Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ideales Klima im Flugzeug: 23 Grad und maximal 69 Dezibel

10.03.2009
1.500 Probanden haben typische Acht-Stunden-Flüge beurteilt

Auf die Frage, wie das ideale Raumklima in einem modernen Langstreckenflugzeug auszusehen hat, haben Wissenschaftler im Fluglabor des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP in Holzkirchen und am Stammsitz der BRE Group in britischen Watford rund 1.500 Probanden nach simulierten Acht-Stunden-Flügen befragt.

Dabei wurde die ideale Raumtemperatur mit 23 Grad, die maximale Lärmbelastung mit 69 Dezibel angegeben. Die relative Luftfeuchtigkeit in der Kabine - derzeit etwa zehn Prozent auf Langstreckenflügen - wurde von den Passagieren als zu trocken empfunden. Die Untersuchungen wurden im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts "Ideal Cabin Environment" (ICE) durchgeführt und nun in München präsentiert.

Die Tests im Projekt ICE haben einen Langstreckenflug von acht Stunden unter möglichst realistischen Umgebungsbedingungen im Fluggastraum simuliert. Dabei wurden Kabinenluftdruck, -temperatur, relative Luftfeuchte und der Hintergrundschallpegel variiert. Die Antworten der Probanden hinsichtlich des Komforts haben nach Angaben des Fraunhofer-Instituts stark variiert. "Wie erwartet wurden Temperaturen von 21 Grad als leicht zu kühl bewertet, 23 Grad wurden als komfortabel mit einer Tendenz als zu kühl und 25 Grad komfortabel mit einer Tendenz als zu warm wahrgenommen", so das IBP in seiner Aussendung.

Die eingestellten relativen Feuchten wurden von den Probanden durchwegs als etwas zu trocken bewertet. Bei einer zehnprozentigen Luftfeuchtigkeit habe man dies erwartet, meinen die Forscher. Jedoch wurde die Umgebung auch bei 40 Prozent als etwas zu trocken und nicht signifikant unterschiedlich zu der Zehn-Prozent-Umgebung wahrgenommen. Der Hintergrundschallpegel wurde sowohl bei 64, als auch bei 69 Dezibel und 74 Dezibel als zu laut beurteilt, wobei die höheren Schallpegel als unangenehmer bewertet wurden. "Die erhobenen Daten geben keinen Anlass, aufgrund der physiologischen Auswirkungen Empfehlungen zu einer Reduktion der maximal zulässigen Kabinendruckhöhe auszusprechen", so das IBP.

Die Informationen von 35 simulierten Flügen wurden mit Daten aus Fragebögen ergänzt, die in realen Flügen erhoben wurden. Ein Hauptaugenmerk des Projekts lag auf der Auswahl der Freiwilligen, die das gesamte Spektrum der Flugpassagiere hinsichtlich Geschlecht und Alter repräsentieren sollten. Daher wurden auch Probanden aus Risikogruppen - die Symptome einer leichten Herzinsuffizienz sowie einer leichten Lungenerkrankung hatten, miteinbezogen.

Im Allgemeinen ist mit Reisen in Zug, Bus, Flugzeug oder Auto ein höheres Thromboserisiko assoziiert. Diese Zunahme ist moderat - in etwa drei- bis vierfach - jedoch immer noch recht gering.

"Die Vornahme einer individuellen Risikobewertung, welche die Faktoren für eine Veranlagung hierzu aufzeigt und zu einer angemessenen Anwendung von Prophylaxen führt, hat somit zur Folge, dass die Mehrheit der Reisenden ohne Thromboseerscheinungen fliegen wird", beurteilen die Experten. Die nun erhobenen neuen Daten werden auch zur Entwicklung einer europäischen Vornorm für die Umgebungsbedingungen in Fluggasträumen in Verkehrsflugzeugen verwendet.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ibp.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Nutzung digitaler Technologien in der industriellen Produktion führt zu Produktivitätsvorteilen
01.02.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung