Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Erfahrungen bei der Transformation städtischer Wasser-Infrastrukturen nutzen

18.11.2008
Neue Studie dokumentiert Modellprojekte aus den Ballungsräumen verschiedener Industrieländer

Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Ländern ist in den letzten Jahren die Zahl der Projekte und Initiativen angestiegen, die sich mit Möglichkeiten neuartiger Versorgungs- und Sanitärkonzepte im Bereich der Wasserinfrastruktur befassen.

Bisher gab es jedoch keinen systematischen Überblick dieser Initiativen. Eine aktuelle Studie des Forschungsverbundes netWORKS bündelt im Sinne einer Bestandsaufnahme internationale Erfahrungen und dient damit auch als Grundlage für Überlegungen zu den Möglichkeiten der Transformation städtischer Wasser-Infrastrukturen in Deutschland. An der Untersuchung waren maßgeblich das Deutsche Institut für Urbanistik, die Arbeitsgruppe für regionale Struktur und Umweltforschung sowie das Institut für sozial-ökologische Forschung beteiligt.

In die Studie wurden solche Projekte einbezogen, die in einem ökonomisch-institutionellen Umfeld realisiert wurden, das dem Deutschlands vergleichbar ist. Betrachtet wurden vor allem Ballungsräume. Damit eine Übertragbarkeit der Erfahrungen auf Deutschland bewertet werden kann, wurden die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den untersuchten Ländern und Regionen berücksichtigt. So sind im Gegensatz zu Deutschland abnehmende Bevölkerungszahlen in anderen Industrienationen eher selten ein Anlass, über notwendige Anpassungsstrategien in der Ver- und Entsorgung nachzudenken. Häufig sind es der anhaltend hohe Siedlungsdruck oder die Auswirkungen des Klimawandels, die eine Fortsetzung der bisherigen Ver- und Entsorgungsmodelle erschweren. Doch auch die klassischen Probleme unzureichender Wasserressourcen geben vielfach den Ausschlag für die Suche nach neuen, nachhaltigen Ver- und Entsorgungskonzepten.

Eines der untersuchten Beispiele ist das Wohngebiet Lanxmeer auf dem Gebiet der niederländischen Kommune Culemborg (27.000 Einwohner). Dort wurde seit Mitte der 1990er Jahre ein Konzept nachhaltiger Stadtentwicklung umgesetzt. Der Wasserversorgung und dem Umgang mit häuslichem Abwasser kam dabei eine besondere Rolle zu. Ein weiteres dokumentiertes Projekt liegt in der japanischen Hafenstadt Fukuoka City (1,3 Mio Einwohner), wo mittlerweile ein Gebiet von knapp 8 km2 mit recyceltem Abwasser für die Toiletten versorgt wird. Die Größenordnung dieses Projekts zeigt, dass neue Versorgungs- und Sanitärkonzepte im Bereich der Wasserinfrastruktur ihr Nischendasein zunehmend verlieren.

Die Studie ist als netWORKS-Paper Nr. 25 erschienen und kann kostenlos beim Deutschen Institut für Urbanistik bezogen werden. Auch als Online-Veröffentlichung steht sie zur Verfügung und kann von der Website des Projekts herunter geladen werden: http://www.networks-group.de/veroeffentlichungen/index.phtml

Nähere Informationen zum Forschungsverbund und zum Projekt "Transformationsmanagement für eine nachhaltige Wasserwirtschaft" sind im Internet unter www.networks-group.de/ zu finden.

Weitere Informationen/Projektleitung:

Dipl.-Sozial-Ökonom Jens Libbe,
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Berlin,
Telefon: 030/39001-115, E-Mail: libbe@difu.de
PD Dr. Thomas Kluge, Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), Frankfurt/M., Telefon: 069/7076919-18, E-Mail: kluge@isoe.de

Internet: www.networks-group.de

Hintergrund:

Der Forschungsverbund netWORKS entwickelt konzeptionell innovative und nachhaltige Lösungen für die Wasserver- und Abwasserentsorgung. Praxisbezogen erarbeitet netWORKS Entscheidungshilfen für Kommunen als Verantwortliche für die Festlegung und Erbringung von Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge sowie für die diese Leistungen ausführenden (kommunalen) Ver- und Entsorgungsunternehmen bzw. -betriebe
.
Initiiert vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) wird die Forschungsgruppe von verschiedenen Forschungseinrichtungen getragen (kooperierende Institute: Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung (ARSU), Oldenburg, Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU), Institut für Städtebau und Landschaftsplanung, Lehrstuhl für Stadttechnik, Cottbus, COOPERATIVE Infrastruktur und Umwelt, Darmstadt, IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung gGmbH, Mülheim a.d. Ruhr).

Das Projekt "Transformationsmanagement für eine nachhaltige Wasserwirtschaft" wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunkts "Sozial-ökologische Forschung" gefördert. Im Forschungsverbund arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Ökonomie, Soziologie, Recht, Raumwissenschaft, Stadttechnik und Ökologie - je nach Projekt in unterschiedlicher institutioneller und fachlicher Zusammensetzung: www.networks-group.de.

Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftspolitik, Städtebau, Soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltungsthemen oder Kommunalfinanzen: Das 1973 gegründete unabhängige Institut bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene mit allen Aufgaben- und Problemstellungen, die die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. Grundlage des Handelns des als GmbH geführten Instituts ist die Gemeinnützigkeit. Der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. (VfK) ist alleiniger Gesellschafter der GmbH.

Kurzinfo: Arbeitsgruppe für regionale Struktur und Umweltforschung GmbH

Die Arbeitgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung GmbH, Oldenburg, ist eine interdisziplinär zusammengesetzte Forschergruppe, die an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis in den Bereichen Ökonomie, Regional- und Strukturplanung sowie Umwelt- und Naturwissenschaften arbeitet.

Kurzinfo: Institut für sozial-ökologische Forschung

Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) ist ein national und international tätiges Forschungsinstitut der integrierten Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung. Das besondere Profil des 1988 in Frankfurt am Main gegründeten Instituts besteht in einer fachübergreifenden Umweltforschung, die im Sinne eines transdisziplinären Forschungsansatzes mit dem Wissen verschiedener sozialer Akteure und Akteursgruppen verknüpft wird. Das Institut gehört damit zu den wenigen Forschungseinrichtungen, die theoriegeleitet aber zugleich umsetzungsorientiert an der Erzeugung transdisziplinären Wissens im Spannungsfeld von Natur und Gesellschaft arbeiten. Das Institut bietet zukunftsfähige Lösungskonzepte und Analyse-Instrumente für politische, ökologische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungsdynamiken und liefert damit praxisrelevante Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung und Nachhaltigkeitsforschung.

Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
Sybille Wenke-Thiem
Ltg. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Straße des 17. Juni 112
10623 Berlin
Telefon: 030/39001-209
Telefax: 030/39001-130
E-Mail: wenke-thiem@difu.de
Deutsches Institut für Urbanistik GmbH
Sitz Berlin, AG Charlottenburg, HRB 114959 B
Geschäftsführer: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus J. Beckmann,
Dipl.-Kfm. Andreas Meißler
Weitere Informationen:
http://www.networks-group.de/veroeffentlichungen/index.phtml
http://www.networks-group.de
http://www.difu.de
http://www.kommunalweb.de

Sybille Wenke-Thiem | idw
Weitere Informationen:
http://www.difu.de
http://www.kommunalweb.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics