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Hohe Phosphatmengen in Nahrung lässt Mäuse schneller altern

28.04.2010
Experten: Ableitung für Menschen nicht herstellbar

US-Wissenschaftler haben im Mausversuch festgestellt, dass hohe Mengen von Phosphaten in der Nahrung zu schneller Alterung führen. Phosphate sind in Cola-Getränken, aber auch in zahlreichen Fertignahrungsmitteln vorhanden. Zudem sollen hohe Phosphatmengen auch altersbedingte Komplikationen wie etwa Nieren- und Herzerkrankungen fördern, berichten sie im Fachmagazin FASEB Journal.

Ernährungsexperten stehen den Ergebnissen der US-Forscher allerdings sehr kritisch gegenüber. "Immer wieder tauchen die Behauptungen auf, dass Phosphate an verschiedenen Komplikationen schuld sein sollen, doch konkrete wissenschaftliche Hinweise fehlen meist", kritisiert Werner Pfannhauser vom Institut für Bio- und Lebensmittelchemie an der TU-Graz im pressetext-Interview

Mausversuch nicht auf Menschen umlegbar

"Ein Mausversuch kann nicht eins zu eins auf den Menschen umgelegt werden", meint der Wiener Ernährungsphysiologe Wolfgang Marktl gegenüber pressetext. Alleine schon aufgrund der Tatsache, dass Mäuse im täglichen Leben keine phosphatreiche Nahrung zu sich nehmen, mache den Tierversuch ungeeignet. "Überdies ist es sehr schwierig einen Einzelfaktor für eventuelle Gesundheitsprobleme heranzuziehen", so der Professor. Daher sei ein exakter Nachweis nicht möglich.

Dass Cola-Getränke, die durch die Phosphorsäure ihren typischen sauren Geschmack erhalten, nicht unbedingt gesund sind, habe auch mit den großen Mengen an Zucker sowie dem Koffein zu tun. "Im Grunde genommen spielt der gesamte Lebensstil eine Rolle", betont der Experte. Studien hätten das immer wieder deutlich gemacht.

Lebensstiländerungen verändern Krankheitsbilder

Aktuelle Untersuchungen in Indien haben gezeigt, dass die Migration vom Land in Städte zu einer höheren Diabetes- und Fettleibigkeitsrate der Bevölkerung führt. Shah Ebrahim von der London School of Hygiene and Tropical Medicine http://www.lshtm.ac.uk berichtet in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins PLoS Medicine, dass zwischen 1984 und 2004 die Zahl von Diabetes-Patienten in städtischen Bereichen in Indien von fünf auf 15 Prozent gestiegen ist.

"Ähnliche Untersuchungen gab es auch in Südamerika", meint Marktl. Hier sei die Rate an Patienten mit Diabetes-Typ2 rapide angestiegen. "Die Ableitung, wonach ein veränderter Lebensstil - also eine Zunahme des Zucker- und Fettkonsums sowie generell weniger Bewegung zu einem höheren Anteil von Fettleibigkeit und Diabetes führt, kann wissenschaftlich belegt werden", meint der Forscher. Inwieweit einzelne Faktoren eine Rolle spielen sei hingegen schwieriger zu belegen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.faseb.org

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