database

Die Objektdatenbanken von Versant (VOD) bieten große Vorteile für C++, Java oder .NET-Entwickler und Anwendungen mit hoher Nebenläufigkeit sowie großen Mengen an komplexen Daten. Verglichen mit relationalen Datenbanken bieten objektorientierte Systeme eine effizientere Produktions- und Entwicklungsumgebung, eine höhere Leistungsfähigkeit und bessere Skalierbarkeit.

FOKUS Open IPTV Ecosystem

Das FOKUS Open IPTV Ecosystem ist eine Test- und Referenzimplementierung für standardisiertes IPTV, wie es durch verschiedene Standardisierungsgremien einschließlich ETSI TISPAN und das Open IPTV Forum, spezifiziert ist. Das FOKUS Open IPTV Ecosystem bietet eine Komplettlösung für offene IPTV-Standards und End-to-End IPTV in verwalteten und nicht verwalteten Netzwerken.

Weitere Informationen:
http://www.fokus.fraunhofer.de/en/fame/_pdf/White_Paper_20110305.pdf
http://www.versant.com/developer/resources/objectdatabase/whitepapers
http://www.advanced-television.tv/index.php/2011/01/31/research-global-iptv-subs-100m-by-2014/
http://www.etsi.org/tispan/
http://www.oipf.tv/

Eva Sittig | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fokus.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics