Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationsaktivitäten in der Hauptstadtregion: gutes Potenzial, schlechte Umsetzung

24.03.2011
TU Berlin und Technologiestiftung Berlin veröffentlichen Studie zu den Innovationsaktivitäten in Berlin-Brandenburg

Die Metropolregion Berlin-Brandenburg verfügt im Vergleich zu den anderen zehn deutschen Metropolregionen über ein beeindruckendes Innovationspotenzial. Anders als in der Metropolregion München oder der Rhein-Main-Region gelingt es in der Hauptstadtregion jedoch zu selten, das vorhandene Innovationspotenzial in Innovationsleistung und damit in Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze umzumünzen. Das zeigt die von der Technischen Universität Berlin mit Unterstützung der Technologiestiftung Berlin im Februar 2011 veröffentlichte Studie „Innovative Hauptstadtregion. Projektbericht ‚Entwicklung eines Berliner Innovationspanels‘“ (BIP).

„Die Hauptstadtregion hat sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum für Wissenschaft und Forschung entwickelt. Berlin-Brandenburg zeichnet sich heute durch auffällige Stärken bei öffentlichen Forschungseinrichtungen und wissensintensiven Dienstleistungen aus. Unsere Region erreicht Spitzenwerte, was die Anzahl der Forschenden an den Universitäten betrifft. Ähnliches gilt für die Anzahl der Hochschulabsolventinnen und -absolventen sowie dem Anteil der Beschäftigten in den wissensintensiven Dienstleistungen“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Knut Blind, Leiter des Fachgebiets „Innovationsökonomie“ an der TU Berlin. Von 1.000 Erwerbstätigen sind 3,11 Personen an einer Hochschule im Bereich der Forschung beschäftigt.

Damit belegt Berlin-Brandenburg Platz drei unter den zehn untersuchten Metropolregionen. 4,71 Menschen von 1.000 Erwerbstätigen sind in der Hauptstadtregion in den öffentlich finanzierten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen tätig, und die Hauptstadtregion belegt mit dieser Zahl den ersten Platz im Vergleich zu den anderen Regionen. Mit 6,45 Hochschulabsolventen pro 1.000 Erwerbsfähigen landet die Hauptstadtregion in diesem Bereich auf Platz zwei. „Darüber hinaus kann Berlin-Brandenburg bei den patentaktivsten Hochtechnologien in Europa, den – im Vergleich zu den anderen deutschen Metropolregionen – größten Anteil an Patentanmeldungen vorweisen. Patente aus dem medizinischen Bereich sind besonders oft vertreten“, führt Knut Blind weiter aus.

Gegenüber diesen ausgewiesenen Stärken der öffentlich geförderten Forschungslandschaft fällt das Innovationspotenzial der berlin-brandenburgischen Wirtschaft deutlich ab. Hier ist weder ein hoher Anteil an Forschenden oder Beschäftigten in der forschungs- und entwicklungsintensiven Industrie zu verzeichnen, noch werden hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung getätigt. Darüber hinaus zeichnen sich die technologieintensiven Industriebranchen durch eine auffällige Zurückhaltung bei der Gründung neuer Unternehmen aus. „Die schwache Gründungsdynamik in technologieintensiven Branchen zeigt, dass die Umsetzung des Innovationspotenzials in marktfähige Produkte nicht automatisch erfolgt. Um das starke Innovationspotenzial in greifbare Innovationsleistungen und damit Arbeitsplätze zu überführen, bedarf es des gemeinsamen Einsatzes von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Wir haben gezeigt, dass Berlin-Brandenburg mit seinem hohen Innovationspotenzial über einen echten Schatz verfügt, und wir haben gezeigt, wo dieser Schatz liegt. Jetzt müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir ihn heben können“, erläutert Knut Blind.

Wo und weshalb diese Umsetzungsschwierigkeiten bestehen, ist noch weitgehend unklar. Aufgrund der verfügbaren, sich jeweils nur auf ein Jahr beziehenden Daten gibt die Studie lediglich eine Zustandsbeschreibung der Innovationsprozesse in Berlin-Brandenburg wider. Um die Ursachen für die auffällige Gründungsschwäche im Hochtechnologiebereich zu erfassen, bedarf es der langfristig angelegten Erhebung und Auswertung entsprechender Daten. Eine breite Allianz aus Senat, Wirtschaft und Gewerkschaften hat sich mit dem Masterplan Industriestadt Berlin 2010-2020 für den Aufbau eines „Berlin Innovation Panels“ ausgesprochen. Mit der Einrichtung des Innovationspanels sollen die bestehenden Datenlücken geschlossen und die Transferaktivitäten zwischen Wissenschaft und Wirtschaft dargestellt und nach ihrer Wirksamkeit bemessen werden. Die vorliegende Studie soll einen Startpunkt für den Aufbau dieses Panels darstellen.

Weitere Informationen und die Studie als Download auf Anfrage bei:
Prof. Dr. Knut Blind, Fachgebiet Innovationsökonomie an der TU Berlin, www.inno.tu-berlin.de, Tel.: 030/314-76670, E-Mail: knut.blind@tu-berlin.de

„EIN-Blick für Journalisten“ – Serviceangebot der TU Berlin für Medienvertreter: Forschungsgeschichten, Expertendienst, Ideenpool, Fotogalerien unter: www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.inno.tu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heimcomputer entdecken rekordverdächtiges Pulsar-Neutronenstern-System

08.12.2016 | Physik Astronomie

Siliziumsolarzelle des ISFH erzielt 25% Wirkungsgrad mit passivierenden POLO Kontakten

08.12.2016 | Energie und Elektrotechnik

Oberleitungs-LKW: Option für einen umweltverträglichen Güterverkehr?

08.12.2016 | Verkehr Logistik