Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Innovationen aus der Krise

31.05.2010
Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME) und das Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) haben heute
- die aktuelle Fachkräftestudie für die M+E-Industrie der Region und
- den neuen Wissenschaftsatlas für die M+E-Industrie der Region sowie
- die Studie „Mit innovativen Prozessen zum effi zienten Unternehmen“
der Öffentlichkeit vorgestellt.

Festgestellt wurde zuvor ein Aufholbedarf der Industriebetriebe in den neuen Bundesländern bei Innovationen. Deren Umsätze mit neuen Produkten liegt mit 18% unter dem westdeutschen Vergleichswert von 24%.

VME-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck sagte dazu: „Für mehr Innovationen brauchen wir die besten Köpfe und eine engere Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft. Mit den Erkenntnissen aus unserer aktuellen Fachkräftestudie und dem völlig neuartigen Wissenschaftsatlas setzen wir genau hier an.“

So zeigt die vorgelegte Fachkräftestudie z.B., dass die Berlin-Brandenburger Betriebe künftig rein rechnerisch alle Ingenieurabsolventen der regionalen Hochschulen benötigen. Alleine in den kommenden 10 Jahren müssen allein in der M+E-Industrie 18.000 ausscheidende Fachkräfte ersetzt werden.

Vor diesem Hintergrund forderte Amsinck: „Die Ausbildungsfähigkeit der Schulabgänger und die Ausbildungsquoten müssen verbessert werden. Gleichzeitig brauchen wir mehr Hochschulabsolventen in den Ingenieurwissenschaften, also mehr Studienanfänger und weniger Abbrecher. Das Gebot der Stunde sind Investitionen in die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT).“

Zur besseren Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft hat das ME-Netzwerk des VME erstmals in der Region einen digitalen Wissenschaftsatlas zusammengestellt. Dabei handelt es sich um eine onlinebasierte, öffentliche Datenbank mit über 200 Datensätzen von Wissenschaftlern und ihren Themen, die einen Bezug zur M+E-Industrie haben.

Dazu sagte Amsinck: „Mit dem Wissenschaftsatlas können Unternehmen unmittelbar abfragen, welche Einrichtung das Know How für die Lösung bestimmter Fragestellungen hat. Damit steigert die Industrie nochmals ihre Lösungskompetenz für die wichtigsten Herausforderungen der Zukunft. Allen voran Umwelt und Energie, Mobilität und Gesundheit.“

Auch das Fraunhofer IPK unterstützt als produktionstechnisches Institut seit seiner Gründung vor über 35 Jahren die regionale Industrie. Das ME-Netzwerk ist ein guter Rahmen, um die Arbeit zur Stärkung der Wirtschaftsregion durch Prozessinnovationen fortzusetzen, die 1996 mit dem Zulieferaktionskreis, dem Maschinenbaunetzwerk und ProNetz des Fraunhofer IPK begann.

Die in der Dokumentation Prozessinnovation im Zeitraum von 2007 bis 2009 herausgearbeiteten Einzelthemen beruhen auf dem Bedarf der Industrie. Sie wurden mit den Fertigungsleitern zahlreicher regionaler Unternehmen im Rahmen von Gesprächen und Seminaren identifiziert. Es sind:

• Benchmarking und Produktivitätsüberwachung
• Logistikoptimierung
• Zulieferkooperation
• Fabrikplanung und Simulation
• Automatisierung
• Leistungssteigerung in der Fertigungstechnik
• Integriertes Qualitätsmanagement
• Organisationsentwicklung
Das Fraunhofer IPK hat in allen diesen Bereichen in einschlägigen Industrieprojekten seine Kompetenzen bewiesen. Davon profitieren im Rahmen des ME-Netzwerkes nun auch die Unternehmen der Region.

Prof. Eckart Uhlmann, Leiter des Fraunhofer IPK: „Wenn wir als Berliner stolz sind, dass bei Siemens in Moabit Kraftwerksturbinen für alle Welt gefertigt werden, so ist das ein Ergebnis von andauernden Prozessinnovationen dieses Werkes. Und für uns eine schöne Bestätigung erfolgreicher Zusammenarbeit.“

Weitere Namen von Unternehmen, die regelmäßig teilgenommen haben oder zu sich eingeladen haben, sind u.a.: Bombardier PCS, Geyer Gruppe, Gerätewerk Treuenbrietzen, ABB Werder, Siemens Sector Energy, Osram, Francotyp Postalia, ZF Lenksysteme, Photon Meissener Technologies, Astro- und Feinwerktechnik, TEMA-Fischer, PVfl ex Mounting Systems.

Über den wichtigen Hebel der Prozessinnovation wird die Arbeit des Fraunhofer IPK weiterhin ein wesentlicher Pfeiler der Entwicklung der Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg sein. Die folgenden Initiativen weisen bereits heute eine Perspektive bis 2015 und darüber hinaus auf:

• Innovationscluster MRO - Maintenance Repair Overhaul in Energie und Verkehr
• Neubau Anwendungszentrum Mikroproduktionstechnik
• Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität
• Xinnovations
Über diese produktionstechnischen Schwerpunkte hinaus liefert das Fraunhofer IPK auch Lösungen für Operations- und Rehabilitations-Maßnahmen, für Managementlösungen, für Prozessoptimierung in der Lebensmittelverarbeitung oder für die Prozesseffizienz in Krankenhäusern.

Steffen Pospischil | Fraunhofer
Weitere Informationen:
http://www.ipk.fraunhofer.de
http://www.vme-net.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Studie für Patienten mit Prostatakrebs: Einteilung in genomische Gruppen soll Therapie präzisieren

21.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz