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Internetnutzung per Handy legt deutlich zu - Männer drei Mal häufiger mobil im Internet als Frauen

24.02.2010
Die Nutzung des Internets mit dem Handy konnte in den letzten sechs Monaten deutlich zulegen, dies hat eine Umfrage der Professur für Kommunikationswirtschaft der Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List" an der TU Dresden ergeben.

Schon 17,9 Prozent aller befragten Handybesitzer haben bereits mit ihrem Handy im Internet gesurft. Weitere 7,8 Prozent gaben an, dies schon auf Geräten Dritter probiert zu haben. "Es ist damit eine deutliche Steigerung gegenüber unserer Erhebung im Sommer 2009 festzustellen," so René Pessier, Leiter der Studie und Mitarbeiter an der Professur für Kommunikationswirtschaft.

Die letzte Erhebung im Juni/Juli 2009 ergab einen Anteil von nur 9,3 Prozent mobiler Internetnutzer. Zu der Steigerung hat auch das Weihnachtsgeschäft beigetragen, welches traditionell die Hochzeit für Vertragswechsel und -verlängerungen, verbunden mit neuen Endgeräten, ist, so die Forscher.
Im Segment der 15- bis 24-Jährigen liegt der Anteil von Nutzern des mobilen Internets mit fast 30 Prozent am höchsten. Mit zunehmendem Alter sinkt dabei der Anteil bis auf ein Prozent in der Altersgruppe der über 64-Jährigen.

Ein deutlicher Geschlechterunterschied ist über alle Altersgruppen festzustellen. Etwa 27 Prozent aller Männer haben im Gegensatz zu acht Prozent der Frauen mit ihrem Mobilfunkgerät bereits mobil das Internet genutzt. Der größte Unterschied findet sich in der Altersgruppe von 45 bis 54 Jahren, in dem der Anteil der Männer 24,6 Prozent und der der Frauen 2,2 Prozent beträgt.

"Die Nutzungsintensität steigt zunehmend an", so René Pessier. Mittlerweile nutzt fast jeder Zweite täglich und fast 70 Prozent mindestens einmal in der Woche das mobile Internet. Bezogen auf die Gesamtzahl aller Handybesitzer nutzte jedoch trotzdem nicht mal jeder Zehnte täglich das Internet per Handy. Daraus ergibt sich ein enormes Potenzial im Vergleich zum stationären Internet von zu Hause, so die Forscher. Der Durchbruch in der gesamten Breite der Bevölkerung kann daher im Vergleich zur Gesamtanzahl der Handynutzer noch nicht konstatiert werden.

Hinsichtlich konkreter Dienste ist die höchste Nutzungsintensität bei E-Mail-Diensten zu verzeichnen. Hohe Anteile sind auch bei Nachrichten und Lexika festzustellen. Soziale Netzwerke liegen mit 29,3 Prozent vor Instant Messaging mit 20 Prozent. In der Altersgruppe 15 bis 24 Jahre liegt der Anteil der sozialen Netzwerke mit 44,6 Prozent am höchsten. Über alle Altersgruppen nutzen Frauen soziale Netzwerke mobil deutlich intensiver (51,9 Prozent, Männer23,2 Prozent).

Auch bei anderen Diensten ergeben sich deutliche geschlechterspezifische Unterschiede. "Das unterschiedliche Nutzungsverhalten verschiedener Zielgruppen muss bei der Vermarktung berücksichtigt werden, um zum Beispiel den momentan geringen Nutzungsanteil bei Frauen zu erhöhen" so René Pessier. Demnach müssen die nutzbaren Inhalte deutlicher gegenüber dem reinen technischen Zugang kommuniziert werden.

Generell kann die einfache Nutzung durch Applikationen, sogenannte Apps, dabei ein Vermarktungsargument sein. Diese wurden schon von 44,7 Prozent der Befragten mobilen Internetnutzer mindestens einmal heruntergeladen.

In den nächsten Monaten wird sich durch ein mittlerweile sehr breites Angebot an Handys mit komfortabler Zugangsmöglichkeit zum Internet der Wachstumstrend weiter fortsetzen, so die Forscher. Insbesondere die preisgünstigeren und subventionierten Geräte der Netzbetreiber werden in den jungen Altersgruppen der entscheidende Parameter für ein schnelles Wachstum sein. Für eine weitere Erhöhung der Nutzungsintensität sind die Zugangskosten und deren Integration in existierende Tarife der Schlüssel zu einem nachhaltigen Anstieg.

Ein deutliches Wachstumspotenzial besteht unzweifelhaft. So gab fast ein Viertel der Befragten, die das Internet über ihr Mobiltelefon bisher nicht genutzt haben, an, ein prinzipielles Interesse an der Nutzung des Internets per Mobiltelefon zu haben.

Im Rahmen einer empirischen Erhebung mit persönlichen Interviews wurden im Januar 2010 mehr als 2.000 Personen ab 15 Jahren befragt. Momentan erfolgt eine detaillierte Auswertung der Erhebung. Weitere Informationen zum Befragungsdesign und Umfrageergebnissen können auf den Webseiten der Professur für Kommunikationswirtschaft (www.kommunikationswirtschaft.tu-dresden.de) eingesehen werden.

Informationen für Journalisten :
René Pessier
Tel.: 0351 463-36787
E-Mail: rene.pessier@tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de

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