Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Informationsvorsprung macht kreativer

22.03.2010
Forscher bestimmt Vorbedingungen für neue Ideen

Kreativität wird oft als Eigenschaft gesehen, die man in hohem oder geringem Ausmaß besitzt. Sie ist jedoch auch ein Prozess, an dem man gezielt arbeiten kann. Zu diesem Schluss kommt Lassi Liikkanen vom Institut für Informationstechnik in Helsinki.

"Neue Ideen entstehen durch die Verarbeitung von gespeicherter Information und durch deren Neukombination. Wer sich mehr Hintergrundwissen über ein Thema verschafft und seine Gedankenprozesse zu optimieren versucht, kommt zu neuen Ergebnissen", so der finnische Forscher im pressetext-Interview.

Wissen verbessert die Qualität

Liikkanen untersuchte in Experimenten, wie neue Ideen entstehen. Dazu analysierte er die Entwicklung von Produktinnovationen von Studenten. Als erste Voraussetzung stellte sich dabei der Wissenserwerb und das Lernen von anderen heraus, als zweite die Anstrengung. "Bei der Ideengenerierung gilt so wie woanders auch, dass mehr Arbeit zu mehr Ergebnissen führt, wodurch auch die Wahrscheinlichkeit guter Ergebnisse steigt", so Liikkanen.

Als dritten Faktor erkannte der Forscher die Kenntnis effektiver Herangehensweisen zur Schaffung neuer Ideen. Fünf diesbezügliche Methoden sieht er als die zielführendsten, darunter Brainstorming, das erfinderische Problemlösen "Tritz", die sogenannten "Denkhüte von De Bono", die Anregung unbewusster Denkprozesse nach der "Synektik"-Methode sowie die morphologische Analyse. "Die Methoden sind für verschiedene Aufgaben ausgelegt und benötigten eine genaue Kenntnis, damit sie systematisch genutzt die Gedankenfindung auch tatsächlich verbessern können."

Unsicherheiten muss man ertragen

Die verschiedenen Herangehensweisen haben laut Liikkanen gemeinsam, dass sie den Gedanken überwinden, dass es für ein Problem nur eine einzige Lösung gäbe. "Dieses Denken verhindert Innovationen", so der Wissenschaftler. Noch keine Garantie für neue Gedanken, jedoch eine wichtige Vorbedingung sei die Fähigkeit, Unsicherheiten zu ertragen. Wichtig sei auch, den Lebenslauf einer Idee nicht bei ihrer Findung zu begrenzen. "Gute Ideen müssen verstärkt und weiterverfolgt werden. Erst wenn Ideen umgesetzt werden, können sie zur Erfindung oder Innovation werden."

Kreative Kompetenzen sieht der finnische Wissenschaftler als "Schlüsselwährung" des 21. Jahrhunderts. "In Technik, Entwicklung, Forschung, Marketing jedoch auch in allen anderen Bereichen der Arbeitswelt kommt es sehr stark auf diese Kompetenzen an." Dass Kreativität häufig im Zusammenhang mit Ausgeglichenheit und Ruhe erwähnt wird, sei kein Widerspruch. "Diese Vorbedingung schließt nicht aus, dass man zu mehr Ergebnissen kommt, wenn man mehr weiß, stets am Ball bleibt und sein Gehirn effektiv nutzt", so Liikkanen.

Originalstudie unter
http://lib.tkk.fi/Diss/2010/isbn9789526030258/

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hiit.fi

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie